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Mensch-Hannover Christoph Eisermann hat großen Appetit aufs Leben
Menschen Mensch-Hannover Christoph Eisermann hat großen Appetit aufs Leben
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19:55 07.08.2018
Quelle: Behrens
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Hannover

Es ist ja nicht so, dass sein Unternehmen bislang nicht in  Hannover vertreten war: „Es war nur nicht sichtbar.“ Christoph Eisermann (34) lacht. Der Gastronom aus Celle hat auch gut lachen, denn seit er von seinem Vater Benno (61) die Firma für Veranstaltungsgastronomie übernommen hat, ist nicht mehr zu übersehen, wo er überall mit Burgern, Bier und Bratwürstchen mitmischt: beim NP-Rendezvous im Stadtpark, in der HDI-Arena, bei allen Open-Air-Veranstaltungen von Hannover Concerts, in diesem Sommer erstmals beim Schützenfest – und aktuell beim Maschseefest, da stehen sechs seiner Food-Container am Ostufer, weitere sind am See verteilt.

Genau wie sein Vater  musste auch er sich in die Branche reinkämpfen, was gleichzeitig mit sich brachte, dass sich der 34-Jährige von gewissen Dingen, besser gesagt Veranstaltungen, trennte. „Das Schützenfest in Eversen zum Beispiel“, fällt ihm gestern beim Ge­spräch mit der NP im „Bell’ Arte“ am Sprengel Museum  gleich ein. Dort nicht mehr vertreten zu sein, hielt er für unabdingbar, „es war einfach nicht mehr wirtschaftlich. Ich betrachte das wirklich ganz nüchtern.“ Sicherlich hatte ihm das die eine oder andere harte Diskussion mit seinem Vater eingebracht, der, um die Tradition zu erhalten, im Leben nicht da­rauf gekommen wäre: „Ich habe mich schließlich durchgesetzt. Ist ja meine Firma.“

Er grinst. Ein freches Grinsen ist das, was er da an den heißen Tag legt. Was daran liegen könnte, dass er das, was er tut, liebt, mit jeder Pore dahintersteht – und auch noch Erfolg damit hat. „Am ...“ – setzt er an, zückt seinen Ehering und schaut zur Sicherheit noch mal auf das Datum, an dem er seine Vanessa (44) geheiratet hat, „am 1. Juni 2014 habe ich die Firma übernommen, drei Wo­chen später haben wir geheiratet“.

Eisermann steckte fast eine Viertelmillion Euro in die  Modernisierung, „ich wollte weg vom Schausteller- und Jahrmarktschick und hin zu den modernsten Verkaufswagen“. Die Holzzange am Grill wurde gegen ein Exemplar aus Edelstahl getauscht, die Mitarbeiter (er hat 20 Angestellte und gut 150 Aushilfen) tragen nun Käppis statt Schiffchen und schicke rot-schwarze Shirts statt solcher in feuerroter Ausführung. Und statt beim Volksfest in Eversen bei Celle ist er nun auf dem Schützenfest in Hannover präsent, „es ist nun mal das größte der Welt“.

Der 34-Jährige hat immer  Lust auf Neues, das war schon so bei seinem Großvater Erich Eisermann (†), der 1949 mit „Eisermanns Naschbar“ den Grundstein für das Unternehmen gelegt hatte. „Es war einer der ersten deutschen Imbissbetriebe“, weiß der Enkel. Und wahrscheinlich auch der erste, der in der feststehenden Baracke damals Gerichte wie Nasi Goreng und Bami Goreng anbot – der Opa hatte zehn Jahre in Indonesien gelebt: „Den Leuten war das damals aber noch zu exotisch.“

Christoph Eisermann hütet noch die Speisekarten von 1952, „als die Frikadelle 25, der Apfelsaft zehn Pfennig gekostet hat“. Seine Bratwurst bringt er am Maschsee für drei Euro an den Mann, „sie darf nicht zum Luxusgut werden“, begründet er seine Preisgestaltung.

2015 gründete er mit den Machern des Pattenser „Vomfeinsten-Catering“ die Foodtruck-Firma „Food Mafia“, sie belieferten unter anderem 2017 die Hochzeit von Erbprinz Ernst August (34) und Prinzessin Ekaterina (32) auf Schloss Marienburg. Und während Eisermann von seinen Burgern schwärmt, wird er nach seinem Lieblingsessen gefragt: „Bratcurry und Schinkengriller“, gesteht er lachend.

Fest steht – er probiert immer und überall alles, „wenn ich mit meiner Frau essen gehe, muss sie immer zwei Vorspeisen bestellen. Sieht ja blöd aus, wenn ich fünf wähle.“ Und von einer Ente, die er einmal im Vietnamurlaub gegessen hat, musste er unbedingt noch zweimal nachbestellen.

Ein bisschen musste er die Reißleine ziehen, die Waage zeigte dann doch lange Zeit mehr als zwei Zentner an. Neulich dann das Erfolgserlebnis – unter 100 Kilo! „Na gut, ich habe die Brille, meine Kette und die Uhr abgemacht.“ Lustig ist er, offen, großzügig und gastfreundlich – das wissen die Leute, mit denen er sich umgibt. „Ich habe viel Freude, viele Freunde und viel Spaß am Leben“, sagt er. Wer ihn kennt, weiß, dass er gern die Korken knallen lässt. Garantiert auch noch das eine oder andere Mal beim Maschseefest.

von Mirjana Cvjetkovic

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