Navigation:
Julia Samoilowa.

Julia Samoilowa.
© AP

Musik

Ukrainischer Geheimdienst überprüft russische ESC-Teilnehmerin

Beim diesjährigen Eurovision Song Contest (ESC) in der Ukraine könnte auf die Sängerin des russischen Beitrags ein Auftrittsverbot zukommen.

Kiew. Erst am Sonntagabend hatte der halbstaatliche russische TV-Sender Perwy Kanal in Moskau mitgeteilt, dass Julia Samoilowa (27) für den Wettbewerb in Kiew im Mai ins Rennen geschickt werde. Am Montag leitete der ukrainische Geheimdienst prompt die Überprüfung eines früheren Auftritts der 27-Jährigen auf der Krim ein. Das sagte Pressesprecherin Jelena Gitlanskaja am Montag dem Sender Espresso.tv zufolge.

 

Die im Rollstuhl sitzende Sängerin ist im Juni 2015 in der Stadt Kertsch auf der ukrainischen Halbinsel aufgetreten, die von Russland im Jahr 2014 annektiert worden war. Reisen auf die Krim über Russland sind seit der Annexion von ukrainischer Seite verboten und werden mit einer mehrjährigen Einreisesperre geahndet.

 

Sollte Samoilowa nicht über das ukrainische Festland eingereist sein, könnte dies eine Teilnahme beim ESC verhindern. Kiew hat angekündigt, für den TV-Wettbewerb keine Ausnahmen zu machen.

 

2016 siegte die Krimtatarin Jamala mit dem Lied „1944“ für die Ukraine. Er erinnert an die Deportation ihres Volkes von der Krim.

 

Die Halbfinale des ESC 2017 finden am 9. und 11. Mai in der ukrainischen Hauptstadt Kiew statt, das Finale am 13. Mai.

Von dpa