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Lifestyle

Vidal Sassoon und die Geometrie der Haare

Der britische Friseur Vidal Sassoon hat nicht nur meisterhafte Frisuren gezaubert, sondern auch einen einzigartigen Look geschaffen, der nach wie vor von zahlreichen Stars getragen wird.

Der 2012 verstorbene Haarkünstler wäre heute 84 Jahre alt geworden. Sein Erbe lebt allerdings in zahlreichen Friseurläden fort.

Vidal Sassoon hat den geometrischen Stil geschaffen und den Frisuren-Klassiker Bob neu erfunden. Seine kreative Hochphase hatte der Brite im London der 50er und 60er Jahre. Die Models und Schauspielerinnen rannten ihm damals die Türen ein. Später eröffnete er zahlreiche Salons unter seinem Namen in den USA und Europa.

Einen wichtigen Schub in seiner Karriere bekam er, nachdem er für die Designerin Mary Quant im Jahr 1963 einen neuartigen Haarschnitt kreierte, der frischen Schwung in die Modenschau der Erfinderin des Minirocks bringen sollte. So entstand der scharfkantige Bob mit kinnlangen Haaren. Auch die Pilzkopf-Frisuren der Beatles entstanden in Sassoons Salon. Später entwickelte er den Bob dann zum asymmetrischen Bob weiter, bei der eine Seite länger als die andere getragen wird. Seine pflegeleichten Frisuren sollten den Frauen mehr Unabhängigkeit und Freiheit bescheren, erklärte er in Interviews.

"Diese Frisuren sind nicht unbedingt das, was starke Männer schwach und schwache Männer ergeben macht", schrieb der "Daily Mirror" damals.

Für den Streifen "Rosemary's Baby" (1968) hatte er Mia Farrow einen exklusiven Schnitt verpasst, für den er 5000 US-Dollar in Rechnung stellte. Der sogenannte Pixie-Schnitt wurde nach dem Film von Millionen Frauen weltweit nachgeahmt.

Vidal Sassoon hätte im Alter von 14 Jahren niemals für möglich gehalten, welche Karriere ihm noch bevorstand. Damals musste er auf Wunsch seiner Mutter von der Schule abgehen und Haar-Shampoo in einem Londoner Salon anrühren. "Ich dachte, ich würde mein Leben damit verbringen, bis zu den Ellenbogen in Shampoo zu stecken", schrieb er in seiner Autobiographie. Später übte er sich im Haarschneiden, indem er Obdachlosen gratis Schnitte verpasste. Sassoon selbst sah seinen Verdienst pragmatisch: Ich habe die Frauen davon erlöst, ihr Haar zu vergewaltigen: es zu toupieren und mit Spray zu bearbeiten, bis es wie Beton ist", sagte er in einem Interview mit dem "SZ-Magazin".

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