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MS Dockville 2014: Der Regenbogen über der Großschot-Bühne.

MS Dockville 2014: Der Regenbogen über der Großschot-Bühne. © Pablo Heimplatz

Musik

Vielseitig: Das Hamburger MS Dockville Festival

Das Musikfestival MS Dockville fand letztes Wochenende zum achten Mal im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg statt. Die Zusammenstellung der 140 gebuchten Künstler erinnerte dabei an die Bookings der Vorjahre.

Hamburg. Neben einigen bekannten Größen fand sich eine Vielzahl von eher unbekannten Musikern aus den unterschiedlichsten Genres, die es noch zu entdecken galt.

Vom 15. bis 17. August wurde auf den drei größten Bühnen des Festivals live gespielt - oder zumindest mehrheitlich die Notebooks live bedient. Als souveräner Bühnenact empfahl sich dabei die amerikanischen Frauenband Warpaint, die ihren melancholisch treibenden Indie-Sound am Samstagabend auf der Vorschott-Bühne sehr souverän auf den Punkt brachte.

Zuvor erfreute die britische Band Breton auf der Großschot-Bühne die Zuschauer mit ihrer schwer einzuordnenden Mischung aus klassischem Britpop, Sample-Sounds und stadionkompatiblen Refrains. Einer der Höhepunkte des Festivals war in der Samstagnacht der Auftritte der rappenden Südafrikaner Die Antwoord, die mehr als nur einmal an eine perfektionierte Variante von 2 Unlimited erinnerten und das Publikum zum Rasen brachten.

Von den auftretenden DJs und Elektronik-Künstlern begeisterten am Freitag und Samstag besonders die Szene-Stars Kollektiv Turmstraße und Dominik Eulberg. Beide traten auf der wie schon im Vorjahr extrem empfehlenswerten Maschinenraum-Bühne auf. Dort überzeugte am Samstag auch das Wiener Deep House Duo HVOB mit wunderschönem weiblichen Gesang und lupenreinen elektronischen Produktionen. Der kalifornische Elektronik-Künstler Shlomo sorgte später auf derselben Bühne mit seinem frickeligem und sich ständig wechselndem Sound aus Dub, Drum 'n' Bass, IDM und Ambient für eine äußerst intensive Sound- und Lightshow.

Unabhängig von dem vielseitigen Booking und den größeren Bühnen, zeichnete sich das diesjährige Dockville erneut besonders durch die sympathischen Nebenschauplätze aus. Dazu gehörte die kleine, aber ständig umtanzte Nest-Bühne, auf der sympathischer Weise des Öfteren kompetent mit Vinyl aufgelegt wurde. Dazu gehörte der extrem empfehlenswerte DJ-Wohnwagen Easy Kisi mit angeschlossener Lakritz-Schnaps Versorgung sowie die Container-Bar Zum Blinden Passagier, in der nachts fachkundige DJs einheizten und die Gäste in der leicht klaustrophobischen Umgebung nicht mehr zu bremsen waren.

dpa