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IN SEINEM BÜRO:
HC-Geschäftsführer Nico Röger 
hat hier Bilder von seinem Freund
 Ron-Robert Zieler, von 
Söhnchen Levin und seinem Zieh-
vater Wolfgang Besemer hängen.

IN SEINEM BÜRO:
HC-Geschäftsführer Nico Röger
hat hier Bilder von seinem Freund
Ron-Robert Zieler, von
Söhnchen Levin und seinem Zieh-
vater Wolfgang Besemer hängen.© Joachim Sielski

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Porträt

Bei diesem „Mänätscha“ spielt die Musik!

Seit Januar leitet er mit Michael Lohmann (50) Hannover Concerts: Nico Röger (27) ist erfolgreicher Jungunternehmer aus Baden-Württemberg, der in Hannover nicht nur Hochdeutsch gelernt hat. Die NP besuchte den Musik-Fachmann.

Hannover. Während die einen Polizist, Feuerwehrmann oder Tierarzt werden wollten, notierte Nico Röger (27) in der vierten Klasse etwas ganz Anderes auf einem Zettel: „Mänä-tscha“ stand dort in kindlicher Schrift geschrieben, dem Grundschüler war damals schon klar, dass er so etwas machen wollte wie sein Onkel Uli Roth (53). Der ist nämlich Manager der deutschen Kultband Pur um Frontmann Hartmut Engler (53) und betreibt außerdem das Konzertmanagement Live Act Music. „Ich habe mein Ziel immer verfolgt, mein Traum ist in Erfüllung gegangen: Der Job ist mein Hobby, ich liebe Musik einfach“, sagt Röger heute. Das ist auch nicht zu übersehen, als die NP den 27-Jährigen in seinem Büro am Ferdinand-Wilhelm-Fricke-Weg besucht - da ist er an der Seite von Michael Lohmann (63) Geschäftsführer bei Hannover Concerts (HC). An den Wänden hängen Konzertplakate vieler Künstler, in einer Schale finden sich Bändchen und Tickets von Konzerten, die der Baden-Württemberger besucht hat, hunderte dürften es locker sein.

2009 kam Röger als „jugendlicher Praktikant mit Späßchen im Kopf“ nach Hannover. Sein Onkel hatte ihm geraten, „mal raus in die große Welt zu gehen“. Und in Veranstalterkreisen steht unsere Landeshauptstadt eben weit oben. Sprachlich wars erst mal eine Herausforderung. „Anfangs haben mich die Kollegen bei jedem dritten Satz verbessert“, erinnert er sich und lacht. Heute ist es anders herum, seine Freunde in der Heimat mäkeln an seiner Aussprache herum: „Hör doch mal auf, Hochdeutsch zu reden.“ Und mit noch mehr hatte der junge Mann zu kämpfen: „Ich bin ein sehr kommunikativer Mensch, die Hannoveraner fand ich eher verschlossen. Anfangs war ich echt verzweifelt.“

Dieses Gefühl verflog schnell, Röger kam bei HC gut an und voran. Schnell wurden das Expo-Plaza-Festival, später Events auf der Gilde-Parkbühne sowie das Sehfest zu seinen Steckenpferden - Projekte, die der Veranstaltungskaufmann in der Jung-Abteilung von HC betreut: „Es ist quasi Aufbauarbeit von unten“, erläutert er. „Das haben wir in den vergangenen Jahren verschlafen.“ Mit Acts für jüngere Konzertbesucher holte er Stars wie DJ David Guetta (47), Dance-Hall-König Sean Paul (42) und Sunrise Avenue an die Leine. Mit Erfolg: Die N-Joy-Starshow war vier Jahre in Folge mit 25 000 Besuchern ausverkauft, auch für den 29. und 30. Mai gibts keine Tickets mehr.

Mit den Jahren fand Röger in Wolfgang Besemer († 61) nicht nur einen Chef, sondern auch einen Ziehvater, einen Mentor. „Er hat mit so viel gezeigt und mitgegeben, wir haben sechs geniale Jahre miteinander verbracht“, erzählt der Veranstalter über den Konzert-Mogul und HC-Gründer, der im Dezember ganz plötzlich nach einem Herzinfarkt starb (NP berichtete), „ich werde versuchen, sein Lebenswerk fortzusetzen, ersetzen kann ich ihn natürlich nicht. Das will ich auch gar nicht.“ Für ihn ist tröstlich, dass Besemer vor seinem Tod selbst die Entscheidung zusammen mit seinem Partner Michael Lohmann getroffen hatte, seinen Zögling in die Geschäftsführung zu holen: „Das gibt mir Kraft. Er wollte das so.“ Die beiden verband längst eine innige Freundschaft, Besemer freute sich auf das erste HC-Baby, das Röger mit seiner Lebensgefährtin Melanie Baumann (41, absolvierte schon ihre Ausbildung bei HC, eine der ersten Mitarbeiterinnen) erwartete. Levin (fünf Monate) kam wenige Tage vor Besemers Tod zur Welt. Kennenlernen konnten sich die zwei auch noch: „Wolfgang hat ihm einen Strampler mit AC/DC-Motiv geschenkt, den hat der Kleine oft an.“ Levin steht auch mächtig auf Musik: Wenn er den Hit „Cheerleader“ von Omi (28) hört, muss er immer lachen, berichtet der Papa stolz. Da fügt sich der Kleine ja früh gut ein. Aber wer weiß, vielleicht entdeckt der Sohnemann ja auch den Sport - so gings dem Papa nämlich auch: Er spielte in der Jugend der Adler Mannheim Eishockey, Position: Verteidiger. Außerdem wird ein Weltmeister Levins Patenonkel: 96-Torwart Ron-Robert Zieler (26)! „Er ist hier mein bester Freund geworden“, erzählt Röger. Und auch während des NP-Interviews hat er den Fußballer kurz am Handy: Zieler verabredet sich mit Röger nach dem Training zu einem Mittagessen in der Markthalle. Das machen die Männer oft, genau wie Golf spielen.

Bei Röger beschränkt sich das sportliche Engagement ansonsten inzwischen hauptsächlich aufs Inline-Skaten, mit Frau und Kind gehts dann um den Maschsee, „leider ist nicht mehr Zeit drin“. Und ein Plus von 15 Kilo auf den Rippen macht es dem 27-Jährigen auch nicht gerade leicht: „Ich habe aufgehört zu rauchen …“

Aber selbst dieses Problemchen wird der Manager bestimmt gut „mänätschen“, da sind wir uns sicher: Im Fitnessstudio sieht man ihn bereits öfter.


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