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Mensch-Hannover Bator fährt voll auf den Radsport ab
Menschen Mensch-Hannover Bator fährt voll auf den Radsport ab
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00:19 18.07.2015
Fährt auf den Radsport ab: Marc Bator. Quelle: Thorsten Jander
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Hannover

Ohne Didi Thurau (60) wäre vielleicht alles nie so passiert. Es war in den 1970ern, Marc Bator (heute 42) war fünf Jahre alt. Eines Tages kam in Gehrden der Nachbar mit dem Rennrad vorbei. „Ich weiß noch“, erinnert sich der Chefsprecher der Sat-1-Nachrichten, „der Nachbar hatte ein Foto von Didi Thurau auf die Lenksäule geklebt, den mehrfachen Etappensieger der Tour de France“. Und dann durfte Bator aufs Rad, der Nachbar schob ihn die Straße entlang. „Das wird mir immer unvergessen bleiben.“

Viele kleine Erlebnisse wie diese sind es, die den Radsport für Bator zur Leidenschaft werden lassen haben. Die erste Fahrt ohne Stützräder im Alter von vier Jahren etwa („ein erhebender Moment“), die Touren von Gehrden zur Oma ins 15 Kilometer entfernte Barsinghausen („das hielt fit“). Die eigene Amateur-Rennlizenz, die er sich mit 39 Jahren zugelegt hat. Da ist es nur konsequent, dass Bator mit Partnern die Radsportmarketing-Agentur TeamVision aufgebaut hat.

„Mein Engagement im Radsport darf man natürlich nicht überbewerten“, schränkt er gleich ein. „Es ist nach wie vor die Arbeit für Sat.1, die meine Familie und mich ernährt.“ 2013 war er nach 13 Jahren bei der ARD zum Berliner Privatsender gewechselt. Was für Bator, Ehefrau Hellen (44) und die Töchter Jill (10) und Jodie (7) den Umzug von Hamburg nach Berlin mit sich brachte. „Inzwischen haben wir uns aber toll eingelebt“, erzählt Bator. Die Kinder haben neue Freunde gefunden, seine Frau und er genießen Berlin („eine der spannendsten Städte Europas“).

Und es ist eben auch der Sitz des Start-Up-Unternehmens, dessen Mitinhaber er ist. Was er mit der Firma erreichen will? „TeamVision ist auf zwei Säulen aufgebaut“, beschreibt Bator, „die eine ist das klassische Sportmarketing, dabei geht es vor allem um die Suche nach Sponsoren“. So habe er zum Beispiel Alpecin für das deutsche Profi-Radrenn-Team Giant Alpecin als Sponsor gewonnen.

Die zweite Säule des Unternehmens sei die Betreuung von Radsportlern. „Wir möchten gute, neue Talente langsam aufbauen und ins Profigeschäft führen“, erklärt Bator. „Sie zu Persönlichkeiten werden lassen, die auch stark sind in der Haltung gegen Doping.“ Für diese Sportlerberatung hat er sich in der Schweiz zum sogenannten Fahrer-Agenten ausbilden lassen, ein Zertifikat des Weltradsportverbandes UCI. Bator berät zum Beispiel Lisa Brennauer (27), die dreimal die Weltmeisterschaft im Straßenrennen gewonnen hat.

Ob er mit dem Modell Erfolg haben kann? Ob das Dopingproblem nicht zu groß ist für den Radsport? „Nein“, meint Bator, „ich denke, die Talsohle ist durchschritten. Doping ist Sportbetrug, und das wird nicht verharmlost“, stellt er klar. „Darunter hat der Radsport in der Nach-Jan-Ullrich-Ära sehr gelitten. Aber inzwischen fährt eine neue Fahrer-Generation, ich denke an Profis wie John Degenkolb oder Marcel Kittel: Die stehen für einen sauberen, für einen fairen Sport, für einen Neuanfang.“

Und Bators Karriere geht weiter. Die „Tagesschau“ hatte er verlassen, als seine Laufbahn dort „stagnierte“, wie er findet. Bei Sat.1 sollte er neben den News Unterhaltungssendungen moderieren: „Aber da sind wir leider noch nicht auf einen Nenner gekommen.“ Was Bator als Chance sieht: „Dadurch bleibt mir die Zeit, aus meiner Leidenschaft für den Radsport mit TeamVision ein weiteres, berufliches Standbein aufzubauen.“ Das ihn manchmal auch an seine alte Heimat denken lässt, etwa an „die neue Nacht von Hannover im kommenden Jahr“. Oder an Junioren-Weltmeister Jonas Bokeloh (19) aus Langenhagen, „ein Top-Talent, das mit Sicherheit eines Tages ins Profi-Lager wechselt“. Oder auch an Didi Thurau und den netten Nachbarn von früher. teamvision-mmc.de

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