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Boulevard Uwe Kockisch: "In Deutschland ist jede Woche Aktionswoche"
Menschen Boulevard Uwe Kockisch: "In Deutschland ist jede Woche Aktionswoche"
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11:51 10.05.2013
Quelle: Das Erste
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Seit einigen Jahren ist der Ermittler auch aus dem deutschen Fernsehen nicht mehr wegzudenken.

Gespielt wird der "Commissario" in den Romanverfilmungen seit 2003 von Uwe Kockisch (69), der in Folge fünf seinen Vorgänger Joachim Król (55) ablöste. Am Samstagabend tritt Kockisch in der Folge "Auf Treu und Glauben" (20:15 Uhr, Das Erste) bereits seinen 15. Fall an. Die Nachrichtenagentur spot on news hat mit dem Schauspieler vorab über seine Filmfigur und das Leben zwischen Italien, Deutschland und Madrid gesprochen.

Herr Kockisch, die Fälle von Donna Leon spielen alle in Venedig, was macht die Stadt für Kriminalgeschichten so attraktiv?

Kockisch: Mal abgesehen von dem Status ist Venedig die einzige Stadt, die in ihrer Grundform immer noch so ist wie damals. Man kann dort Zeit anschauen. Da stehen Gebäude von 1300 und es wurde nur hier und da etwas ausgebessert. Im Grunde ist es ein öffentliches Museum. Man muss sich allerdings die Zeit nehmen, sich alles mit Respekt anzusehen. Nur durchrennen bringt nichts, da kann man auch zu Disney oder nach Las Vegas gehen.

Haben Sie die Schöpferin Ihrer Figur, Donna Leon, schon einmal persönlich kennen gelernt?

Kockisch: Ja, ganz am Anfang. Sie sagt allerdings, sie habe von Filmen keine Ahnung. Einen Roman zu verfilmen, geht nicht mit dem gleichen Buch. Man muss eine Dramaturgie finden, die die Kerngeschichte erzählt und das Buch dann auf 90 Minuten bringen. Sprich, die Geschichte im Drehbuch ist ähnlich, mit anderen Schwerpunkten. Am Anfang wollte sie wissen, warum wir dieses und jenes nicht berücksichtigen.

Wie viel Brunetti steckt denn in Ihnen?

Kockisch: Der Brunetti aus dem Buch und mein Brunetti sind eine Symbiose. Für den Zeitpunkt tun wir uns zusammen, mischen uns ein bisschen, rühren das durch und heraus kommt dieser Film-Brunetti, der dann ein Viertel Jahr in Italien herumläuft. Danach trennen wir uns wieder, er bleibt da und ich fahre nach Hause.

Ist Italien Ihre zweite Heimat geworden?

Kockisch: Italien ist mir sehr vertraut geworden. Es fällt mir immer sehr schwer, die Stadt nach einem Viertel Jahr Dreh wieder zu verlassen. Die Wehmut ist schon da.

Sprechen Sie Italienisch?

Kockisch: Nicht gut. Ich verstehe viel, aber nicht alles. Meine Frau spricht aber Italienisch. Es gibt einfach Begabungen, die ich nicht habe und im Notfall frage ich sie.

Sie wohnen in Madrid. Warum Spanien?

Kockisch: Ich kenne Madrid durch Victor Contreras, er hat in Berlin Theaterstücke geschrieben und ich habe in zwei seiner Uraufführungen mitgespielt. Nach dem Mauerfall ist er nach Spanien gegangen und wir haben zusammen in Madrid ein Theater gegründet. Deshalb habe ich ihn oft besucht und irgendwann haben er und seine Frau mich - bewusst, wie ich später erfahren habe - verkuppelt.

Sie kennen also sowohl die Deutschen als auch die Südländer. Wie unterscheiden sie sich in ihrer Mentalität?

Kockisch: Zum Teil gewaltig. Man sagt, die Spanier sind völlig gelassen und ruhig, die Italiener verspielt und laut und wir Deutschen sind etwas hysterisch. Jede Woche gibt es eine neue Aktion. Einmal ist es der Sexismus, nächste Woche ist es der Euro, dann die Straßenverkehrsordnung. Ich denke mir immer: "Bleibt doch mal gelassener! Das Leben regelt sich schon von sich aus. Ihr werdet es nicht schaffen, dass die Äpfel schneller reif werden, also lasst sie doch am Baum, solange sie wollen!" Die Südländer sind da ganz anders. Ich glaube, das liegt an der Sonne. Ich habe im Ausland aber trotzdem nur Gutes über Deutschland gehört. Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit, das ist fast schon ein Klischee. Wenn sich unsere spanischen Freunde treffen, dann mit einer Verzögerung von ein bis drei Stunden. Wenn wir uns mit ihnen verabreden, sind alle fünf Minuten vorher da.

In den Verfilmungen geht es auch oft ums Essen und ums Kochen. Können Sie kochen oder kocht bei Ihnen Ihre Frau?

Kockisch: Ich beobachte, was meine Frau kocht und wie sie kocht. Sie hat etwas ganz Neues entdeckt. Eine deutsche Wundermaschine, mit der sie sogar unser Brot selber macht. Mit dem Gerät kann ich vielleicht irgendwann tatsächlich auch kochen.

Verraten Sie uns zum Abschluss Ihr Leibgericht?

Kockisch: Linsen esse ich zum Beispiel sehr gerne, aber ab und zu auch Austern. Zwischendurch mag ich zudem Asiatisch. Also eigentlich alles, was gut schmeckt.

(jb/spot)

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