Navigation:

DER JUBILAR: Erdogan Atalay feiert heute 50. Geburtstag. Der Schauspieler stammt aus Garbsen.© Archiv

|
Porträt

Atalay: Auch noch mit 50 ein Adrenalinjunkie

In der RTL-Serie „Alarm für Cobra 11“ ist er der Dauerbrenner: Seit 1996 spielt Erdogan Atalay die Hauptrolle. Heute feiert der Schauspieler seinen 50. Geburtstag. Mit der NP sprach er über das Alter, schnelle Autos und seine Heimat Berenbostel.

Herr Atalay, viele sagen ja, 40 sei das neue 30. Was ist denn dann die 50?

So eine nebulöse Zahl. Ein halbes Jahrhundert.

Was sagt Ihr Körper: An welchen Stellen ist er der eines 50-Jährigen?

Eigentlich noch nirgends. Wirklich! Es zwickt eher mal, weil ich seit 20 Jahren Action mache. Irgendwie ist es doch komisch: Als ich ein Kind war, waren die Leute, die 50 waren, für mich eigentlich schon tot (lacht). Und jetzt werde ich selbst 50 - verrückt.

Also fühlen Sie sich nicht wie ein 50-Jähriger?

Nein! Mein Vater hat immer gesagt: Wenn du deine Kindheit verlierst, lebst du nicht mehr lange. Ich habe echt keine Beziehung zu meinem Alter. Also, ich weiß, da gibt es eine Zahl. Und ja, die ist etwas höher (lacht). Wenn es dann mal anfängt, dass ich Sachen nicht mehr richtig machen kann oder langsamer werde, dann kann ich anfangen, übers Alter nachzudenken. Noch habe ich aber keine Zeit für so was.

Okay, dann genug vom Alter: Sie sind seit 20 Jahren das Gesicht von „Alarm für Cobra 11“. Wird es nicht mal Zeit für was Neues?

Nee, eigentlich nicht. Ich mag das ja, das macht mir Spaß. Klar könnte ich die Serie als Arbeit sehen. Aber bei mir ist es eine Art zu leben geworden. Die Serie hat sich in mein Leben so integriert, dass es mir einfach nur riesigen Spaß macht. Das kann ich nur jedem wünschen!

Ihre Tochter Pauletta hat Sie mal verpetzt: Sie würden ständig geblitzt. Wie viele Punkte haben Sie denn auf dem Konto?

Ich glaube, gar nicht mehr so viele. Aber ja, ich habe meinen Führerschein auch schon mal abgeben müssen. Dabei fahre ich wirklich umsichtig. Nur interessiert das die Blitzer ja nicht. Ich fahre aber wirklich nicht wie eine gesengte Sau. So was hat im Straßenverkehr nämlich nichts verloren.

Und schimpfen Sie am Steuer?

Klar, kommt vor. Aber ich vergesse nie, dass da eine Person am Steuer sitzt.

Es heißt, Sie fahren einen Maserati 3200 GT, Baujahr 1999, einen Audi Q7 und einem Spitfire Mk 3. Sonntagsfahrer sollte man Sie demnach nicht nennen, oder?

Autos sind ein Hobby von mir, leider habe ich dafür nur sehr wenig Zeit. Den Maserati könnte ich auch weggeben. Aber dieses Geräusch, wenn ich ihn in der Garage starte (macht das Geräusch nach), das ist einfach herrlich. Ich würde auch gerne Rennen fahren, aber bevor ich da Rennfahrer gefährde, lasse ich es lieber (lacht).

Ein kleiner Adrenalinjunkie, was?

Ja, total! Bei „Cobra“ ist es auch nie langweilig gewesen, mir fehlt es da an nichts. Aber ich habe Familie, das ist dann anders. Und in der Serie hänge ich ohnehin schon viel am Hubschrauber, da muss ich nicht noch selbst fliegen. Aber so ein Bootschein, das wärs. Ich habe da neulich ein Lehrbuch in die Finger bekommen, muss aber gestehen: Ich habe so gar keine Ahnung, müsste von null anfangen.

Wie oft kommen Sie eigentlich noch in Ihre Heimat, nach Berenbostel, gedüst?

Meine Mutter wohnt ja noch da, ich bin schon noch öfter zu Besuch. Und ich mag Hannover wirklich gerne. Eine Stadt, die viele leider nicht kennen. Dabei hat sie so viele schöne Ecken: den Maschsee, die Eilenriede, das Teestübchen am Ballhof. Und am Kröpcke hatte ich mal ein missratenes Date.

Und zwar?

Ich hatte mich verabredet und echt schick gemacht. Für damalige Verhältnisse! Hellblaues Hemd, gelbe Krawatte, gelbes Sakko, Collegeschuhe (lacht). Und als ich dann aus der U-Bahn hoch bin, stand ich da mit meinem Blumenstrauß inmitten von einem Pulk von Punks, es waren Chaostage. Die Polizei war gerade dabei, die Veranstaltung mit Schlagstöcken aufzulösen. Da bin ich einfach mit meinem Blumenstrauß bei den Autonomen mitgerannt, schnieke, wie ich war. Das sah bestimmt total schräg aus.

Und das Date?

War nicht da. Einfach abgesagt.

Doch nochmal zum 50.: Feiern Sie?

Weiß ich nicht genau, ich werde auf Rügen arbeiten. Es ist ja nicht so, als hätte ich noch nie eine Party gemacht. Ich werde ja auch nur einmal 49 und 51. Warum also nicht den 50. feiern?

NPVISITENKARTE

Geboren am 22. September 1966 in Hannover. Er wächst in Berenbostel auf, besucht die IGS Garbsen und macht in der Theater-AG mit. Mit 18 Jahren tritt er in „Aladin und die Wunderlampe“ im Theater am Aegi auf. 1987 wechselt er nach Hamburg und studiert dort an der Hochschule für Musik und Theater. 1996 wird er als Semir Gerkhan in „Alarm für Cobra 11“ bundesweit bekannt. Atalay hat zwei Kinder. Amira (12) spielt auch in der RTL-Action-Serie seine Tochter – Ayda. Mit seiner Lebensgefährtin Katja Ohneck hat er noch Sohn Maris (4).


Bildergalerien Alle Galerien
Anzeige
Anzeige

Bild des Tages

Werfen Sie mal einen Blick auf den Unterarm des Pflegers. So wie der sich kratzen lässt, zeigt er offenbar vollen Einsatz bei der Baby-Tiger-Aufzucht in Ungarn.

zur Galerie