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Coole Kerle: Fahri Yardim (links) und Christian Ulmen.

Coole Kerle: Fahri Yardim (links) und Christian Ulmen.
 © Kowalski, Andre

Interview

Christian Ulmen: „Eine Sensations-Idee aus Hannover“

Seit ein paar Wochen lachen sich die Leute über “Jerks“ schlapp, eine Comedyserie von Christian Ulmen (41). Dienstagabend (21.3.) läuft bei Pro Sieben um 23.15 Uhr das Staffelfinale. Die NP hat mit Ulmen über die Serie, die Besetzung, Nebenhodenentzündungen und das heutige Public Viewing im RP5 am Raschplatz gesprochen.

Hannover. Hallo Herr Ulmen, Public Viewing zur WM oder zum ESC kennen wir ja. Aber anlässlich von „Jerks“? Flasht Sie das?

Es ist das Staffelfinale. Immer, wenn irgendwo ein Endspiel stattfindet, gibt es Public Viewing. Da ist es eine fantastische Selbstverständlichkeit, dass man auch „Jerks“ zusammen guckt. Und natürlich flasht mich das. Like crazy. Doch wirklich: Ich bin begeistert. Und wenn ich nichts zu tun hätte, wäre ich sofort dabei.

Und dann passiert das Ganze auch noch in Hannover: Etwas sehr Cooles in Hannover! In Hannover! Etwas Cooles! So haben Sie es jedenfalls bei Facebook kommentiert ...

Natürlich kommt eine solche Sensations-Idee aus Hannover. Woher sonst? Stille Wasser sind tief. Das gilt auch für Städte.

Sie sind ja der Vater von „Jerks“. Sie hatten die Idee, führen Regie und sind einer der Hauptdarsteller. Neuland für Sie?

Nicht ganz. Die Idee kommt aus Dänemark. Wir haben eine deutsche Adaption der dänischen Serie „Klovn“ gemacht. dabei aber durchaus eigene Erlebnisse und Geschichten dazu getan. Die Kinder gibt es zum Beispiel in Dänemark nicht, auch keine Ex-Frau und keinen Webradio-moderierenden Fahri Yardim. Regie habe ich hier zum ersten Mal geführt. Allerdings weiß ich aus meinen ulmen.tv-Projekten, wie es sich anfühlt, gleichzeitig eine Figur zu spielen und die Szenerie zu lenken.

Die Leute da draußen sind ja ziemlich begeistert von dieser Art der Unterhaltung. Fehlte uns hier bis dato so etwas?

Wir hatten und haben immer schon tolle Fernsehunterhaltung in Deutschland. Man muss manchmal etwas ausführlicher suchen, aber fündig wird man immer. Dass „Jerks“ so gemocht wird, ist eine Riesenfreude, denn ich bin auch sehr verliebt in unsere Serie und hatte lange nicht mehr so einen Spaß bei der Arbeit.

Wie lange haben Sie gebraucht, um die ganzen Schauspieler für die Folgen ins Boot zu holen?

Das Ensemble Fahri, Emily Cox und Pheline Roggan stand relativ schnell. Die Cameos brauchten etwas länger – nicht jedem war die Idee geheuer, sich selbst in einem Feuerwerk der Peinlichkeit zu erleben. Das würde sich in einer möglichen zweiten Staffel sicher ändern.

Die Folgen werden ja immer erst um 23.15 Uhr gezeigt. Liegt das an dem Inhalt des Stoffes, der nicht immer jugendfrei und an manchen Stellen harter Tobak ist, oder verkennen die Sender da etwas?

Das müssen Sie den Sender fragen.

Ich wüsste ja zu gern, welche Elemente in der Serie zu den nacherzählten, wahren Begebenheiten gehören. Ich sage nur Nebenhodenentzündung ...

Klar hatte ich diverse Nebenhodenentzündungen. Und jedes Mal Angst vor Hodenkrebs. Was sonst noch von uns ist, was aus Dänemark kommt und was wir erfunden haben, bleibt aber unser Geheimnis, soweit das überhaupt möglich ist. Denn das Rätseln darüber, was wahr ist und was nicht, macht ja einen Teil des Sehvergnügens aus.

Doch noch mal zu Hannover: Kennen Sie unsere Stadt? Also so richtig?

Ich war zweimal in Hannover, und beide Male gern.

Aber Sie schaffen es jetzt wirklich nicht ein drittes Mal?

Ich würde echt gern. Leider kriege ich das nicht hin. Vielleicht zum Start einer Fortsetzung!

Und wann dürfen wir mit der zweiten Staffel rechnen?

Der Ball liegt bei Maxdome und Pro Sieben. Fahri, ich, das Ensemble – wir alle sind bereit und warten auf ein Go von den Kollegen aus München.

Von Mirjana Cvjetkovic

Hannover