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Darth Vader in Berlins Zionskirche.

Darth Vader in Berlins Zionskirche. © Jörg Carstensen

Kirche

Umkehr ist möglich: Darth Vader lockte in die Kirche

Was hat "Star Wars" mit dem Christentum gemeinsam? Mehr als man denkt, sagen zwei angehende Pfarrer aus Berlin. Sie holten deshalb Darth Vader in die Kirche.

Berlin. Neben Kinosälen hat der Hype um den neuen "Star Wars"-Film nun auch die Berliner Zionskirche gefüllt: Hunderte von Kirchgängern, einige auch kostümiert, kommen am Sonntag zum Gottesdienst der Evangelischen Gemeinde am Weinberg.

Die Vikare Ulrike Garve und Lucas Ludewig predigen dabei zu Ausschnitten aus "Die Rückkehr der Jedi-Ritter", der sechsten Episode der Saga. Aus der Orgel tönen die bekannten Filmmelodien. "Seit letzter Woche wussten wir, dass viele Leute kommen werden, aber dass es so voll wird, damit haben wir nicht gerechnet", sagt der 30-jährige Ludewig.

Neben Darth Vader und Sith, also Anhängern jener dunklen Macht, sind auch weniger bekannte Filmcharaktere beim Gottesdienst vertreten. Jonathan Wonneberger (25) aus Berlin-Biesdorf hat sich als Jawa, einer Spezies vom Wüstenplaneten Tatooine, verkleidet - samt gelb-leuchtender Augen und dunkelbrauner Kutte. Unter den Kostümierten werden von der Gemeinde insgesamt sechs Kinokarten für den neuen Film "Star Wars: Das Erwachen der Macht" verlost.

Gezeigt wird während des Gottesdienstes unter anderem eine zentrale Filmszene, in der Luke Skywalker seinen Vater Anakin, auch bekannt als Darth Vader, zur hellen Seite der Macht bekehren will. Genau wie bei den Filmfiguren sei eine Umkehr möglich, sagt die 29-jährige Vikarin Ulrike Garve. Das zeige beispielsweise auch der Umgang von Sozialarbeitern mit straffälligen Jugendlichen. Für die angehenden Pfarrer passt das zu folgender Bibelstelle: "Lass dich nicht vom Bösen überwinden, sondern überwinde das Böse durch das Gute" (Römerbrief 12, 21).

Die Idee zum Gottesdienst kam den zwei Vikaren bei einem Gespräch zu den "Star Wars"-Trilogien während einer Autofahrt. "Wir haben klar christliche Motive in den Filmen erkannt", erklärt Garve. Daraus sei dann die Idee zu einem Gottesdienst entsprungen, die dann von der Gemeinde gut aufgenommen worden sei. "Nur einige haben nicht so viel mit den Filmen anfangen können", sagt Ludewig.

Unter den Kirchgängern sind viele jüngere Menschen, die Resonanz fällt insgesamt positiv aus. "Der Kirche wird ja häufig unterstellt, staubig zu sein. Ich finde es gut, dass auf diese Weise viele Leute gekommen sind, die sonst vielleicht nicht gekommen wären", meint ein 31-jähriger "Star Wars"-Fan.

dpa


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