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Mit diesem Charter-Flieger landeten die Stones in Hamburg.

Mit diesem Charter-Flieger landeten die Stones in Hamburg.
© dpa

Konzert

Warum sich die Stones in Hamburg langweilen

Schon vier Tage vor ihrem Konzert im Stadtpark am Samstag sind die Rolling Stones in der Hansestadt gelandet. Viele Hamburger hoffen auf eine Begegnung mit den Stars. Einen besonderen Hamburger bestellten die Rocklegenden jedoch sogar zu sich ins Hotel.

Hamburg. Das Luxushotel liegt in einer Einkaufstraße mitten in Hamburg. Hier im Park Hyatt sollen sie sich einquartiert haben: die „Rolling Stones“. Wer dieser Tage also zum Shoppen durch die Hamburger Innenstadt bummelt, könnte mit viel Glück vier der größten Rocklegenden in die Arme laufen.

Einer, der nicht auf eine spontane Begegnung hoffen muss, ist Thomas Weilbier (61). Der Hamburger betreibt einen Gitarrenshop in Bahrenfeld, hat in der Vergangenheit schon Instrumente von Eric Clapton oder Michael Jackson repariert, transportiert oder verkauft. Der Hamburger kümmert sich nach eigenen Angaben schon seit den 70ern um die Gitarren der Rolling Stones. Am Mittwoch, so erzählt er, kam dann ein Anruf aus dem Hotel - einer der legendären Altrocker brauchte seine fachkundige Unterstützung. „Vorhin habe ich einen der Jungs aus dem Hotel abgeholt und in meinen Laden gefahren“ sagt Weilbier am Mittwoch im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur. Er habe sich beim Musikhören am Abend in den Klang einer bestimmten Gitarre verliebt und spontan ein solches Modell kaufen wollen. „Er ist dann bei mir auch fündig geworden“, erzählt Weilbier. Gekauft habe er die Gitarre aber noch nicht. „Ich habe zu ihm gesagt: Wenn es funkelt, dann behältst du sie - wenn nicht, bringst du sie später zurück“, so der Gitarren-Profi.

Die Band vertraut Weilbier, so erzählt er, seit Jahrzehnten. Wenn die Stones in Deutschland sind, ist er hinter den Kulissen mit dabei. Doch auch privat habe man sich bei solchen Begegnungen viel zu erzählen. Zu den genauen Plänen der Stones für ihre Zeit in Hamburg wollte sich der Hamburger jedoch nicht äußern. Nur so viel: „Die Jungs langweilen sich in ihrem Hotelzimmer.“ Daher auch die Gitarre: „So können sie ein bisschen jammen“.

Auch beim Konzertveranstalter geht man davon aus, dass sich die Altrocker in ihrem Hotel langweilen und lieber etwas unternehmen wollen. „Wir kennen ihre Pläne nicht. Aber wir gehen davon aus, dass sie ihre Tage nicht im Hotel verbringen werden“, meinte Bernd Zerbin, Pressesprecher des Konzertveranstalters FKP Scorpio am Mittwoch.

Vor dem Luxushotel wartet derweil Rentner Michael Richter (61) auf seine Chance, die Rocklegenden zu sehen. Er war nach eigenen Angaben schon 1965 beim Konzert der Stones in Hamburg dabei. „Ich bin nicht mal scharf auf ein Autogramm, ich möchte eigentlich nur ein Foto machen“, erzählt er vor dem Hotel.

Am Samstagabend treten die Stones dann vor insgesamt 82 000 Besuchern im Stadtpark auf. Dann können Tausende Fans ihren Rock-Idolen einmal ganz nah sein. Doch so nah wie Thomas Weilbier - der Gitarren-Fachmann aus Bahrenfeld - wird ihnen wohl kaum ein anderer Hamburger kommen.

Von Fabian Wegener, dpa