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Bodo Linnemann in einem Werbefilm der VGH, der zeigen soll, dass Älterwerden heute anders geht. Foto: Youtube

Gastroszene

„Casa-Bodo“ wird Star in Werbevideo

Dieser Film ist fast schon Kunst – und zugleich Hommage an den Protagonisten Bodo Linnemann (74) und Liebeserklärung an dessen Heimatstadt Hannover. Dabei ist das Video (zu sehen bei Youtube) eigentlich ein Teil der neuen Werbekampagne, mit der die Versicherungsgruppe Hannover (VGH) zeigen will, dass Älterwerden heute anders abläuft.

Hannover. Eine Paraderolle für den Chef der Kult-Disko „Casa Blanca“ am Weißekreuzplatz, der irgendwie alterslos ist. „Die Alter-Oppa-Zeiten von vor 50 Jahren sind ja vorbei“, so das Szene-Urgestein in bekannt salopper Art zur NP, „ich war sofort begeistert, als Regisseur Kai-Uwe Lipphardt mich vor vier Wochen fragte.“

Die Kamera begleitet Linnemann zum Flohmarkt („Hier treffe ich auch mal Normalos, nicht immer nur Schicki-Mickis“) und zum Herrenausstatter H. B. Möller. „Ich habe eine Schwäche für Klamotten“, erklärt der Kult-Wirt. Unübersehbar. Stets elegant, doch meist ohne Socken, in der Hand immer eine Zigarette. „Mein Job ist in erster Linie die Tür“, sagt der 74-Jährige. Klar, dass der Dreh- und Angelpunkt des Films natürlich seine Bar ist. Dort spricht er vor der Kamera über berühmte Gäste wie Sängerin und Model Grace Jones (67), Rolling-Stones-Gitarrist Keith Richards (71) und Entertainer Udo Jürgens († 80).

Doch seinen legendären Spruch „Sei nicht sauer“ als Abfuhr an der Tür wird er am 31. Dezember das letzte Mal bringen. Noch eine große Silvestersause – dann ist nach 37 Jahren Schluss. „Aber ich falle in kein tiefes Loch“, beteuert er, „und wenn irgendwo mal eine Party ist, stelle ich mich gerne ab und zu an die Tür.“ Er lacht. Bodo Linnemann kann eben nicht so einfach aufhören

Eins steht aber auch fest: der Umzug aufs Land nach Gehrden zu seiner Freundin Andrea Serbent (51). Da hat der umtriebige Geist dann auch die Muße, sein Manuskript „Sechseinhalb“ als Hörbuch zu vertonen. Worum gehts? „Darin beschreibe ich meine Jugend – ich war früher Gangster“, plaudert der Szene-Wirt aus. Für Einbrüche in Villen wurde er mit Mitte zwanzig sogar zu sechseinhalb Jahren Haft verurteilt, viereinhalb saß er ab. Sein Leben war eben nie langweilig – und bleibt sicher auch nach der Ära „Casa Blanca“ spannend. Jana Meyer


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