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Musik

Bruno Breitklops schlägt wieder zu

Ist der Titel „Sommerhit 2017“ noch frei? Bruno Breitklops (immer 35) und seine Käsegang grooven sich schon mal ein. „In Hannover geht das so“ ist der vierte Streich der schrillen Combo – und huldigt vor allem das Schützenfest.

Hannover. Universaler Lehrsatz des Songschreibens: Auf „Hey-Ho“ findet sich immer ein Reim. Zum Beispiel „In Hannover geht das so“. Der Mann mit Afro-Perücke und dem schrillsten Hemd aller Zeiten  ist wieder da. Bruno Breitklops (immer 35) tingelt mit Gitarre über den Kröpcke, futtert Kanzlerplatte im Bratwurst-Glöckle, heizt Passanten vor den drei warmen Brüdern in Linden ein, stimmt den Sommerhit 2017 vor den Nanas am Hohen Ufer an. „Alles was ich an der Stadt toll finde, habe ich in den Song gepackt“, sagt der Sänger. Und dazu ein Video gedreht, dass auch als Imagefilm für Hannover dienen könnte. Wenn da nicht diese schrägen Gestalten wären ...
Seit 2014 ist der Blödelmusiker („Ich esse jeden Tag ein Kilo Gouda“) mit seiner Käsegang der Garant für einen Ohrwurm. „Bämm, bämm – wir fahren zur WM“ war ein lupenreiner Fußball-Song zum Mitgrölen. Im Jahr darauf gab es die erste Hymne an seine Heimatstadt: „Ich fahre Mofa durch Hannover“, auch „Schalalala“ war 2016 eine Liebeserklärung an die Stadt – der Refrain war aber auch EM-tauglich.
Für den neuen Hit wurde diesmal sogar fünf Tage gedreht („Wetter war schwierig“) und es kam ein neuer Breitklops-Lieblingsort dazu – das Schützenfest. „Da kann man eben gut feiern“, sagt der Sänger, über den es nur vage Informationen gibt – es heißt, er sei in der List aufgewachsen und lebe jetzt in Lehrte. Beim Dreh war die Käsegang wie immer kreativ:  „Ein Junggesellenabschied wurde spontan eingebunden“, erzählt Breitklops trocken. OB Stefan Schostok (53) lief ihnen über den Weg, posierte für ein Foto, ins Drehbuch wollte er aber lieber doch nicht. Nach einem Facebook-Aufruf gesellte sich eine Frau in Einhorn-Kostüm dazu, in der Altstadt drehte ein Senioren-Pärchen im Windschatten von Breitklops Foxtrott-Figuren.
Und auch er ist wieder dabei: Comedian Pedro Prüser (46), beziehungsweise sein Alter Ego, der deutlich jüngere („wegen der Groupies“) Schlagerbarde Don Pedro. „Nach dem Mofa-Hit bin ich ja verdächtigt worden, Bruno Breitklops zu sein, weil die Figur so schräg ist“, erzählt Prüser und kichert. „Aber Bruno ist einzigartig.“ Kennengelernt haben sich die Männer mit den vielen Gesichtern beim Entdeckertag der Region. „Die Chemie hat gleich gestimmt, wenn es terminlich passt, machen wir auch gemeinsame Auftritte.“
Für den aktuellen Song schlüpfte Prüser in die Don-Pedro-Rolle, quetschte sich aber auch in ein rosa Prinzessinnen-Outfit. „Der Mann hat eben Humor“, konstatiert Breitklops. Prüser sieht in der Klamotte auch eine politische Meta-Ebene:  „Hannover ist bunt. Und gerade in den Tagen des Drehs wurde in Berlin über die Ehe für alle abgestimmt. Das passte“, interpretiert er. Was für eine Fügung, dass die Hannover-Skyline auf seiner Kopfbedeckung an die New Yorker Freiheitsstatue erinnert ...
Und was ist für Sommer 2018 geplant? „Es gibt noch viele tolle Locations für Videos“, sinniert Prüser. „Aber in der HDI-Arena oder in den Herrenhäuser Gärten müsste man erst Anträge stellen.“ Da ist es mit der Komposition von Songs mit bahnbrechenden Textzeilen wie „Ich trink auf euch und Hannover/betrunken fahr ich nicht mehr Mofa“ natürlich einfacher. „Bruno hat noch viel Käse im Kopf“, vermutet Prüser. 

Das Video gibt es hier:

https://www.youtube.com/watch?v=PtwD6uXQKjI