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Emilia Clarke spielt die Drachenmutter Daenerys Targaryen in "Game of Thrones".© obs/Sky Deutschland

"Game of Thrones"-Star

Warum Emilia Clarke kein Nackt-Double braucht

Als Drachenmutter Daenerys wird sie von „Game of Thrones“-Fans verehrt, im Kino ist Emilia Clarke (29) in „Ein ganzes halbes Jahr“ zu sehen. Die NP sprach mit der 1,57 Meter großen Schauspielerin über ihre blonde Perücke, Nackt-Doubles und Selbstzweifel.

Miss Clarke, sind Sie es wirklich?

Ja, ich bin es (lacht). Emilia Clarke höchstpersönlich. Sollten Sie allerdings Daenerys Targaryen suchen, müsste ich mir wohl schnell meine blonde Perücke aufsetzen.

Die Drachenkönigin aus der TV-Kult-Serie „Game of Thrones“ ist zu einer Fantasy-Ikone geworden.

Deshalb bin ich gar nicht so unglücklich, dass man mich so gut wie nie auf der Straße erkennt. Anders als zum Beispiel Peter Dinklage, der sofort als Tyrion Lannister erkannt wird. Oder Kit Harington als Jon Snow. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich vor kurzem mit Kit die 5th Avenue in New York hinunterging und eine Horde „Game of Thrones“-Fans auf uns zukam. Ein Fan drückte mir sein Smartphone in die Hand und bat mich, doch ein Foto von ihm und Jon Snow zu machen. Er hatte nicht die leiseste Ahnung, dass Drachenmutter Daenerys auf den Auslöser drückte!

Dieses Inkognito eröffnet Ihnen auch ganz andere Rollen, oder?

Das ist mir das Wichtigste! Ich will nicht festgelegt werden auf „Game of Thrones“. Man sieht ja, wie schwer es ist, danach mit etwas Anderem Erfolg zu haben. Wie lange musste Jennifer Aniston aus „Friends“ kämpfen, um als Schauspielerin in anderen Rollen erst genommen zu werden!

Spielen Sie deshalb auch immer wieder in anderen Filmen mit?

Absolut. Und wenn es geht, nur mit meiner Naturhaarfarbe wie letztes Jahr in „Terminator: Genisys“ als Sarah Connor. Auch so eine Ikonen-Rolle - und dafür habe ich auch Blut und Wasser geschwitzt. Ich meine das wörtlich! Um neben Arnold Schwarzenegger in einem Action-Reißer eine gute Figur zu machen, muss man schon in Topform sein. Also habe jeden Tag stundenlang im Fitness-Studio trainiert. Und nochmal trainiert. Dann galt es ja auch, die Schuhe von Linda Hamilton zu füllen, die Sarah in den früheren „Terminator“-Filmen erst zu dem gemacht hat, was sie ist. Es war eine riesige Herausforderung für mich.

Läuft also alles wie geschmiert?

Dem ist leider nicht so. Für die Daenerys-Rolle musste ich gleich ein paar Mal vorsprechen. Und manchmal klappt es auch gar nicht. Ich wollte zum Beispiel unbedingt die Rolle der Ava in „Ex-Machina“ haben. Aber die hat Alicia Vikander bekommen.

Und wie haben Sie die Rolle in „Ein ganzes halbes Jahr“ gekriegt?

Ich habe das Drehbuch verschlungen. Nach ein paar Seiten wusste ich: Louisa - das bin ich! Denn die Power-Frauen, die ich sonst so spiele, haben mit der Person, die ich wirklich bin, nur sehr, sehr wenig zu tun. Ihre Stärke, Dominanz und Überlegenheit improvisiere ich vor der Kamera nur. Aber Louisa - mit all ihrer Fröhlichkeit, ihrer Unschuld und ihrer Fähigkeit zu bedingungsloser Liebe -, da konnte ich bei mir aus dem Vollen schöpfen. Und wie Louisa daran reift, als sie einen querschnittsgelähmten jungen Mann pflegt, das hat mich sehr berührt.

Im Film geht es um die Frage der Sterbehilfe. Wie stehen Sie dazu?

Ich habe mich immer für eine sehr liberale und freigeistige Person gehalten. Wegen des Films habe ich mich intensiv mit der Sterbehilfe-Thematik beschäftigt. Das hat mich seelisch durchgerüttelt.

Sie feiern im Herbst Ihren 30. Geburtstag. Wie alt waren Sie, als Ihre prägenden Jahre aufhörten?

Ich hoffe doch, die haben bis heute noch nicht aufgehört. Sicher ist der Selbstfindungs-Prozess, den man als Teenager durchläuft, ein anderer als der einer 20-Jährigen. Aber eigentlich will ich auch noch im hohen Alter jeden Tag etwas Neues dazulernen. Als ich die Rolle der Daenerys ein paar Staffeln lang gespielt und mir damit einen Namen gemacht hatte, fiel ich trotzdem von Zeit zu Zeit in ein tiefes Loch. Mich plagten Selbstzweifel und Ängste. Ich bin in dieser Zeit zu der Frau herangereift, die ich heute bin. Und mit sich selbst ins Reine zu kommen und zu wissen, was man will und was nicht - das ist nicht einfach. Vor allem, wenn man sensibel ist.

Sie haben sich bei den vielen Nacktszenen als Daenerys nie doubeln lassen.

Das war nicht ganz leicht für mich. Zumal ich in dieser Rolle ja auch vergewaltigt wurde. Aber das ist der springende Punkt: Da spiele ich eine Rolle. Und die will ich natürlich so authentisch wie möglich spielen. Dazu brauche ich kein Nackt-Double. Das bin ja nicht ich. Ganz anders ist es, wenn ich für ein Mode-Magazin als Emilia Clarke sehr freizügig fotografiert werde (lacht). Das geht nicht ohne ein oder zwei Gläschen Wodka.

Von Ulrich Lössl


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