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Alexa Fezer

Alexa Feser

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NP-Interview

Alexa Feser über Hannover, ihre Tournee und den Echo

Wie soulig ihre Stimme ist, hat sie gerade beim ESC-Vorentscheid in der TUI-Arena unter Beweis gestellt. Mit dieser Gabe brachte es Alexa Feser (35) bis ins Halbfinale. Über das, was danach geschah, der skurille Abgang von Andreas Kümmert, möchte sie lieber schweigen. Und mit der NP über Hannover, ihre Tournee und die Echo-Nominierung sprechen.

Frau Feser, der März ist auch irgendwie Ihr Hannover-Monat. Erst haben Sie beim Vorentscheid für den ESC mitgesungen, nun steht ein Konzert im Capitol an. Irgendwie sind es doch Heimspiele, oder?
Ich erzähle ja sonst eigentlich überhaupt nichts Privates, aber das verrate ich gerne: Ich kenne Hannover, meine Familie mütterlicherseits kommt nämlich aus Lohnde! Ich war früher viel mit meinem kleinen Fahrrad an der Leine unterwegs (lacht), verbrachte während meiner Kindheit viel Zeit hier. Was das Konzert angeht: Mal gucken, ob der Laden voll wird, das Capitol ist ja riesig!

Glückwunsch übrigens zu Ihrer Echo-Nominierung! Wer hat es Ihnen wann mitgeteilt?
Danke, das war der Plattenchef persönlich! Ich hatte irgendwie mit etwas anderem gerechnet, der war so ernst am Telefon und sagte nur: Ich muss Dir was sagen. Dann kam er mit dem Echo um die Ecke und ich dachte, er verarscht mich (lacht). Ich war sowas von überrascht.

Sie sind ja unter anderem mit Annett Louisan und Ina Müller nominiert. Fluch oder Segen?
Ich freue mich voll, die beiden zu sehen! Ich habe Annett auch gleich geschrieben. Wir vermuten, dass Ina das Ding absahnen wird. Aber wir klauen ihr den Preis dann auf der Aftershow-Party (lacht). Das wird ein Abend voller Überraschungen. Eine Ehre, mit Ina in einer Kategorie nominiert zu sein.

Ina Müller kennen Sie ja schon länger.
Ja, sie hat mich bei der Veröffentlichung meines Albums „Das Gold von morgen“ in ihre Sendung Inas Nacht eingeladen. Seit dem sind ganz viele auf mich aufmerksam geworden, die Show hat mir sehr viel eingebracht. Es gibt eben nicht viele Formate, in denen man sich so präsentieren und live spielen kann.

Nervt es Sie, wenn ich sage: Von der Background-Sängerin zur Frontfrau?
Ich war ja nicht nur Backgroundsängerin! Ich habe Zeitungen ausgetragen, war Flugbegleiterin und bei einer Fruchtmesse als Weintraube verkleidet rumgelaufen. Ich habe mir aber immer gesagt, wenn du mit 40 immer noch so auf Fruchtmessen rumläufst, dann musst du dir was Solideres für den Lebensunterhalt suchen. Aber ich war schon immer wie Peter Pan, nämlich davon überzeugt, dass es mit der Musik funktionieren wird.

Was ist der Vorteil, erst mit Mitte 30 durchzustarten?
Die Zeichen der Zeit sind ganz andere, ich mache nichts Konstruiertes. Mit Anfang 20 hätte ich das alles so nicht parat gehabt. Jetzt weiß ich viel mehr über mich, vor allem, was ich nicht will. Heute weiß ich auch, dass es jederzeit anders kommen kann und ich mich nicht von der Musik ernähren kann. Das ist nicht der Normalfall, dessen bin ich mir bewusst. Früher hatte eine ganz andere Vorstellung von Karriere. Heute weiß ich: Publikum muss man sich erspielen.

Warum haben Sie sich für deutschen Gesang entschieden?
Da gab es gar keine Entscheidung! Es war klar, dass ich das mache, was ich spreche und fühle. Plausibler wäre doch zu fragen, warum ich nicht auf englisch singe (grinst). Ich finde es sehr schön, mit der Sprache zu arbeiten, die mir zur Verfügung steht.

Sind Sie eigentlich aufgeregt, immer öfter vor Live-Publikum zu singen?
Es ist eine ganz andere Herausforderung als im Studio. Da ist man ja introvertiert wie unter einer Glasglocke, hat alle Möglichkeiten, etwas zu revidieren. Das geht live nicht, da kann man nicht schummeln, da gibt es die nackte Wahrheit. Das ist auch gut so. Die emotionale Komponente zwischen den Zuschauern und mir ist der Wahnsinn, das wusste ich so gar nicht. Ich muss aufpassen, nicht süchtig nach Tourneen zu werden (lacht).

Alexa Feser spielt Donnerstag (12. März) im Capitol. Karten kosten 24 Euro.