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Hannover - Raschplatzhochbrücke; Andora, Georg Klaus Architekt , Christof Stein-Schneider (Foto: Mast)

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Hannover

Andora im All: Er versteigert Weltraum-Schätze

Vor 22 Jahren bemalte Pop-Art-Künstler Andora eine russische Protonrakete, die wenig später ins All flog. Damals kam er in den Besitz von wertvollen Objekten aus der sowjetischen Raumfahrtgeschichte, am 13. September werden sie versteigert.

Hannover. „Es war das größte Ereignis meines künstlerischen Lebens“, sagt Pop-Artist Andora (56). Es war ein großer Wurf. Und er ging richtig hoch hinaus! 1992 bemalte der Künstler, der elf Jahre lang ein Hannoveraner war und heute wieder in seiner alten Heimat Berlin lebt, eine russische Protonrakete. „Nach wie vor bin ich damit der einzige Künstler, der seine Kunst ins All geschossen hat“, sagt er. Sein Werk dürfte heute nur noch in Fragmenten durch den Weltraum taumeln oder aber vollständig verglüht sein. Es war Kunst für den Moment, es hat seine Aufgabe erfüllt.

Und dennoch ist vieles geblieben: Denn Andora kam durch die damalige Aktion und die dadurch entstandenen Kontakte zu Kosmonauten und Ingenieuren in den Besitz wertvoller Objekte aus der so-wjetischen Weltraumgeschichte. Und die kommen am 13. September unter den Hammer, ab 18 Uhr werden sie in einer Live-Auktion bei „www.auctionate.de“ versteigert.

„Die Sammlung gehört nicht mir, sondern der ganzen Welt“, sagt der Pop-Art-Künstler: „Ich bin nur der Verwalter gewesen, der Archivar.“ Zum Teil wusste er bis vor wenigen Wochen selbst nicht, was für Schätze in den Kisten lagerten. Bis die Experten des Auktionshauses anrückten, um die Objekte für die Auktion zu dokumentieren und zu bewerten.

„Ich habe da offensichtlich wirkliche Dramen in der Hand“, erzählt Andora. Etwa den Brief, in dem der damalige sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow († 77) den noch heute in Russland als Volkshelden verehrten Juri Gagarin († 34) zum Kosmonauten ernannte. „Es ist die Sensation der Auktion“, sagt Andora selbst. Denn nur wenig später wurde Gagarin als erster Mensch im Weltraum gefeiert.

Ein von Gagarin signiertes Fragment der „Wostok 1“, mit der er damals diesen Flug unternahm, findet sich auch in Andoras Fundus - neben druckdichten Raumanzügen für Weltraumhunde, Fotos aus dem All und Teilen von Original-Kosmonautenausrüstung.

Das Projekt „Andora in Space“ wurde damals von der Zigarettenmarke West gesponsert, Andora schätzt heute, dass alles zusammen etwa zwölf Millionen Euro gekostet habe. Es war Geld, das die russische Raumfahrt damals gut gebrauchen konnte. Doch die Menschen, mit denen der Künstler damals zusammengearbeitet habe, hätten weiter am Existenzminimum gelebt - trotz ihrer Leistungen. „Sie haben mir damals kostbare Dinge angeboten, um sich den Lebensunterhalt zu sichern. Ich habe versucht, praktische Lebenshilfe zu leisten“, sagt Andora, „deshalb habe ich nie gefeilscht, sondern immer nur gefragt, was sie dafür haben wollen.“

www. auctionata.de/themen/space