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Glänzende Aussichten: Annette Hoffmann liebt Mode und schöne Dinge.

Glänzende Aussichten: Annette Hoffmann liebt Mode und schöne Dinge.
 © Nancy Heusel

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Annette Hoffmann: Ihre Mode funkelt auch in Hannover

Erst wollte sie gar nicht in der Landeshauptstadt leben, doch jetzt liebt sie Hannover: Die russische Designerin Annette Hoffmann (34) betreibt Showrooms in Mailand und Moskau, nun möchte sie ihre edle Mode auch in Hannover an die Käuferin bringen. Die NP traf die zweifache Mutter in ihrem Haus im Sahlkamp.

Hannover.  Ihren großen Traum von einer eigenen Kollektion hat sie sich erfüllt. Doch ehe Annette Hoffmann (34) der NP bei sich zu Hause im Märchenviertel Hannovers von ihren Kreationen, Stoffen und Visionen erzählt, verschwindet sie noch mal flugs in der Küche.

„Das hier kann ich genau so gut wie designen“, sagt sie lachend, als sie Augenblicke später mit einer Art Quarkbällchen an den einladend gedeckten Esstisch zurückkehrt, sie strahlt Gastfreundschaft aus. Es duftet einfach alles gut: der grüne Tee aus dem Berliner KaDeWe, das Bircher-Müsli von Mövenpick, die hausgemachte Süßspeise, die frischen Blumen in den XXL-Vasen. „Leider habe ich nie so richtig Zeit für so etwas“, bemerkt sie und empfiehlt, den Honig aus ihrer Heimat Sotschi unbedingt zu probieren.

Annette Hoffmann ist zart – und das spiegelt sich in ihrer Mode wider: Die Stoffe, die sie für ihre festliche Haute Couture verwendet, sind aus Samt und Seide, Handstickereien, Pailletten und Strass lassen die Kleider verspielt erscheinen. Alles ziemlich französisch angehaucht, kein Wunder, „ich bin Frankreich sehr verbunden“, erklärt die 34-Jährige. Ihre Wurzeln hat sie aber weit weg von der Grande Nation: Sie wurde in der Olympiastadt Sotschi geboren, doch mit 17 Jahren geht sie nach Moskau. Dort absolviert sie ein Studium zur Zollbeamtin, „mein Vater wollte, dass ich etwas Richtiges lerne.“ Bei der Frage, wie lange sie in dem Beruf schließlich gearbeitet hat, muss sie lachen: „Nicht einen Tag!“ Viel zu stark fühlte sie sich zu ihrer eigentlichen Berufung hingezogen – der Mode.

„Schon von klein auf habe ich es geliebt, mich mit meinen Anziehpuppen zu beschäftigen“, erinnert sich die Blondine mit dem peppigen Pixie-Schnitt. In der ersten Klasse hat sie quasi ihre erste Kollektion entworfen, „Röcke im Lambada-Stil“, beschreibt sie den Entwurf. Die sind im Laufe der Jahre sehr viel erwachsener geworden, nicht zuletzt, weil die talentierte Frau das Handwerk am renommierten Central Saint Martins College of Art and Design in London gelernt hat – zu den Absolventen gehören Weltstars in Sachen Mode wie Stella McCartney (46), Alexander McQueen († 40), Zac Posen (37) und John Galliano (56)! Und auch Hoffmann fasst in der Branche schnell Fuß, bringt beim Label „Ofera“ zwei Kollektionen auf den Markt, trennt sich dann aber von ihrer Geschäftspartnerin Oxana Fedorova (39, war mal Miss Universe). Bei der Fashion Week in Moskau präsentiert sie schließlich ihre eigenen, von Natur, Menschen und Reisen inspirierten Entwürfe, das Feedback überwältigte sie.

Seitdem betreibt die zweifache Mutter (in dem Haus im Sahlkamp sind Spuren des Familienlebens nicht zu übersehen: Bobbycars, Puppenwagen, Spielzeug ihrer Kinder Jana, 6, und Mark, 3) in der russischen Hauptstadt und in Mailand einen Showroom für Käufer aus aller Welt, außerdem vier Concept Stores (konzeptionelle Mischung aus Warenhaus und Boutique). Und das könnte sie sich auch für ihre Wahlheimat Hannover vorstellen – obwohl sie nie hierher wollte. „Ich wollte in Moskau bleiben, bin dann der Liebe wegen gekommen“, erzählt sie von der Zeit, als sie mit dem ersten Kind im achten Monat schwanger war. Mittlerweile liebt sie Hannover: „Zwar ist die Stadt nicht so groß wie Moskau, dafür aber auch nicht so stressig.“ Hoffmann ist alle zwei Wochen in Russland, die Zeit in der Landeshauptstadt (sie mag das Rathaus und den Opernplatz besonders) und zuhause genießt sehr, empfindet den Ort genau richtig für ihr Familienleben. Mode bleibt das i-Tüpfelchen in ihrem Leben, „und deshalb möchte ich hier auch meine Sachen präsentieren.“ Und zwar nicht nur wie zuletzt bei einer exklusiven Modenschau im „Tresor“ in Isernhagen-Süd, „sondern in einem richtigen Modegeschäft.“

 

Von Mirjana Cvjetkovic


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