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Mensch-Hannover Bodo Linnemann ist die Stimme des Nachtlebens
Menschen Mensch-Hannover Bodo Linnemann ist die Stimme des Nachtlebens
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17:50 01.11.2018
Lang hat es gedauert: „Bodo spricht“ heißt das Hörbuch von Bodo Linnemann. Das Buch mit seiner Lebensgeschichte hat er bereits vor 15 Jahren veröffentlicht. Quelle: Christian Behrens
Hannover

90 Minuten, gepresst auf zwei Silberlinge: Knast, Kampen, kultige Typen. 2003 hatte Bodo Linnemann (77) bereits seine Lebensgeschichte veröffentlicht – „Ramazzotti intim“ hieß das 200-Seiten-Werk, das die Partyszene Hannovers aufmischte. Weil der Kult-Wirt nicht nur über seine kriminelle Jugendzeit, seine Sylt-Leidenschaft und die Bahnen im Fössebad auspackte, sondern auch Anekdoten über seine Stammgäste zum Besten gab. „Schon damals haben mich die Leute gefragt, ob ich nicht ein Hörbuch machen will“, erinnert er sich. Könnte an seiner knarzigen Stimme liegen, die von Nachtleben und vielen Zigaretten erzählt.

Vor drei Jahren gab er die Mini-Disco am Weißekreuzplatz ab. „Ich vermisse das Casa nicht“, sagt er heute. Das Urgestein der hannoverschen Partyszene gibt sich geläutert. „Ich bin jetzt 77, mir geht es bestens. Mir fällt die Decke nicht auf den Kopf.“ Kleine Ausflüge in die alte Branche gebe es noch – wenn er auflegt im Glitzerkeller, wenn er Heiligabend und Silvester wieder vor dem „Reimanns Eck“ seines Freundes Ekkehard Reimann (76) zum Traditionsfrühschoppen einlädt. Nur dass es keinen Casa-Nachfolger gegeben habe, schmerze ein bisschen. Die kleinste Disco Deutschlands wurde beim Ausbau des „Reimanns Eck“ geschluckt.

Aber eines habe er nun, seit er mit seiner Andrea (54) in Gehrden („da ist es so totenstill wie in einem Tonstudio“) zusammenlebe: „Jetzt habe ich Zeit“. DJ Q-Tip alias Martin Bertram (49) habe immer wieder nachgehakt wegen eines Hörbuches, Linnemann hatte als Privatier keine Ausflüchte mehr. Aber Bedenken: „Ablesen und runterleiern – das liegt mir ja nicht so“, räumt er ein. An vielen Stellen habe er die Aufnahme fünf- oder sechsmal starten müssen. „Q-Tip hat das dann zusammengefriemelt.“

Was spricht Bodo denn auf „Bodo spricht“? Der 77-Jährige holt tief Luft. „Es geht auch um meine verkorkste Jugend, ich war ja ein kleiner Gangster.“ Als er Mitte der 70er Jahre aus dem Knast kam (diverse Eigentumsdelikte), habe ihm Uli Schellmann im „Bistro“ in der Knochenhauerstraße eine Chance gegeben, engagierte ihn als Aushilfe – und als DJ. „Er hat mich zu dem gemacht, was ich heute bin. ich bin ihm immer noch dankbar.“

Noch interessanter dürften an „Bodo spricht“ aber die deftigen Geschichten aus den wilden Casa-Jahren sein. „Ich hab immer noch alles im Kopf“, sagt er mit einem typischen Bodo-Schmunzeln. Die Episoden mit Stargästen wie Grace Jones (70) und Rolling Stone Keith Richards (74) habe er für das Hörbuch natürlich ausgewählt. Aber an anderen Stellen die „Ramazzotti intim“-Vorlage überarbeitet.

„Ich hab das nach 15 Jahren zum ersten Mal wieder gelesen.“ Seine Erkenntnis: „Ui, das war damals ganz schön prollig. Im Nachtleben verroht die Sprache.“ Bei der Buchvorstellung 2003 hatte Linnemann schon selbstkritisch gesagt: „Das ist die Sprache der Nacht. Vielleicht auch die des frühen Morgens.“ Im Hörbuch seien die Texte angenehmer, jugendfrei dürften sie aber wohl immer noch nicht sein ...

„Bodo spricht“ gibt es (vorerst) in einer Auflage von 1000 Stück. Heute ab 20 Uhr wird im Videokonferenzraum des HCC (Theodor-Heuss-Platz 1-3) gefeiert. Linnemann liest ab 21 Uhr, danach ist Party mit den „Casa Dreamboys“ Wolf, Q-Tip und Vinni. Der Eintritt kostet 20 Euro (Hörbuch inklusive).

Von Andrea Tratner

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