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Mensch-Hannover Alina Zimmermann bietet der Nordstadt eine Plattform
Menschen Mensch-Hannover Alina Zimmermann bietet der Nordstadt eine Plattform
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19:00 13.09.2017
HERZENSSACHE: Alina Zimmermann in den Räumen, die sie für „Was mit Herz“-Projekte zur Verfügung stellen will. Quelle: Wilde
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Hannover

Die Nordstadt geht Alina Zimmermann (26) unter die Haut: Die Postleitzahl 30167 trägt die Gastro-Durchstarterin als Tattoo auf dem rechten Unterarm, auch das Logo ihres neuen Projektes „Was mit Herz“ ziert die Ziffern-Kombination. In einem Hinterhof in der Windthorststraße hat sie seit einigen Monaten Büro und Produktionsküche für Caterings, das Bistro „Lieb.es“ am Engelbostler Damm und das „Love it healthy“ in der Niki-Promenade (die Filiale in der Osterstraße ist wieder geschlossen). Nun gehören zu ihrem Reich in der Windthorststraße auch 200 Quadratmeter im Obergeschoss – doch die will sie teilen. „Hier ist Platz für Kreativität“, sagt sie.

Freitag startet das Crowdfunding

Erstmal ist hier aber noch Platz für Bauschutt und abgespachtelte Uralt-Tapeten. Die vier Räume, die Zimmermann günstig anmieten konnte, müssen grundsaniert werden. Das macht die Unternehmerin mit Bordmitteln – und Crowdfunding. Auf der Plattform Startnext beginnt am 15. September die Sammelaktion. „Wir brauchen 30 000 Euro, um die Räume nutzbar zu machen“, sagt sie. Ende des Jahres soll es losgehen.

Aber womit eigentlich? „Wir sind da ganz offen. Wir wissen nicht, was passiert. Wir hoffen, es wird etwas Schönes“, sagt die umtriebige 26-Jährige, die betont, das „Was mit Herz“ nicht ein weiterer „Co-Working Space“ werden soll. „Wir wollen hier keine Schreibtische und Bürostühle.“ Aus dem größten Raum soll ein Tanzsaal mit Spiegeln werden, im lichtdurchfluteten Zimmer mit den großen Fenstern könnte Klangschalenmeditation oder ähnliches stattfinden, es gäbe Platz für Lesungen, Vorträge, Handarbeitskurse. Hauptsache nachhaltig, menschlich, regional.

Die Einnahmen sollen die „Was mit Herz“-Miete decken

„Wir nehmen zehn Prozent der Einnahmen des Veranstalters, um unsere Mietkosten zu decken“, kalkuliert Zimmermann, der es bei dem Projekt nicht um große Gewinne geht. Sie hat höhere Ziele: Ihr geht es um ein Netzwerk für die Nordstadt, eine starke Gemeinschaft, von der alle profitieren, deren Teilnehmer sich gegenseitig inspirieren können.

Die Nordstadt, in der sie seit acht Jahren lebt, sei dafür genau der richtige Ort. „Hier begegnet man sich nachbarschaftlich“, findet sie. Ihr Mitstreiter Marlo Zirr (29) hofft, dass der Ort für Herzensangelegenheiten sich von selber entwickelt: „Hier ist Potenzial für die Nordstadt. Und das Viertel hat was davon. Wir geben nur die Start-Energie.“ Denn viele Menschen mit guten Ideen würden beim Start eines Unternehmens das finanzielle Risiko scheuen.

Christian Rach prophezeit große Zukunft

Zimmermann selbst ist einst volles Risiko gegangen: Im März 2015 eröffnete sie in der Niki-Promenade „Love it healthy“, Unterstützung bekam sie von TV-Experte Christian Rach (60), der für ein ZDF-Format Existenzgründern unter die Arme griff. Von Zimmermanns Konzept war er so überzeugt, dass er damals prophezeite: „Das hat Zukunft.“ Sein Rat an die ehemalige Bankangestellte: möglichst schnell expandieren.

BEGEISTERT: TV-Koch Christian Rach half Alina Zimmermann 2015 bei der Gründung von „Love it healthy“. Quelle: Heusel

Zimmermann hat sich daran gehalten, beschäftigt inzwischen 45 Mitarbeiter und arbeitet daran, „Strukturen zu schaffen – wir sind ja selber noch ein Start-up“, räumt sie ein. Mit Rach hat sie immer noch regelmäßig Kontakt, „Was mit Herz“ hat sie ihm aber noch nicht vorgestellt. Ob er dafür wohl auch ein Herz hätte? Wer sich informieren will, klickt hier zur Homepage.

Um ihr Projekt vorzustellen haben Zimmermann und ihre Mitstreiter auch ein Video gedreht.

Von Andrea Tratner

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