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Mensch-Hannover Alina: So selbstbewusst ist die deutsche Adele
Menschen Mensch-Hannover Alina: So selbstbewusst ist die deutsche Adele
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14:31 16.04.2018
Powerfrau und Power in der Stimme: Alina Quelle: Nancy Heusel
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Hannover

In diesen Tagen schont sie sich. Insbesondere die Stimme. Die braucht Alena Wichmann („Ich habe die 30 überschritten“) nämlich. Die Künstlerin geht in der nächsten Woche auf Tour, am 22. April ist sie bei uns im Pavillon. „Ich versuche, mich re­gelmäßig zu bewegen und mir gute Dinge zuzuführen“, sagte die Powerfrau mit der Powerstimme neulich der NP im Medienzentrum – es ist ihr erster Hannover-Besuch überhaupt.

„Ich weiß, dass Lena Meyer-Landrut aus Hannover kommt. Mehr leider gar nicht“, offenbart die Frau mit den großen, grünen Augen. Ihre Interviewreise anlässlich der siebentägigen Tour durch die Republik war ja schon mal ein Anfang. „Ich bin etwas phlegmatisch, will aber unbedingt mehr reisen“, so die Sängerin, die aus dem Schwarzwald stammt und sich als Wahlheimat das bunte Berlin ausgesucht hat.

In Hannover stellt sie ihre Platte vor

Alina (sie nennt sich immer ohne Nachnamen) freut sich darauf, ihre deutschsprachigen Songs, die sie im Oktober auf dem Album „Die Einzige“ veröffentlicht hat, dem Live-Publikum zu präsentieren – auch wenn sie sich dafür zurücknehmen muss: „Nicht so viel saufen und Rock ’n’ Roll machen“, hat sie sich für die Zeit vorgenommen, „was ein bisschen schade ist.“ Sie lacht: „Ich will ja, dass die Leute die Platte hören und ich sie singen kann.“ Ge­sundheitlich gesehen keine Selbstverständlichkeit, diese Erfahrung musste Alina leider schon machen – eine Stimmband-OP im Jahr 2014: „Ich war mal an einem Punkt, in dem ich es übertrieben habe: rauchen, trinken, viel singen, viel mit Infekten auftreten. Meine Stimme hat sich irgendwann gewehrt und gesagt: Jetzt habe ich keinen Bock mehr.“

Inzwischen ist Alina wieder fit und hat ihr Album nach sechs langen Jahren endlich auf den Markt gebracht: „Es ist der Hammer! Ich habe so lange darauf hingearbeitet, und jetzt ist die Platte genau so, wie sie sein musste.“ Die Dame ist so fasziniert von dem Silberling, dass sie hin und wieder in Kaufhäuser geht und nachsieht, ob die CD immer noch dort steht: „Meistens kaufe ich dann auch eine, ohne kann ich nicht rausgehen.“ Sie ist fröhlich, vereinnahmt auf positive Art. Dabei hatte sie es nicht immer leicht – im wahrsten Sinn: „Ich hadere auch mit mir“, sagt sie, „das liegt daran, dass ich in dieser Gesellschaft aufgewachsen bin.“

Die deutsche Adele

Alina spielt auf ihren Körper an, der eben nicht dem einen Topmodels entspricht. „In den 90ern gab es niemanden, der so aussieht wie ich“, resümiert sie ihr Teenie-Dasein. Wenn sie shoppen gehen wollte, gab es die Kleidung nicht in ihrer Größe. „Das ist scheiße, tut weh, ist gemein und knallhart“, fasst sie das Gefühl zusammen, stigmatisiert worden zu sein. Heute modelt sie – Mode ist ihre große Leidenschaft – und wird für Modestrecken von „Curvy“-Magazinen gebucht. Selbstliebe und Selbstachtung sind ihr Schlüssel zum Glück. „Da sind wir gesellschaftlich aber noch nicht: Es wird einem suggeriert, dass alles, was von der Norm abweicht, falsch ist“, kritisiert Alina den Umgang vieler Menschen miteinander.

Eine, die so ähnlich ist wie sie, hat seit Jahren einen Wahnsinnserfolg – die britische Sängerin Adele (29). Nerven sie Vergleiche? „Manchmal schon“, antwortet sie. Sie versteht aber, woher die kommen, „es gibt schlechtere“. Unterm Strich findet sie es „einfach nur krass. Sie ist eine unfassbare Künstlerin, ich bin selbst Fan.“ Die Musikerin betont jedoch, dass sie sich die Nebeneinanderstellung nicht auf die Fahnen schreibt: „Denn das, was ich künstlerisch und musikalisch gesehen mache, ist selbstständig.“ Mal abgesehen davon, dass Alina auf Deutsch singt, sind ihre Songs fast durch die Bank autobiografisch. Reaktionen auf ihr Lied „Die Einzige“ bestärken sie, so weiterzumachen: „Viele haben mir gesagt, dass es ihnen Halt gibt und sie sich verstanden fühlen.“

Alina tritt am 22. April um 20 Uhr im Kulturzentrum Pavillon auf. Tickets kosten 28,80 Euro. Sie sind in den NP-Ticket-Shops (etwa Lange Laube 10) oder unte­r­ ­neuepresse.tickets.de erhältlich.

Von Mirjana Cvjetkovic

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