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Trotz neuem Prozess: Amanda Knox veröffentlicht Buch

Amanda Knox (25) wird mit ihrer Biografie und einem Exklusiv-Interview an die Öffentlichkeit gehen - obwohl in Italien das oberste Berufungsgericht ihren Freispruch im Mordprozess Meredith Kercher aufgehoben hat.

Wie geplant wird ihr Buch "Zeit, gehört zu werden" (Verlag Droemer, 19,99 Euro) am 30. April erscheinen. Das teilte der Verlag HarperCollins laut Medienberichten mit. Auch in Deutschland soll es ab diesem Tag zu haben sein. Am 30. April gibt Knox zudem ihr erstes Fernseh-Interview in ihrer Heimat.

Die US-Amerikanerin, die von den Medien "Engel mit den Eisaugen" getauft worden war, wurde zusammen mit ihrem Ex-Freund Raffaele Sollecito im Dezember 2009 wegen Mordes an der 21-jährigen Britin Meredith Kercher verurteilt. Knox sollte für 26 Jahre ins Gefängnis, Sollecito für 25. Kercher, eine Mitbewohnerin von Knox, war im November 2007 in ihrer Wohnung in Perugia entdeckt worden - vergewaltigt und mit durchgeschnittener Kehle. Die Gerichtsmediziner fanden noch zahlreiche weitere Messerstiche und Verletzungen an ihrem Körper. Ebenfalls für die Tat verurteilt worden ist der Ivorer Rudy Guede - er bekam 16 Jahre Haft.

Nach vier Jahren hinter Gittern kam für Knox und Sollecito, die stets ihre Unschuld beteuert hatten, die Wende: Im Oktober 2011 werden sie in einem Berufungsverfahren freigesprochen. Das Gericht kritisierte damals, dass es für eine Verurteilung zu wenig Beweise gebe. Dieses Urteil kassierte nun das oberste italienische Berufungsgericht: Der Prozess gegen Knox, die wieder in den USA lebt, und Sollecito wird in Florenz neu aufgerollt. Wann das Verfahren beginnt, ist noch nicht bekannt.

In "Zeit, gehört zu werden" berichtet Knox laut dem Verlag, "über die beispiellose Hexenjagd und die rüden Verhörmethoden" der italienischen Polizei sowie "über ihre seelischen Qualen während des Prozesses und der über 1400 Tage im Gefängnis". Sie erzählt aber auch von der großen Unterstützung durch ihre Familie - die offenbar einen hohen Preis hatte.

Rund eine Million Dollar Schulden sollen durch den Prozess entstanden sein, hatte die "Seattle Times" im vergangenen Jahr berichtet. Die Familie hatte unter anderem eine PR-Agentur engagiert, die sich um Kontakte zur Presse kümmerte. Für das Buch soll Knox nach Angaben der "New York Times" nun rund vier Millionen Dollar vom Verlag HarperCollins erhalten haben.

Auch Raffaele Sollecito hat bereits ein Buch veröffentlicht: In "Honor Bound: My Journey to Hell and Back with Amanda Knox" beschreibt er seine Beziehung zu Knox und macht der italienischen Justiz ebenfalls schwere Vorwürfe. Um die Erinnerung an sein Kind wachzuhalten, ist auch der Vater des Opfers, John Kercher, an die Öffentlichkeit gegangen. In dem Buch "Meredith" gedenkt er nicht nur seiner "wunderbaren Tochter", sondern beklagt auch, dass Amanda Knox im Gefängnis zu einer Prominenten gemacht wurde.

(hub/spot)