Navigation:
VIELVERSPRECHEND: Kulturdezernent Harald Härke bei der Begegnung mit Marie-Luise Marjan.

VIELVERSPRECHEND: Kulturdezernent Harald Härke bei der Begegnung mit Marie-Luise Marjan.
© privat

Schauspielerin will hier lesen

Marie-Luise Marjan fährt ab auf Hannover

Dieser Kontakt ist vielversprechend: Kulturdezernent Harald Härke traf auf der Pferderennbahn Schauspielerin Marie-Luise Marjan. Sie will in Hannover lesen.

HANNOVER. Es war ihr erster Besuch in der Region Hannover – aber es soll nicht der letzte gewesen sein. Schauspielerin Marie-Luise Marjan (77) hat den 150. Geburtstag des Hannoverschen Rennvereins auf der Bult für neue Kontakte genutzt. Sehr angeregt unterhielt sich die als „Mutter Beimer“ aus der Lindenstraße bekannt gewordene Kölnerin mit Kulturdezernent Harald Härke (63).

Dabei ging es weniger um Pferde oder Wetten als um die Lust am Lesen. Mit ihrer Biografie („Ganz unerwartet anders: Ich suchte meinen Vater und fand eine Großfamilie“) hat sich Marie-Luise Marjan einen neuen Kreis von Fans erschlossen. Spannend und sehr bewegend schildert sie, dass sie erst als 16-Jährige erfuhr, dass sie nicht das leibliche Kind ihrer Eltern war. Ihre Mutter, die von ihrer Familie verstoßen worden war, hatte sie in ein Heim gegeben. Ein älteres Ehepaar adoptierte die gebürtige Essenerin, ohne ihr davon zu erzählen.

Mit der Geschichte ihres Lebens geht Marie-Luise Marjan auf Lesereisen – vielleicht bald nach Hannover. Ihre wunderbar warmer Stimme hat sie schon in den Animationsfilmen Shrek 2 und Shrek 3 der Königin Lillian geliehen. Im englischen Original fiel Julie Andrews diese Rolle zu.

Beim Geburtstag auf der Bult wollte Marjan, sehr elegant in ein apricotfarbenes Etuikleid mit passendem Mantel und Basthut gekleidet) ihre gleichnamige Stiftung bekannt machen. Das anlässlich ihres 70. Geburtstag entstandene Projekt hilft Kinder in der Dritten Welt. Marjan: „Dabei liegen mir besonders benachteiligte Mädchen am Herzen. In vielen Teilen der Welt können Mädchen nicht zur Schule gehen, werden früh verheiratet und haben keine Chance auf Bildung, keine Chance auf ein selbstbestimmte Leben.“ Härke fand das spannend und zückte sofort seine Visitenkarte. „Daraus wird was“, meint er.

Von Vera König