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IMMER AUF MOTIVSUCHE: Theresa Hein schwärmt von der Schönheit Hannovers.

IMMER AUF MOTIVSUCHE: Theresa Hein schwärmt von der Schönheit Hannovers.
 © Michael Wallmüller

Rendezvous-Gast

Bloggerin Theresa Hein macht sich ein Bild von Hannover

Bloggerin, Studentin und verliebt in Hannover! Theresa Hein (21) schreibt auf ihrem Blog und bei Instagram über ihr „Hannoverlife“. Was macht diese Stadt lebenswert? Sie sprach mit der NP auch über Meinungsbildung, Digitalisierung und Politik. Am 20. Juli ist sie beim „NP-Rendezvous im Stadtpark“ zu Gast.

Hannover.  Soziale Medien können junge Menschen berühmt machen. Sie zeigen, wie sie sich schminken, durch die Welt reisen oder bei Modenschauen in der ersten Reihe sitzen. Doch bei Bloggerin Theresa Hein (21) geht es nicht um sie selbst, sondern um die schönsten Orte ihrer Heimatstadt Hannover. „Die Idee dazu bekam ich in meinem Medienmanagement-Studium. Der Instagram-Hype war vor zwei Jahren besonders groß“, erinnert sich die 21-Jährige, die den Blog „Hannoverlife“ im September 2015 gründete. „Ich habe eine Verbundenheit zu der Stadt. Auf meinem Blog und bei Instagram sieht man, was diese Stadt lebenswert macht.“ Es gibt neben Architektur, Festen, Essen auch mal Fotos von Kirchen, Bäumen und Blumen zu sehen. Eine restaurierte Häuserfassade in der Südstadt, der Emmichplatz vor der Musikhochschule, Blumen auf dem Wochenmarkt an der Lister Meile oder das Porzellan-Café in der Sallstraße – eben alles, was Theresa Hein inspiriert und an ihrer Stadt liebt.

12 600 Menschen folgen ihr inzwischen bei Instagram und es werden immer mehr. „Das hat so einen super Anklang gefunden. Ich zeige dort schöne Eindrücke und habe sehr viel Spaß am Fotografieren.“ Mit ihren Bildern will sie das Lebensgefühl der Stadt einfangen und nach außen tragen.

Sie ist in Hannover aufgewachsen, machte ihr Abitur mit 17 Jahren und studiert auch in ihrer Heimat. Inzwischen weiß sie: „Das Angebot hat einen Nerv getroffen. Menschen haben mir geschrieben, dass sie es toll finden und die Botschaft gefällt. Meine Bilder haben eine sehr bunte Bildsprache, sind farbenfroh.“

Auf ihrem Blog stehen auch ausführliche Berichte über neue Restaurants, Cafés oder Veranstaltungen, die sie besucht hat, über alle möglichen Menschen, die sie trifft. „Von meinen Followern bekomme ich auch ganz viele Tipps. Und sie wissen: Ich frühstücke wirklich super gerne“, sagt die Bloggerin und lacht. Im vergangen Jahr hat sie im Landesmuseum bei den Kulturmarketingtagen über Digitalisierung gesprochen und sie besuchte die Beautymesse „Glow“ – ihre Tätigkeiten sind vielfältig. Da passt ihr neuestes Hobby gut: die Politik. „Ich bin seit September im Bezirksrat und habe einen Studentenjob bei einem Europaabgeordneten. Das ist so spannend.“ Für diese Arbeit war sie auch schon einmal in Brüssel – und hat den Politikern über die Schulter geschaut.

Doch eigentlich ist Theresa Hein in Hannover zuhause. Soziale Medien und Digitalisierung sind aber generell ihr Thema – Meinungsbildung geht inzwischen anders. Zu ihrem Blog sagt sie: „Ich weiß, dass er sehr subjektiv ist, aber das soll er auch sein. Die Vielseitigkeit der Stadt soll man sehen. Es macht mir viel Spaß. In der Politik ist viel Bürokratie, im Studium viel wissenschaftliche Theorie – und auf meinen Blog bin ich total frei.“

Die 21-Jährige möchte das Bild von Hannover verändern, denn es gab Zeiten, in denen die niedersächsische Landeshauptstadt als hässlichste Stadt Deutschlands galt, viele halten Hannover immer noch für eine reine Durchfahrstation. „An dem Image lässt sich etwas machen. Es gibt so viel Vorzüge: Hannover liegt super zentral, die Größe ist perfekt. Wir leben hier in einem stressfreien Grün. Das Studienangebot ist gut.“

Ihr Projekt mit einem Blog und Instagram-Account bedeutet aber auch immer Arbeit. „Es ist schon anstrengend und aufwendig, weil ich dem Ganzen eine Richtung geben will.“ Immer wieder kann sie sich neu erfinden, kommt mit vielen Leuten in Kontakt. Momentan sucht Theresa Hein nach modernen Cafés. Ihre Tipps für einen schönen Tag in Hannover: Über den Engelbosteler Damm oder die Lister Meile schlendern.

Sie ist zwar viel unterwegs in der Stadt und der Region, alles hat sie aber auch noch nicht gesehen. Der „Hannoverlife“-Blog ist momentan ein Hobby, doch daran hängt ihr Herz jetzt schon – genauso wie an der Stadt Hannover.

Von Karina Hörmann