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Fernsehen

Wandern ist wieder der letzte Schreyl: Neue Sendung im WDR startet

Früher galt Wandern mitunter als Rentner-Hobby, heute kommen manche Wanderschuh-Hersteller kaum mit der Produktion nach. Der WDR feiert die neue Lust am Umherstiefeln nun in einer neuen Sendung. Marco Schreyl erkundet unter anderem den Birgeler Urwald.

Köln. Wer Thorsten Legat bei seinen früheren Jobs beobachtet hat, kann es kaum glauben: Dass der ewige Ehrgeizling unter die Wanderer geht. Als Bundesligaprofi pflügte der heute 48-Jährige einst das Feld um, im RTL-Dschungelcamp kündigte er mit angeschwollenen Adern „Kasalla!“ (rheinisch für Streit) an. Und jetzt soll er mit Muße Wälder und Wiesen erkunden? Aber klar, bestätigt Marco Schreyl, der mit Legat eine Tour über die Via Adrina bei Bad Berleburg gemacht hat. „Wir haben ihn zwar nicht an seine Grenzen gebracht, aber mit 20 Kilometern war er schon ganz gut bedient“, sagt Schreyl.

Zu sehen ist die Wanderung des Moderators mit dem Ex-Fußballer in der neuen Sendung „Lust auf Wandern!“ des WDR. Schreyl - früher bekannt für „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL), mittlerweile ein WDR-Gesicht - läuft darin mit Prominenten beliebte Routen in NRW ab. In der ersten Folge (25. August, 21 Uhr, WDR) mit Moderatorin Sonya Kraus (44) durch den Birgeler Urwald am Niederrhein, in der zweiten (1. September, 21 Uhr, WDR) mit Legat über besagte Via Adrina. Die Routen werden umfangreich dokumentiert und von den Machern zum Nachwandern empfohlen. Auf dem Weg spricht Schreyl mit seinen Wander-Genossen über Kindheit, Familie und Beruf.

„Ich war begeistert, was man innerhalb von zehn oder zwölf Kilometern alles erleben kann“, sagt der Moderator etwa über die Tour am Niederrhein. „Man lernt so viel: über die Holländer, über die Deutschen, über den Krieg. Man sieht Krater. Und hinzu kommt noch die Waldkunde.“ Er selbst sei vorher eigentlich eher ein „Stadt- und Zweckwanderer“ gewesen, der - wenn möglich - mal eine Station früher aus der Straßenbahn aussteigt, um den Rest zu laufen.

Einer Studie zufolge wandern mehr als zwei Drittel der Deutschen über 16, 11 Prozent von ihnen sind regelmäßig unterwegs. Mit zunehmendem Alter steigt das Interesse, vor allem bei den Leuten über 55. Wandern war in Deutschland nie ganz weg, gilt aber seit einigen Jahren wieder als zunehmend angesagt. Auch bei Jüngeren.

Schreyl ist jetzt 43. Er stellt klar: „Wandern ist nicht das, was wir als Kinder alle schlimm fanden - wenn Mutti und Vati am Wochenende gesagt haben: Wir gehen spazieren! Als man so umher getrottet ist, adrett aussah und sich nicht schmutzig machen durfte.“ Im Gegenteil. Für das Wandern ziehe man eine bequeme Hose an, packe Butterkekse ein und nehme am besten noch jemanden mit. „Dafür kann man durchaus auch jünger sein.“

Wer Anregungen braucht, sollte sich die Sendung anschauen.

Von Jonas-Erik Schmidt, dpa

Köln -