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WILL ANDERE SEITEN ZEIGEN: Alex „Honey“ Keen arbeitet an seinem Image.

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 © Nancy Heusel

NP-Porträt

Alexander „Honey“ Keen will sich neu erfinden

Breites Grinsen, überhebliches Auftreten, merkwürdige Sprüche: So kennt man Alexander „Honey“ Keen (34), seitdem der Frankfurter im Fernsehen auftauchte und im „Dschungelcamp“ polarisierte. Nun will das TV-Sternchen DJ werden und andere Seiten seiner Persönlichkeit zeigen. Die NP traf ihn im Brauhaus Ernst August – bei einem kleinen DJ-Praktikum.

Hannover.  Es ist schon ziemlich verwunderlich, mit Alexander „Honey“ Keen (34, eigentlich ja Kühn) zusammenzusitzen und ihn Worte wie „Taktgefühl“ und „harmonisch rüberbringen“ sagen zu hören. Der Typ, der spätestens seit seinem Aufenthalt im „Dschungelcamp“ wegen seiner sehr überheblichen Art die Fernsehnation gespalten haben dürfte wie kaum ein anderer zuvor, erzählt zwar nur von Musik, aber irgendwie ist es doch komisch.

Dass wir uns darüber verwundert zeigen, wundert ihn wiederum überhaupt nicht: „Honey ist eine Kunstfigur, die es eigentlich gar nicht gibt. Mit Alexander Keen hat das vielleicht gerade einmal fünf Prozent zu tun.“ Das, was der 34-Jährige in TV-Shows wie „Germany’s next Topmodel“ (da wurde er 2016 als Freund von Teilnehmerin und Gewinnerin Kim Hnidzo, 21, bekannt) und dem RTL-„Dschungelcamp“ von sich gegeben hat, ist eben „ein bisschen wie Theater. Das ist Showbusiness.“ Und zum Geschäft von Keen gehört jetzt mit Ricky Pinto Fernandes (55) ein neuer Manager und das Vorhaben, in der Musikbranche durchzustarten – mit zwei eigenen Songs und einer neuen Karriere als DJ. In Hannover hat sich Honey dafür von einem handwerkliche Fertigkeiten beibringen lassen, der auch schon Bachelor Paul Janke (35) in Sachen Musik am Mischpult auf Vordermann gebracht hat – Engin Volling (33). „Er ist begabt und macht sich sehr gut“, urteilt der DJ, der seit Jahren im Zaza und im Brauhaus Ernst August die Partymeute zum Ausrasten bringt.

Alexander Keen hat jedenfalls vor, „mehr von mir zu zeigen“. Denn das, was wir bislang von ihm zu sehen und vor allem zu hören bekommen haben, „war ein Bild, das die Produktionsfirmen gezeichnet haben. Ich brauche ja gar nichts zu tun und trotzdem wird über mich geschrieben.“

Davon hat der Frankfurter profitiert: Er wurde vom Nebendarsteller in „Germany’s next Topmodel“ zum Dschungel-Kandidaten – und das in nur zwei Monaten. „Ich kann mich jedenfalls nicht erinnern, dass jemand dort so schnell mitgemacht hat, der nicht bekannt war.“ Der Gefahr, dass in der Realityshow ein Image geschaffen und bestimmte Effekte hervorgerufen werden könnten, war er sich bewusst, „das ist halt so“. Jetzt will Keen nur noch bei hochwertigen Formaten mitmachen und Trash-TV-Sendungen den Rücken kehren, „die haben keine Relevanz mehr“.

Außerdem will er weiter in seinem Marketingjob arbeiten, neben der Selbstständigkeit brauche er auch eine gewisse Regelmäßigkeit. Die könnte so aussehen, dass er demnächst vor 50 Geschäftsführern einen Vortrag hält. Thema: der Umgang mit den Medien. Da weiß „Honey“, wovon er spricht. Auch in den sozialen Netzwerken bekommt Keen keine Komplimente, es hagelt gerne mal einen Shitstorm, Beleidigungen sind keine Seltenheit. „Die Realität draußen ist aber eine andere“, beteuert der Vater eines Neunjährigen, „da ist das Feedback zu 99 Prozent positiv.“

Es könnte ein langer Weg werden vom verhassten Mann, der polarisiert, zum Medienliebling. „Kleine Kinder wissen doch auch, dass Zauberer nicht wirklich zaubern können“, wagt er den Vergleich, dass nicht alles stimmt, was man im Fernsehen sieht. „Trotzdem wissen die Leute oft nicht, dass es Fiktion ist.“ Keen muss sich gar nicht mal bemühen, freundlich zu wirken, im Gespräch im Brauhaus ist er es. Das was er sagt, ergibt Sinn, man merkt, dass er seine beiden Bachelor-Studiengänge mit der Note Eins abgeschlossen hat. Vielleicht würde es ih m einfach besser zu Gesicht stehen, genau diese Seite herauszukehren – so verkehrt ist die nämlich nicht.

Von Mirjana Cvjetkovic