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Boulevard Trauer um Schmidts Lebensgefährtin - „Meine Freundin Frau Loah“
Menschen Boulevard Trauer um Schmidts Lebensgefährtin - „Meine Freundin Frau Loah“
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09:28 13.03.2017
Ruth Loah stirbt 15 Monate nach Helmut Schmidt Quelle: dpa
Hamburg - 

So überraschend die Nachricht damals kam, so sehr freuten sich die Menschen mit dem beliebten Altkanzler. Als Helmut Schmidt im August 2012 die Öffentlichkeit wissen ließ, dass er eine neue Lebensgefährtin habe, war das ein Paukenschlag. Zu unvorstellbar erschien vielen eine andere Frau an Schmidts Seite als seine treue Loki. Hanseatisch-diskret beantwortete der damals 93-Jährige die Frage, ob seine langjährige Mitarbeiterin Ruth Loah seine neue Lebensgefährtin sei, mit einem knappen „Ja.“

Nun bestätigte der Friedhof in Hamburg-Tonndorf, dass Loah bereits am 23. Februar im Alter von 83 Jahren gestorben ist - gut 15 Monate nach dem Tod des Altkanzlers. Zuerst hatte die „Bild am Sonntag“ darüber berichtet.

Knapp zwei Jahre vor Schmidts überraschender Offenbarung war seine Ehefrau Loki gestorben. Mit ihr war Schmidt fast sieben Jahrzehnte verheiratet - für viele Hamburger ein Traumpaar. Die TV-Bilder von der Trauerfeier im Michel, wie der Altbundeskanzler in sich gekehrt und meist zusammengesunken in seinem Rollstuhl saß, berührten die Menschen. Dass er danach nicht an der Trauer zerbrach, hatte er wohl auch Loah zu verdanken.

Und so war seine Tochter Susanne Schmidt glücklich, dass ihr Vater jemanden gefunden habe, der ihm zur Seite steht. „Darüber bin ich sehr froh“, sagte die in England lebende Wirtschaftsjournalistin im Herbst 2012.

Nach dem Tod seiner Frau Loki sei die Beziehung zu Loah eine „selbstverständliche Entwicklung“ gewesen, sagte Schmidt in der ARD-Sendung „Menschen bei Maischberger“. „Wir waren aneinander gewöhnt seit Jahrzehnten.“ Seine Lebensgefährtin, die seiner Frau Loki ähnlich sah, bezeichnete er als „meine Freundin Frau Loah“.

Ruth Loah - Jahrgang 1933, geboren in Hannover, Tochter eines Facharbeiters - gehörte jahrzehntelang zu Schmidts engster Umgebung. 1962, als Schmidt als Hamburger Innensenator durch die Sturmflut zu bundesweiter Bekanntheit gelangte, war sie bereits seine Sekretärin.

Loah wurde nach Angaben des Friedhofs bereits am vergangenen Freitag in Hamburg-Tonndorf beerdigt. Ein schlichter Stein mit der Aufschrift „Loah“, eingesäumt von einer niedrigen Buchsbaumhecke, und zwei Sträuße zieren das Grab, dazu zwei Schleifen mit den Aufschriften „Ein letzter Gruß“ und „Augustinum Hamburg“. Gut acht Kilometer entfernt hat Helmut Schmidt seine letzte Ruhestätte auf dem Friedhof Ohlsdorf gefunden - an der Seite seiner Ehefrau Loki.

Von Benjamin Haller, dpa