Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Boulevard Weltraumbestattung - Letzte Ruhe als Sternschnuppe
Menschen Boulevard Weltraumbestattung - Letzte Ruhe als Sternschnuppe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:50 31.12.2012
Die Gesetzgebung der Bundesrepublik erlaubt es den Toten nicht, als Kapsel ins All zu fliegen. Quelle: Mareike Patock
Anzeige
Espelkamp

Nach eigenen Angaben ist es das einzige Unternehmen weltweit, das die letzte Reise ins All ermöglicht. 1997 schickte Celestis die ersten 24 Mini-Urnen ins All. Mit an Bord war nach Angaben der Veranstalter Asche von "Star Trek"-Schöpfer Gene Roddenberry, Drogen-Guru Timothy Leary und Raumfahrtpionier Krafft Ehricke. Lessing war gleich begeistert: "Ich wollte das auch hier anbieten." Der 70-Jährige vermittelt zwischen Celestis und den Beerdigungsunternehmen in Deutschland.

Nach der Verbrennung des Leichnams werde ein "symbolischer Teil" der Asche in eine Mini-Urne gefüllt, erklärt Lessing. Der Rest wird beigesetzt oder im Meer verstreut. Mit einer Rakete, die zum Beispiel einen Satelliten ins All bringt, werden die Aschekapseln in eine erdnahe Umlaufbahn transportiert. Nach einiger Zeit treten sie wieder in die Atmosphäre ein und verglühen. "Dann sieht man Sternschnuppen am Himmel."

Der Wandel von der Urne in die Sternschnuppe kostet 8000 Euro - wenn man sich für die Urne im Knopfbatterie-Format mit einem Gramm Asche entscheidet. Wer eine letzte Reise größeren Ausmaßes bucht, muss noch tiefer in die Tasche greifen: Zum Mond koste es 25 000 Euro, sagt Lessing. Bislang habe sich jedoch nur ein Mensch dafür entschieden: Der US-Astronom Eugene Shoemaker, Namensgeber und Mit-Entdecker des Kometen Shoemaker-Levy 9.

Asche von mehr als 900 Menschen aus aller Welt hat das US-Unternehmen schon ins All geschickt, berichtet Chris Chol, Leiterin des Kundenservice bei Celestis. Raumfahrt-Spezialisten, Musiker aber auch Studenten oder Hausfrauen.

Auch ein Jugendlicher aus Ostdeutschland hat seine letzte Reise zu den Sternen gemacht. Ihr Sohn sei vor einigen Jahren bei einem Unfall ums Leben gekommen, berichtet seine Mutter. Einen Teil seiner Asche hat sie ins All geschickt. "Mein Sohn hat sich das gewünscht", in einer Sternschnuppennacht wenige Monate vor dem tödlichen Unfall.

Bislang haben laut Lessing acht Deutsche die postume Himmelfahrt angetreten. Dabei ist die Weltraumbestattung hier streng genommen gar nicht erlaubt: "Die Bestattungsgesetze der Länder sehen vor, dass die Asche eines Toten nicht getrennt werden darf", sagt Oliver Wirthmann, Geschäftsführer des Kuratoriums Deutsche Bestattungskultur.

In NRW zum Beispiel drohe bei Zuwiderhandlung ein Bußgeld von bis zu 3000 Euro, teilt das Landesministerium für Gesundheit mit. Angehörigen, die einen Verstorbenen dennoch zu den Sternen schicken wollen, rät Lessing: Sie sollten den Leichnam ins Ausland überführen, ihn dort einäschern und die ganze Asche nach Amerika bringen lassen.

Wirthmann hält die deutschen Gesetze für sinnvoll: "Trauer braucht einen Ort", sagt er. Die Deutsche Bischofskonferenz plädiert ebenfalls für einen "namentlich bezeichneten, konkreten Ort der Trauer, der Zeichen der christlichen Auferstehungshoffnung trägt". Dies sei bei einer Weltraumbestattung nicht gegeben.

Manfred Lessing will dennoch später einmal sozusagen sein eigener Kunde werden und zu den Sternen reisen. Als ehemaliger Seemann habe er die Meere befahren und die Welt gesehen, sagt er. Das Universum solle sein "letztes großes Abenteuer" werden.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Zusätzlich zu der einen Million, die Rapper Ryan Leslie (34) dem Handwerker Armin Augstein als Finderlohn schuldet, kommen nun noch 180.000 Dollar hinzu. Das ist der Betrag, der für die nicht gezahlte Belohnung an Zinsen anfällt.

31.12.2012

Der neue Moderator vom Dschungelcamp-Format "Ich bin ein Star - Holt mich hier raus" zeigt wenig Mitleid mit den Beteiligten der Sendung - vor allem nicht mit den Kakerlaken.

31.12.2012

Sexy Mama: Jessica Simpson hat erstmals ihren Babybauch gezeigt. Auf einem Twitter-Foto präsentiert sich die Sängerin und Schauspielerin im Bikini mit offenem Hemd und den Worten "Dick und stolz!".

31.12.2012
Anzeige