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Webserie

Bei ihnen ist der Lack noch längst nicht ab

Die zehnteilige Webserie „Der Lack ist ab“ mit Kai Wiesinger (49) und Bettina Zimmermann (40) ist gerade im Netz bei „My Video“ angelaufen. Die NP besuchte das beliebte Schauspieler-Paar aus Hannover am Set in Berlin.

Hannover. Es ist ein schöner Freitag in Charlottenburg. Die Sonne scheint. An der Regensburger Straße sind Kai Wiesinger (49) und Bettina Zimmermann (40) bereits seit den frühen Morgenstunden mit Dreharbeiten beschäftigt. Zu sehen ist davon auf der Straße aber nichts – im Gegensatz zu anderen Filmen und Serien spielt sich die Entstehung von „Der Lack ist ab“ eher unauffällig ab.

„Mit 20 Leuten am Set sind wir ein echt kleines Team – aber es sind alles erfahrene Leute am Start“, erzählt der Schauspieler, der das Konzept entwickelt hat und Regie führt, der NP im vierten Stock eines imposanten Altbaus. Die Wohnung wurde gemietet und für die Serie hergerichtet – der Tisch in der Küche stammt sogar aus dem Wiesinger-Zimmermann-Haushalt. Die zwei sind ja nicht nur in „Der Lack ist ab“, sondern auch im echten Leben ein Paar.
Wiesinger, der den Tom spielt, kann kurz durchatmen. Er schnappt sich einen Kaffee und isst dazu ein Croissant. Partnerin Zimmermann dreht derweil nebenan als seine Seriengattin Hanna eine Szene für die erste Folge „Milf“.
An diesem Tag sind auch Anja Kling (45, „(T)Raumschiff Surprise“, „Das Adlon“) und Kollegin Silke Bodenbender (41, „Tatort“) mit von der Partie. In jeder Folge bekommen Tom und Hanna Besuch (auch Ben Becker, 50, war in einer Folge dabei), und es gibt immer ein neues Streitthema.

Wiesinger hat etwa drei Monate auf das Projekt hingearbeitet. Zwar wird die Serie im kleinen Kreis mit den Machern von Phantomfilm (Tac Romey und Rob van Binsbergen) sowie Magic Internet verwirklicht, aber „es ist ein qualitativ hohes Niveau, das mit Fernsehen und Kino mithalten kann“. Internetfernsehen für Leute ab 40, das war die Idee, die Wiesinger und Zimmermann erarbeitet haben: „Es geht um das Lebensgefühl der Generation über 30. Die Serie gibt einem das Gefühl, man ist mit seinen Wehwehchen und Problemen – der nachlassenden Sehkraft, dem wachsenden Bauchansatz, dem Drang, die grau werdenden Haare zu färben – nicht allein. Der Lack ist ab. Die Frage ist nur, wie ich damit umgehe.“ Das finden Tom und Hanna in jeder der zehn zehnminütigen Folgen aufs Neue heraus.

Dabei bekommt das in der Serie seit 20 Jahren verheiratete Paar wegen Kleinigkeiten immer wieder Streit: „Tom ist ein durchschnittlicher, normaler Mann, der Sachen sagt, die man manchmal besser nicht sagen sollte. Er trägt das Herz auf der Zunge und tritt in so manches Fettnäpfchen“, erklärt Wiesinger. Was wiederum der Gattin gar nicht gefalle ... Kurzum: „Es geht um Themen, die ein 20-Jähriger nicht kennt und die einen mit 40 überrollen“, meint Wiesinger.
Dann ist auch schon Schluss mit der Plauderei. Kamerafrau Birgit „Bebe“ Dierken bittet den Hauptdarsteller zurück auf seine Position. Die Frau ist Profi und gefragt in der Branche, sie hat schon bei Top-Streifen wie „Inglourious Basterds“, „Das Bourne-Ultimatum“ oder „Eat, Pray, Love“ mitgearbeitet. Eine Szene, in der Hanna mit ihren Freundinnen Sekt trinkt und Tom nach Hause kommt, wird jetzt so lange wiederholt, bis sie wie gewollt im Kasten ist.

Auch Zimmermann ist von dem Format überzeugt: „Es gibt so viel für die ganz Jungen, aber wenig für uns, die so um die 40 Jahre alt sind“, meint sie, „die Themen im Film müssen sich endlich ändern, es geht mir persönlich alles zu sehr in eine Richtung.“ Für das Projekt und Protagonistin Hanna war sie gleich Feuer und Flamme. „Die Figur liegt mir wirklich total, ich kann mich prima in sie hineinversetzen“, sagt sie. Es fällt ihr auch nicht schwer, Parallelen zum Alltag zu ziehen: „Man redet so viel über Kinder und erinnert sich plötzlich daran, wie es war, als man selbst Kind war und die eigenen Eltern so reden hörte.“

Und wie ist es, mit dem Freund zusammenzuarbeiten und auf sein Kommando zu hören? Schließlich ist er auch der Regisseur – sein Debüt!. „Wir können Privates und Berufliches bei der Arbeit wunderbar trennen. Und wenn wir wieder nach Hause fahren, haben wir auch wieder unser normales Familienleben.“ Aber erst wird mit der Crew noch die erste Folge abgedreht. Wer weiß, vielleicht gibt es nach den ersten zehn Folgen noch einen Nachschlag. Denn wir finden: Da ist der Lack noch lange nicht ab!

www.myvideo.de/serien/der-lack-ist-ab


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