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AUSTAUSCH: Taal (links) empfängt Sarich in Seelze im Ring, Sarich lädt den Boxer ins Musical zu sich nach Hamburg ein.

AUSTAUSCH: Taal (links) empfängt Sarich in Seelze im Ring, Sarich lädt den Boxer ins Musical zu sich nach Hamburg ein.© Nigel Treblin

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Bei Bashiru Taal und Drew Sarich gehts Schlag auf Schlag

Bashiru Taal (29) ist eines der großen Box-Talente in Hannover. Drew Sarich (39) spielt die Kultfigur „Rocky“ im gleichnamigen Musical in Hamburg. Beim Box-Sport-Klub Seelze stiegen die beiden gemeinsam in den Ring. Die NP war beim Duell dabei.

Hannover. Ist das nur eine richtig gute Show oder hat Drew Sarich (39) wirklich so einen guten Punch wie Rocky? Auf der Bühne zeigt der Hauptdarsteller des „Rocky“-Musicals in Hamburg jedenfalls, dass er sich ebenso gut schlägt wie Sylvester Stallone (68), der die Kultfigur 1976 im ersten Film über den imaginären Boxer spielte. „Ob er es kann, werden wir gleich sehen“, sagt Bashiru Taal (29) und schmunzelt. Das Talent vom Box-Sport-Klub (BSK) in Seelze hat ein Date mit dem 39-Jährigen - und zwar zum echten Duell im Ring.

„Du bist ein Schrank! Verdammt, du wirst mich umbringen“, sind Sarichs erste Worte, als er den 1,92 Meter großen und 98 Kilogramm schweren Kontrahenten sieht. Beide müssen lachen. In der Tat sieht der Wahl-Wiener gegen den Misburger wie ein Hänfling aus. „Ich werde nicht ganz so doll zuschlagen“, verspricht der 29-Jährige. Das beruhigt sein Gegenüber, das offen zugibt: „Wir hatten zwar einen super Trainer, aber seine Aufgabe war es, uns so aussehen zu lassen, als ob wir es könnten.“ Der Schauspieler mit den raspelkurzen Haaren muss grinsen.

Was der „Rocky“-Darsteller dann allerdings im Ring zeigt, kann sich sehen lassen. Der Rechtsausleger (ist der echte Rocky auch) versteckt sich nicht, sondern gibt Taal sofort Kontra. „Das ist schon super“, kommentiert Arthur Mattheis (53). „Versuch mit dem Schritt zu schlagen und halte das Kinn nicht so gefährlich nach oben“, gibt der BSK-Trainer weiter Tipps nach der ersten Runde. Aus der gegenüberliegenden Ecke beschwert sich Taal: „Kannst du ihm das sagen, wenn wir fertig sind?“ Er lacht. Denn wirklich Sorgen vor einem K.O. muss sich der dreimalige Niedersachsenmeister nicht machen. „Schade, dass er erst vor acht Jahren angefangen hat“, bedauert Mattheis, „was er aus sich rausholt, ist phänomenal“.

Nach drei Runden steht beiden Männern der Schweiß im Gesicht, sie schnaufen vor Anstrengung. „Das hat echt Spaß gemacht. Ich wollte hier auch Feedback bekommen“, sagt Sarich. Während der Proben gab es dann so einige „halb legale Sparrings mit Kollegen und blauen Augen“. Interessant! Vor dem Engagement hatte der 39-Jährige für den Sport nichts übrig, mittlerweile hat er auch privat Spaß daran gefunden. „Den Film kannte ich natürlich“, ergänzt der Musical-Star.

Bashiru Taal bezeichnet „Rocky“ als „kleinen Grundstein. In der Wettkampfvorbereitung gucke ich mir den ersten Teil zur Motivation an“. Doch auch für Nicht-Boxer steckt einiges in der Geschichte um Rocky Balboa, findet Drew Sarich. „Ich habe durch das Musical gelernt: Sieh, wo deine Grenzen sind, akzeptiere deine Schwächen, bleib dran“. Dran bleibt auch das hannoversche Box-Talent. Sein großes Ziel: „Ende des Jahres in die Mannschaft für die erste Bundesliga zu kommen.“ Wir drücken die Daumen. Mit der Einstellung von Rocky Balboa wird er das ganz sicher schaffen.

Jana Meyer


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