Navigation:
IHR REICH: Janina Crowder bietet im „Craft Beer Kontor“ zwischen 200 und 300 verschiedene Biersorten an.

IHR REICH: Janina Crowder bietet im „Craft Beer Kontor“ zwischen 200 und 300 verschiedene Biersorten an.
 © Frank Wilde

Craft Beer Kontor

Bierfreunde: Diese 300 Sorten sind ihr Bier

Janina Crowder hat aus der Mashsee-Brauerei das Craft Beer Kontor gemacht. In der Südstadt Hannovers bietet die 26-Jährige bis zu 300 Sorten an. Immer wieder wechselt das Angebot – ausgefallen ist es. Pünktlich zum fünften Bierfest in der Altstadt stellt die NP die junge Frau vor.

Hannover.  Ein unscheinbarer Hinterhof in der Schlägerstraße führt in das Reich von (39) in größere Räume nach Wülfel gezogen, braut jetzt am Eisenwerk „Trainingslager“ und „Beverly Pils“. Crowder, studierte Businessmanagerin, hat sich den Traum von der Selbstständigkeit erfüllt und das „Craft Beer Kontor“ übernommen. Seitdem hat sich einiges getan: „Zunächst habe ich die Bierauswahl erweitert – von 80 auf mittlerweile zwischen 200 und 300 Sorten. Ich muss teilweise aufpassen, dass es nicht zu viel wird“, erzählt sie und sprudelt vor Begeisterung. „Ich habe noch so viele Ideen.“

Im rustikal gestalteten Verkaufsraum des Kontors reiht sich Bier an Bier. Ale, Lager, Pils, fruchtig oder kräftig, hier ist für jeden Geschmack etwas dabei. Die Leidenschaft für den vielseitigen Craft-Bier-Trend möchte Crowder auch ihren Besuchern näherbringen. Wie das geht, hat sie Anfang des Jahres in einem Biersommelier-Kurs gelernt.

Reinheitsgebot: Bald auch Natürlichkeitsgebot für Craft Beer?

Neben dem Umgang mit verschiedenen Rohstoffen, wichtigen Hygienevorschriften und Wissen über den Brauprozess selbst, hat sie gelernt, wie man professionell Bier-Verkostungen durchführt: „In der Prüfung muss man blind Biere probieren, sie beschreiben und zuordnen.“ Das schärfe die Sinne.

Das Angebot geht ihr nie aus: „Gefühlt gibt es jeden Monat eine neue Brauerei. Es macht Spaß, die kennenzulernen und auszuprobieren. Ich möchte, dass die Leute in Hannover sehen, was für eine tolle Biervielfalt es gibt.“ Puristen setzen doch aber auf das 500 Jahre alte Reinheitsgebot, nach dem nur Hopfen, Malz, Hefe und Wasser in das Bier darf? „Einige Craft-Beer-Brauereien haben den Verein ,Kreativ-Brauer’ gegründet“, weiß Crowder. „Die setzen sich für eine Art Natürlichkeitsgebot ein.“ Es gebe 200 Sorten Hopfen, die Aroma mitbringen. Manche Craft-Biere bekämen durch Gewürze, Früchte oder sogar Schokolade eine besondere Note.

Frisches für den Sommer in Hannover: Zum Beispiel ein Indian Pale Ale

Von Kolja Gigla und Alexander Herold, den beiden Mashsee-Brauern, hat sie zusammen mit dem Geschäft auch die Veranstaltungsreihe „Hahndrang“ übernommen. Fast jeden Freitag lädt Crowder Brauer ein, die ein eigenes Fass mitbringen und für einen Abend den Zapfhahn übernehmen. Als nächstes ist „Buddel-
ship“ aus Hamburg am 9. Juni zu Besuch. Die Besucher kommen mit den Herstellern ins Gespräch. Janina Crowder, die ein Jahr ihrer Studienzeit in England verbracht hat, erinnert das oft an die britische Pub-Atmosphäre: „Alle unterhalten sich miteinander und haben Spaß. Man hat halt ein gemeinsames Gesprächsthema.“ Das auch die Kontor-Chefin seit einem Jahr nicht mehr loslässt: „Bier ist ein Thema, über das man stundenlang reden kann.“

Was ist ihr Favorit für die heißen Tage? „Im Sommer finde ich Sauerbiere richtig genial, schön erfrischend. Ein schönes, bitteres Indian Pale Ale zum Beispiel.“

Von Leonie Gebhard

schlägerstraße 17 hannover