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© Rainer Droese

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Training

Aber sicher! 96-Legende voll in der Spur

Bremsen, wenn es glatt ist, ausweichen, wenn es brenzlig wird: Diese Gefahrensituationen für Autofahrer übte 96-Stürmerlegende Dieter Schatzschneider (56) gestern beim ADAC. Die NP war beim Fahrsicherheitstraining dabei.

Hannover. „Wahnsinn, oder? Ich kann bei Tempo 90 eine Vollbremsung machen und dabei die Hände in die Luft heben!“ Das machte Dieter Schatzschneider (56) dann auch - und zwar, ohne die Kontrolle über den VW Golf, den er gestern über das Fahrsicherheitsgelände des ADAC steuerte, zu verlieren: „In den Autos steckt heutzutage so viel drin! Das wusste ich alles gar nicht. Früher wäre man aus der Kurve geflogen.“

Dann kann es ja nicht das Schlechteste gewesen sein, dass die Stürmerlegende von Hannover 96 ein achtstündiges (!) Training absolviert hat. Und noch einer wird sich freuen: 96-Präsident Martin Kind (70). Den „Chef“, wie ihn Schatzschneider nennt, chauffiert er nämlich immer zu den Auswärtsspielen, und das schon seit mehr als zehn Jahren. „Das läuft auch immer gut“, so Schatzschneider, „außer wenn wir verlieren.“ Dann kann es schon mal passieren, „dass ich mir einen Porschefahrer suche und jage“, sagt er und lacht. Der „Chef“ muss dann aber schlafen - jedenfalls darf er es nicht mitkriegen, witzelt dessen Freund und Chauffeur.

Aber im Ernst: Schatzschneider (bisher unfallfrei) nimmt die Sache mit dem Fahrtraining sehr ernst, „ich fahre ja auch immer andere Autos“. Wenn es nicht sein privater Jaguar oder der SLK ist, dann gondelt er im Firmengolf durch die Gegend - oder eben mit den Autos vom „Chef“. Und wenn der zum Treffpunkt (meist Hotel) vorfährt, freut sich Schatzschneider am meisten, „wenn er mit dem Audi S8 kommt“. Grinsen. „Ein Super-Gefühl ist es, in dem zu sitzen“, schwärmt er, „diese 550 PS, Wahnsinn. Damit lässt sich jede Gefahrensituation meistern.“

Fahrsicherheitstrainer Detlef Kehe (59) hat dem 56-Jährigen gestern ohnehin bestätigt, dass der Mann, der seit 1978 den Führerschein hat (erstes Auto war ein Mercedes 200 für etwa 12 000 Mark), das kann: „Er fährt sehr übersichtlich und exakt, macht mit dem Auto, was machbar ist.“ Zum Beispiel Bremsungen bei Tempo 30, 50, 70, Ausweichübungen und Bremsmanöver bei Glätte. Vorbildlich ist wohl auch sein Fahrverhalten allgemein - in zehn Jahren ist Schatzschneider nur einmal geblitzt worden, da war er auf der Autobahn 35 Stundenkilometer zu schnell: „Da habe ich einmal Gas gegeben ...“

Das kann er ja in Zukunft weiter machen (bitte ans Tempolimit halten!), wenn er mit Kind quer durch die Bundesliga-Republik unterwegs ist - und dem „Chef“ sein neues Können präsentiert: „Ich freue mich schon darauf, bei Tempo 90 zu bremsen und die Hände nach oben zu reißen!“