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Mensch-Hannover Astrid Heyer gibt „Stubentiger“ am Steintor auf
Menschen Mensch-Hannover Astrid Heyer gibt „Stubentiger“ am Steintor auf
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17:57 09.07.2018
KUSCHELEINHEIT: Astrid Heyer betreibt seit drei Jahre das Café „Stubentiger“ in der Escherstraße. Quelle: Christian Behrens
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Hannover

Es ist nur eine Anzeigennummer bei Ebay, aber hinter der Ziffer 900757229 steckt ein Abschied, der vielen das Herz brechen wird: Astrid Heyer (53) sucht einen Nachfolger für ihr Katzencafé „Stubentiger“ in der Escherstraße. „Nach drei Jahren Dauereinsatz bin ich erschöpft. Es zeigt sich nun, dass dieser Traum zu groß für mich alleine war“, kündigt die Betreiberin von Niedersachsens einzigen Katzencafé auf ihrer Facebookseite an. „Wir sind unendlich traurig“, lauten viele der fast 900 Kommentare und Emojis der Stammgäste – die Nachricht wurde 260-mal geteilt.

Heyers Katzen machen Menschen glücklich

Im August 2015 hatte die gelernte Bankkauffrau Heyer das Abenteuer gewagt: Ein fast 200 Quadratmeter großes Lokal, in dem Kater Hiro und die Miezen Holly, Havanna, Chica und Kito das Regiment führen, gestreichelt und gekrault werden dürfen, die Gäste bei Kaffee und Kuchen mit ihrer Anwesenheit und kleinen Frechheiten zum Lächeln bringen. „Es gibt nichts Schöneres, als Menschen glücklich zu machen“, sagt Heyer über diese „sinnstiftende Tätigkeit“.

KATZEN-CAFÉ: Um die Ecke zum Steintor liegt das Café „Stubentiger“. Quelle: Rainer Surrey

Doch jetzt zieht die 53-Jährige die Reißleine. Sie war eine Einzelkämpferin – „aber das ist eine Aufgabe für zwei Leute. Mindestens.“ Zwölf bis 14-Stunden-Tage seien normal gewesen. „Ich habe unterschätzt, was Gastronomie auf diesem Niveau bedeutet.“ Denn im „Stubentiger“ gab es selbstgebackene Torten, Marmeladen, Aufstriche. Ein Konzept, das ankam – in den Herbst- und Wintermonaten ging ohne Reservierung nichts, zu groß war das Kuschelbedürfnis der Stammgäste.

Einige Interessenten haben schon bei Heyer vorgesprochen, am liebsten wäre es ihr, wenn das Lokal weiterhin ein Katzencafé bliebe: „Der Vermieter ist zwar Allergiker, ist dem Projekt aber wohlgesonnen“, sagt sie. Außerdem habe sie viel in Lüftungsanlagen, Schleusen und „Catwalks“ investiert, um den Auflagen von Gesundheits- und Veterinäramt gerecht zu werden.

Ende September nimmt Heyer die Katzen mit

Bis Ende September will Heyer noch weitermachen, dann ist Schluss. Falls ein neuer Betreiber gefunden wird, muss er sich nach neuen Miezen umsehen – „meine Katzen nehme ich mit“, betont Heyer.

Von Andrea Tratner

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