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IN GROSSBURGWEDEL: Wenn sie ihre Eltern besucht, schaut Zimmermann auch in der Eisdiele ihrer Kindheit vorbei.

IN GROSSBURGWEDEL: Wenn sie ihre Eltern besucht, schaut Zimmermann auch in der Eisdiele ihrer Kindheit vorbei.© NANCY HEUSEL

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NP Interview

Bettina Zimmermann: Entspannt in ein neues Jahrzehnt

Heute feiert sie ihren 40. Geburtstag: Bettina Zimmermann ist erfolgreiche Schauspielerin, kehrt aber oft und gern in ihre Heimat Großburgwedel zurück. Im NP-Interview sagt die Lebensgefährtin von Kai Wiesinger (48), warum sie die Zahl 40 nicht nervös macht.

Hannover. Frau Zimmermann, wissen Sie noch, was Sie mit 20 darüber gedacht haben, wie Sie mit 40 wohl sein werden?

Mit 15 dachte ich immer, dass ich später auf jeden Fall verheiratet bin, in der Nähe von Großburgwedel wohne, zwei Kinder habe und ein rotes Auto fahre. Mit 20 stellte ich fest, dass einem nach dem Abitur die Welt offen steht und dass man versuchen sollte, seine Leidenschaft und seine Träume zu leben. Ich hatte nicht mehr so konkrete Vorstellungen wie mit 15, aber ich wusste, dass ich ein kreativer Mensch bin, mit großer Leidenschaft zur Schauspielerei, und dass ich diese Kreativität unbedingt in meinem Leben brauche. Aber ich wusste auch, dass ich mit 40 auf jeden Fall eine Familie haben möchte.

Ist 40 das neue 30?

Bestimmt in einer gewissen Art. Natürlich ist man 40, aber durch die moderne Lebensweise fühlt man sich nicht so. Man hat andere Ansprüche an sich selber, ernährt sich gut, treibt Sport, man gibt mehr acht auf seinen Körper und seine Gesundheit. Anders als früher. Die klassische Rollenverteilung von Mann und Frau gibt es auch nicht mehr. Jeder kann sich verwirklichen, auch innerhalb der Familie. Das hält jung. Früher hatte man immer Bilder von 40-Jährigen im Kopf mit Rock, Bluse und dauergewelltem Haar. Auf Fotos würde man die Personen immer eher älter schätzen. Heute liegt man bei einer Schätzung des Alters meist daneben.

Ein Kompliment: Sie sehen toll aus! Wie viel Zeit, Energie und Cremes benötigen Sie für Ihr Äußeres?

Danke! Ich gebe das Kompliment gerne an meine Eltern weiter, denn die sind ja dafür verantwortlich, sie haben den Grundstein gelegt. Ich selber investiere nicht so viel Zeit für mein Äußeres. Gerade privat bin ich eher der natürliche Typ, der nicht viel Make-up trägt, eher nur Wimperntusche. Auf gute Cremes lege ich schon Wert, da meine Haut beim Drehen doch immer strapaziert wird. Genauso wie die Haare. Aber reinigen und eincremen dauert ja auch nicht lange.

Bei welchen Alltagsdingen hinken Sie - altersbedingt - möglicherweise hinterher?

Bei täglich wechselnden, sich immer wieder neu erfindenden sozialen Netzwerken. Jeden Tag kommt ein neues hinzu, das jetzt das ultimative, das angesagteste ist. Da komme ich langsam nicht mehr hinterher. Jetzt verstehe ich meine Mutter, die früher immer gesagt hat: ,Ach, das brauche ich alles nicht.‘ Sie hat zum Beispiel immer noch ihr altes Nokia 6210 und möchte kein neues Handy haben, weil sie sagt: ,Ich möchte nur telefonieren können, und ich verstehe dieses Handy. All diesen anderen Schnickschnack brauche ich nicht und werde ihn auch nicht mehr verstehen.‘

Mit Ihrem Freund Kai Wiesinger haben Sie gerade die Web-Serie „Der Lack ist ab“ gedreht. Gibt es etwas bei Ihnen, was einen neuen Anstrich gut gebrauchen könnte?

Ja, und zwar im wahrsten Sinne des Wortes! Am Eingang unserer Wohnung gibt es eine Wand, von der ein Teil einige Gebrauchsspuren aufweist. Dort gibt es nämlich morgens immer Gedrängel an der Garderobe, wenn alle drei Kinder plötzlich wie aus heiterem Himmel feststellen, dass sie zur Schule müssen, und sich gleichzeitig die Jacken und Schuhe anziehen.

In diesem Jahr steht außerdem Ihr 20-jähriges Abi-Treffen der Leibnizschule an. Sind Sie auf dem Laufenden, was Ihre Jahrgangskollegen so machen?

Teilweise. Ich bin nicht so ein Facebook-User, ma-che es mir aber gerade wegen unserer Web-Serie und dem 20-jährigen Abi-Treffen zu eigen! Da habe ich jetzt über die einen oder anderen etwas erfahren. Ich freue mich sehr auf das Treffen, da man die meisten ja wirklich seit 20 Jahren nicht mehr gesehen hat.

Großburgwedel und Hannover sind Ihre Heimat - wie oft kommen Sie noch in die Region?

So etwa alle eineinhalb Monate für ein paar Tage. Manchmal auch ganz spontan, so wie letztes Wochenende, nur für einen Tag. Ich hatte in Düsseldorf gearbeitet und bin kurzerhand am nächsten Morgen nicht nach Berlin geflogen, sondern mit dem Zug nach Hannover gefahren. Die Kinder kamen zur gleichen Zeit mit dem Zug aus Berlin, so haben wir gemeinsam ein kurzes Wochenende bei den Großeltern verbracht. Die Lage von Hannover ist ja so klasse, dass man von Hamburg, Berlin, Frankfurt oder auch Düsseldorf relativ schnell da ist.

Und wo gehen Sie dann am liebsten hin?

Meistens bleiben wir zu Hause bei der Familie und genießen uns. Ansonsten gehen wir auch mal gerne ins HeimW an der Theaterstraße. Vor Weihnachten waren wir auch das erste Mal seit 15 Jahren wieder in der Baggi - unsere Jugend! Bei einer Ü-30-Party. Da hat sich ja gar nichts verändert. Wahnsinn. Das war ein toller Abend. Ganz nach dem Motto „Back to the roots“.