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Mensch-Hannover Bürger Lars Dietrich: „Ich bin ein Entertainer“
Menschen Mensch-Hannover Bürger Lars Dietrich: „Ich bin ein Entertainer“
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15:37 04.12.2018
HAT VIELE TALENTE: Bürger Lars Dietrich spielt vom 6. bis 8. Dezember Theater in Hannover. Quelle: Gonz
Hannover

Sein Künstlername ist eine Referenz an Kindheit und Jugend in der DDR: Entertainer Lars Dietrich nennt sich „Bürger“ – weil die Volkspolizei die Menschen damals so angesprochen hat. Ein Interview.

In Braunschweig spielen Sie ja schon seit einiger Zeit das Stück. Ihre Assoziation zur Stadt: Braunschweiger Teewurst aus Kindertagen. Wie sieht es mit Hannover aus?

Hannover (lacht)! Da ist mir vor allem der Bahnhof geläufig. Bei meiner ersten Tour 1994 bin ich dort ausgestiegen. Ich bringe Bands wie Scooter und Mr. President mit Hannover in Verbindung, die 90er Jahre, wir haben viel gefeiert. Und so Punkaufläufe, da gab es doch mal richtig Stress. Ist doch schon mal mehr, als ich über Braunschweig sagen konnte (lacht).

Vor unserem Gespräch habe ich im Büro mal herumgefragt, was Kollegen zu Ihnen einfällt. Rapper, hieß es. Warum heißt er eigentlich Bürger, wurde gefragt. Und, dass Sie mal Juror in einer Castingshow waren, wurde genannt. Wie umschreiben Sie sich?

(Lacht) Ich bin ein Entertainer, das umfasst alles. Als ich klein war, fand ich Unterhaltung im Fernsehen ganz groß: von Peter Alexander und Otto beispielsweise. Die haben mich durch ihre Vielseitigkeit fasziniert. Singen, tanzen, lustig und Schauspieler sein, das hat mich fasziniert. Heinz Erhardt hat mich mit seinen Reimen beflügelt. Ich konnte mich so ebenfalls ausdrücken, meine eigene Persönlichkeit hervorbringen. Das hat übrigens dazu beigetragen, dass ich nach der Geburt des Hip-Hop einer der ersten Breakdance-Pioniere der DDR war.

Dort sind Sie ja aufgewachsen, in Potsdam. Und haben offenbar ganz eifrig Westfernsehen geguckt.

Ich habe direkt neben der Mauer gewohnt, da war der Westempfang besser als das DDR-Fernsehen. Anders als die Bürger in Dresden, die im Tal der Ahnungslosen abgeschnitten waren, waren wir besser dran. In der Show „Na sowas“ von Thomas Gottschalk habe ich übrigens das erste Mal einen Breakdancer gesehen. Da war ich elf Jahre alt. Schnipselweise habe ich Beiträge aufgenommen, die Musik aufgesogen. Zwei, drei Jahre später habe ich „Crazy Feif“ gegründet, wir waren aber nur zu zwei (lacht). Immerhin gab es eine Genehmigung, wir durften als Rapper und Beatboxer auftreten.

Heute spielen Sie unter anderem Theater. Was ist da die Gemeinsamkeit?

Dass ich auf der Bühne stehe und mit dem Publikum agiere. Vor Leuten habe ich schon während meiner Ballettausbildung im Metropoltheater, heute Admiralspalast, performt. Ansonsten ist das Theater ein neues Türchen, das vor acht Jahren aufgegangen ist. Diese Bühne hat mich für sich entdeckt.

In „Der Gangster und die Nervensäge“ spielen Sie den Berufskiller Ralph. Was ist das für ein Typ?

Ein knallharter, eiskalter Profikiller, der engagiert wurde, einen Kronzeugen auszuschalten, ehe der aussagen kann. Ralph hat die Rechnung aber ohne die Nervensäge gemacht, die sich im Nebenzimmer des Hotels einquartiert hat. Dort will der Typ sich umbringen – was aber schief geht. Ralph wird verwickelt. Die Komik in meiner Rolle liegt in der Ernsthaftigkeit (lacht).

Weil es schwerfällt, sich zusammenzureißen?

Manchmal ist das wirklich gar nicht so leicht. Je länger wir das Stück spielen, desto freier sind wir geworden. Das Stück ist wirklich sehr lustig geschrieben, dessen wird man sich manchmal einmal mehr während des Spiels bewusst.

Premiere ist bei uns ja an Nikolaus. Wer befüllt Ihren Kindern dann die Stiefel?

Das macht dann die Mama, die macht da eh viel besser (lacht). Dafür ist gesorgt, wir sprechen uns als Eltern ja ab.

Ihr ältestes Kind ist 20 Jahre alt und scheint in Ihre Fußstapfen zu treten.

Ja, mein Sohn studiert modernes Puppentheater, offenbar hat er da einiges vererbt bekommen. Wir haben auch schon zusammengearbeitet: Für ein Musikvideo mit der Band „3Berlin“ hat er sich als Puppenspieler eingebracht.

Apropos Musik: Wann hören wir wieder was von Ihnen?

Da sind mehrere Sachen geplant. Derzeit arbeite ich am neuen Album, das 2019 in die Wege geleitet wird. So wie heute üblich kommen erst einzelne Titel heraus. Ich habe wieder ein gutes Team, das hinter mir steht und ein Musikmanagement, das sich um meine Belange kümmert.

Wird bei Ihnen unterm Weihnachtsbaum eigentlich auch gesungen?

Ja, klar, das gehört dazu. Vielleicht aber eher vor dem Baum. Ob’s gut klingt, weiß ich nicht, aber gesungen wird!

Beim ESC 2016 waren Sie Pate von Jamie-Lee Kriewitz. Das ist übrigens noch eine Hannover-Verbindung.

Stimmt! Wir haben keinen großen Kontakt, was ich als gutes Zeichen werte – es scheint ihr gut zu gehen. Ich war als Mental Coach dafür da, dem zarten Seelchen ein gutes Gefühl zu geben, wenn es mal zu viel wurde. Wenn nur Schlipsträger, Plattenbosse und die Weltpresse um einen herum sind, kann das schon mal passieren. Sie war froh, dann mal einen schrägen Vogel wie mich um sich gehabt zu haben (lacht).

„Der Gangster und die Nervensäge“ läuft 6. bis 8. Dezember im Theater am Aegi – jeweils um 20 Uhr, am Sonnabend auch um 16 Uhr. Die Tickets für die Vorstellungen kosten zwischen 32 und 47 Euro und sind unter anderem in den NP-Ticketshops (etwa Lange Laube 10) erhältlich.

Von Mirjana Cvjetkovic

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