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In Spanien knallten am Dreikönigstag - wie hier in Pasaia - die Sektkorken.

In Spanien knallten am Dreikönigstag - wie hier in Pasaia - die Sektkorken. © Javier Etxezarreta

Glücksspiele

Tränen und Sekt: Lotterie-Geldregen in Spanien

Nach der Weihnachts-Lotterie hat auch die Dreikönigs-Ziehung Spanien einen Geldregen beschert. Jubeln durften auch viele Arbeitslose und Notleidende. Insgesamt wurden 630 Millionen Euro ausgeschüttet.

Madrid. In ganz Spanien knallten am Dreikönigstag die Sekt-Korken. Trotz kühler Temperaturen wurde in unzähligen Städten und Gemeinden vor lauter Freude auf den Straßen immer wieder angestoßen, stundenlang getanzt, gelacht, geschrien - und auch hemmungslos geheult.

Bei der Ziehung der Jesuskind-Lotterie wurden am Mittwoch insgesamt 630 Millionen Euro ausgeschüttet. Unter den Jubelnden gab es nach Medienberichten viele Menschen, die trotz der wirtschaftlichen Erholung im Ex-Krisenland immer noch Not leiden.

"Ich werde meinen Kindern helfen, die die Raten für den Wohnungskauf oft nicht aufbringen können", sagte Santos der Nachrichtenagentur efe. Der 60-jährige Gewinner wohnt in Pasaia. Die 16000-Seelen-Gemeinde im Baskenland - rund 15 Kilometer von der französischen Grenze entfernt - war die große "Siegerin" der Ziehung. Vom Hauptgewinn der "Lotería del Niño" in Gesamthöhe von 90 Millionen, der auf die Loszahl 22654 entfiel und sich auf viele Menschen verteilte, gingen allein knapp 40 Millionen nach Pasaia.

Wegen der großen Nachfrage wird jede Nummer 45 Mal, in den sogenannten "Serien" aufgelegt. Es ist aber auch möglich, von jeder der "Serien" nur ein Zehntel zu kaufen. Der Hauptgewinn - wie auch das Geld für die restlichen gezogenen Lose - wird daher stets unter Dutzenden verteilt. Für jedes der 450 Zehntellose der Siegernummer gab es 200 000 Euro. Die kassiert auch Santos, der sich mit anderen Gewinnern vor dem Kiosk versammelte, der alle Siegerlose in Pasaia verkauft hatte. "Ich kann es nicht glauben, kann es nicht glauben", rief ein Glückspilz - ein Arbeitsloser - immer wieder.

Teile des Hauptgewinns gingen unter anderem auch in den Norden (Gijón), in den Süden (Cádiz), in den Osten (Alicante, Castellón) und den Nordosten (Barcelona) des Landes. Überall füllten sich dort die Straßen mit Gewinnern, Journalisten, Freunden und Freundesfreunden. In Alicante durften mehrere Arbeitslose und auch Kellner Jesús Póveda jubeln. Dem 38-Jährigen reichte das Geld bisher trotz des Jobs weder vorn noch hinten. "Das Loch in meiner Hypothek ist schon sehr groß geworden. Jetzt kann ich es stopfen."

Insgesamt wurden dieses Jahr bei der Ziehung in Madrid 70 Millionen Euro mehr ausgeschüttet als im Vorjahr. Kurz vor Weihnachten waren in Spanien bereits an nur einem Tag, dem 22. Dezember, Gewinne in Höhe von insgesamt 2,2 Milliarden Euro verteilt worden. 

Sowohl die Weihnachts-Lotterie, "El Gordo" (der Dicke) genannt, die die größte und älteste der Welt ist und bereits zum 203. Mal stattfand, als auch die zweite Sonderziehung am Dreikönigstag, die seit 1941 existiert, locken jedes Jahr einen Großteil der 46 Millionen Spanier vor die Fernseher. Die Ziehung am 6. Januar wird in Anlehnung an das von den Heiligen Drei Königen besuchte Jesuskind "El Niño" genannt.

dpa


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