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Vladimir Burlakov

Vladimir Burlakov
© imago

Fernsehen

Vladimir Burlakov ist manchmal „fast pedantisch“

Die TV-Komödie „Verliebt in Amsterdam“ ist eine hübsche Geschichte, in deren Mittelpunkt ein scheinbar unterschiedliches Paar und eine Stadt voller Gegensätze stehen.

Hamburg/Berlin. Vladimir Burlakov (29) ist hierzulande ein noch nicht ganz so bekannter Schauspieler. Zuletzt war er in eher kleineren Rollen wie in „Jack the Ripper - Eine Frau jagt einen Mörder“ (Sat.1) oder in „Auf kurze Distanz“ (ARD) zu sehen. Aber das soll sich nun ändern: Jetzt hat Burlakov die Hauptrolle in der Komödie „Verliebt in Amsterdam“ am Freitag im Ersten. Im Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur spricht er über Ähnlichkeiten der Filmfigur mit seinem realen Leben und über Haupt- und Nebenrollen.

 

Was ist dieser Max für ein Typ?

 

Er steht kurz vor seinem 30. Geburtstag, hatte ein geordnetes Elternhaus, wollte aber nicht die Firma des Vaters übernehmen. Er ist nicht unbedingt karriereorientiert, liebt klare Strukturen und denkt, jetzt doch noch ein paar Regeln brechen zu können und Dinge zu tun, die er nie zuvor getan hat.

 

Er ist ein Pedant - ist da ein Stück von Ihnen drin?

 

Absolut! Ich bin schon sehr ordentlich, und manchmal auch fast pedantisch. Als ich das Drehbuch las, dachte ich: Waren die denn bei mir zuhause? (lacht) Von daher war es für mich leicht, das vor der Kamera nachzuvollziehen. Zu beobachten, was das mit einer Figur macht, im Film sofort aufzuräumen und alles akkurat und ordentlich zu hinterlassen, wenn ich aus der Wohnung gehe - das hat mir schon Spaß gemacht.

 

Und doch gibt es die Bereitschaft, die Unordnung ins Leben zu lassen.

 

Ja, genau. Man ist ja immer von dem fasziniert, was man selber nicht lebt oder nicht hat. Oder anders gesagt: Gegensätze ziehen sich an. Und dann kommt Sophie, die so gar keinen Plan hat und richtig frischen Wind in das durchplante Leben von Max bringt.

 

Glauben Sie an Vorbehalte zwischen Deutschen und Niederländern?

 

Vorbehalte gibt es sicher, aber die gibt es ja auch schon zwischen Berlinern und Bayern. Die Globalisierung in unserer modernen Welt sollte dem aber doch eigentlich entgegenwirken, denn die Menschen auch in den entferntesten Ländern wachsen immer mehr zusammen. In Amsterdam kann man das Miteinander der verschiedenen Kulturen sehr schön beobachten. Ich kannte die Stadt vorher nicht, aber ich hatte etwas Zeit, mich dort einzugewöhnen, und finde sie ziemlich beeindruckend.

 

Spielen Sie doch mal öfter eine Hauptrolle!

 

Sehr gerne. Mein Film „Die Geschwister“ von Jan Krüger wurde leider nicht so beachtet, und „Iron Sky - The Coming Race“ lief noch nicht - da hatte ich nämlich jeweils eine. Aber es ist natürlich schon eine Herausforderung, andere Menschen wie Redakteure oder Regisseure davon zu überzeugen, dass ich als Schauspieler große Hauptrollen auch spielen kann. Aber bald ist es wieder soweit: Ich spiele die Hauptfigur in dem ZDF-Samstags-Krimi „Mordkommission Königswinkel“, gemeinsam mit Lavinia Wilson, und da bin ich schon sehr gespannt, wie das neue Kommissarsteam beim Zuschauer ankommt.

 

Wie sieht es mit dem Theaterspielen aus?

 

Da habe ich große Lust zu. Und so hatte ich mich sehr über das Angebot von Nico Hofmann gefreut, letzten Sommer in Worms den Regisseur in dem Stück „Gold - Der Film der Nibelungen“ zu spielen. Ich würde auch gerne an der Berliner Schaubühne auftreten, aber das ist eigentlich nur in einem festen Engagement möglich, und das kostet dann sehr viel Zeit. Aber schauen wir mal.

 

ZUR PERSON: Vladimir Burlakov (29) wurde in Moskau geboren und übersiedelte 1996 mit seiner Mutter, Zwillingsschwester und jüdischen Großmutter nach München. Von 2006 bis 2010 studierte er Schauspiel an der Otto-Falckenberg-Schule. Im Fernsehen tauchte er 2010 erstmals in der vielfach preisgekrönten Serie „Im Angesicht des Verbrechens“ (ARD) auf. Vladimir Burlakov lebt in Berlin.

Von Klaus Braeuer, dpa