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Hannover, Klatsch für Garmin im HeimW   (Foto: Frank Wilde)

Hannover, Klatsch für Garmin im HeimW (Foto: Frank Wilde)© Frank Wilde

Menschen

Bianca Döhring über ihre Zeit bei Big Brother

Den „Big Brother“-Container hat sie letztes Jahr überstanden, jetzt startet Bianca Döhring (37) auf Mallorca neu durch. Mit der NP sprach sie über das Leben im Reality-TV, das Leben danach und ihren bevorstehenden Umzug nach Spanien.

Hannover. „Es war die lustigste Zeit, aber auch die heftigste Zeit in meinem Leben“, sagt Bianca Döhring (37) - und meint damit die drei Monate, die sie letztes Jahr im „Big Brother“-Container verbrachte: „Ich habe alle Regeln über Bord geworfen und immer gesagt: Das, was da passiert, das bin nicht ich.“

Für Außenstehende ist es schwierig nachzuvollziehen, unter welchem Druck man im Container steht, glaubt Döhring. Dass sie dort mitmachte, war allerdings freiwillig: Bei der Sendung „Date my Style“ hatte sie entdeckt, wie viel Spaß ihr das Fernsehen macht. Nach mehreren Telefonaten und Castings ließ sie sich dann überreden. „Es war allerdings härter, als ich gedacht hatte“, gibt sie zu. Ständige Beobachtung, ständig mit 13 wildfremden Menschen zusammen sein. „Man gibt sein Leben an der Tür ab“, sagt Döring, „danach hat man keine Kontrolle mehr.“ Ihr als Kontrollfreak sei das schwer gefallen. Außerdem keine Uhren, immer grelles Licht, Kameras sogar auf der Toilette.

Aber die Grenzerfahrung hat sie auch positiv beeindruckt: „Man vergisst oft im Alltag, wie gut man es hat“, sagt die 37-Jährige. Die Selbstbestimmtheit des eigenen Lebens, aber auch Kleinigkeiten, wie das Handy, ihr Bett oder ihre Dusche, weiß sie jetzt viel mehr zu schätzen: „Aus dem Negativen habe ich ganz viel Stärke mitgebracht.“ Nach den drei Monaten war sie zwar „fix und fertig, aber ich dachte mir: Wenn du dieses Ding geschafft hast, was soll dich draußen noch umhauen?“

Ihr Ruf als Fitnesstherapeutin hat aber ein wenig gelitten. „Man durfte ja nicht selber einkaufen“, sagt sie. Nur wer die Spiele in der Sendung gewonnen hatte, durfte in den Supermarkt: „Und wenn dann jemand nur Süßigkeiten und Nutella einkauft - dann gibt es halt nichts anderes.“ Weil sie mit dem Rauchen aufgehört hatte, hatte sie außerdem „Kampfgewicht“, wie sie selbst sagt. Eine Nutella essende Fitnesstrainerin mit Übergewicht - das hat für einigen Spott gesorgt. Heute weiß sie, dass sie außerdem einen noch unerkannten Diabetes hatte, der ihren Stoffwechsel durcheinanderbrachte. Aber sie habe auch viele neue Kunden gewonnen, die ihre Natürlichkeit und Unverbissenheit mögen. „Ich kann gut über mich selber lachen“, sagt sie, „das muss man da drin auch können, sonst geht man kaputt.“ Immerhin blieb sie bis zum Finale in der Sendung und wurde am Ende Vierte.

Mit einem ihrer Container-Kollegen, dem Bodybuilder Christian Knospe (23), hat sie jetzt ein Rezeptbuch herausgegeben: „Mit dem habe ich mich gut verstanden, weil er auch eine Passion für Sport hat.“ Weil die beiden Contai-nerbewohner auf eine gesunde Ernährung achteten, redeten sie viel übers Essen: „Da hat sich das irgendwie ergeben.“ Im Buch finden sich einfache und schnelle Gerichte. „Gesund muss nicht lange dauern oder kompliziert sein“ ist die Botschaft, die Döhring vermitteln möchte. Gerichte wie kalte Gurken-Avocado-Suppe, Risotto mit Blattspinat oder Low-Carb-Himbeermuffins finden sich darin.

Und noch ein Projekt hat sie laufen: Gerade hat Döhring einen Song aufgenommen. „Das ist ein Funprojekt“, sagt sie - als besonders talentierte Sängerin schätzt sie sich nicht ein. „Faust hoch“ ist der Titel, er erscheint am 15. Mai. „Es geht darum, an seine Träume zu glauben und dafür zu kämpfen“, sagt sie. Damit kann sie sich sehr gut identifizieren. Wichtig ist ihr: „Ich wollte nicht in die Sparte Ballermann, wo sich ja viele wiederfinden. Die Nummer wollte ich mir nicht geben.“

Und trotzdem ist Mallorca bald ihre Wahlheimat - sie sucht schon nach einer Wohnung auf der Insel, ab heute ist sie wieder für einige Tage dort. „Ich bin ein sehr naturverbundener Mensch, ich brauche das Rauschen der Wellen“, sagt Döhring, „das ist mein Luxus. Ich brauche keinen Ferrari in der Garage.“ Sie freut sich darauf, morgens am Strand joggen zu gehen. Ihre schlimmste Vorstellung sei es immer gewesen, an einen Ort fest gebunden zu sein. Finanzieren wird sie sich erst mal über ihre Fitness-Seite im Internet. Und sie würde gern als Moderatorin arbeiten - dazu hat sie sich ausbilden lassen. „Ein Gesundheitsmagazin, oder Yoga, Reise ...“, überlegt sie. Man darf also gespannt sein, wo man Bianca „Bibi“ Döhring demnächst wiedersieht.


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