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Boulevard Tina Turner wird 70
Menschen Boulevard Tina Turner wird 70
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13:17 24.11.2009

Washington. 70 Jahre? Noch vor wenigen Monaten fegte Turner auf ihrer Abschieds-Tournee mit Löwenmähne und im Glitzer-Mini über die Showbühnen der Welt. Sie bewies dabei mühelos, dass auch Frauen jenseits des Renteneintrittsalters ihr Publikum mit erotisch aufgeladenen Choreographien anheizen können. Tina Turner ist eine Klasse für sich: Ihre Lebensgeschichte ist ebenso unvergleichlich wie ihr Tanzstil und ihre Reibeisenstimme.

Mehr als 170 Millionen Platten hat Turner verkauft. Kein anderer Star lockte so viele Konzertbesucher zu Soloauftritten. Dabei schien nichts ferner als der Aufstieg zu Weltruhm, als sie am 26. November 1939 als Anna Mae Bullock in einem Dorf in Tennessee als Tochter tiefgläubiger Fabrikarbeiter geboren wurde. Turners Wurzeln liegen in der schwarzen Musik der US-Südstaaten. Später wandte sie sich der weißen Rockmusik zu. Ihre genre-übergreifenden Songs trafen den Massengeschmack: Teenager hören sie ebenso wie ihre Eltern, Weiße ebenso wie Schwarze.

Schon mehrfach hat Tina Turner ihren Abschied von der Konzertbühne angekündigt, bislang freilich kehrte sie immer wieder zurück ins Rampenlicht. Ihre Tournee im Frühjahr dieses Jahres soll nun aber ganz offiziell die letzte gewesen sein. Turner genießt das Privatleben mit ihrem deutschen Langzeitpartner Erwin Bach. „Ich gehe nicht mehr in Diskos, ich bin gern zu Hause“, sagte sie im Juni in der ARD-Sendung „Beckmann“. Ganz „furchtbar“ finde sie nämlich den Anblick einer Frau an einer Bar, „vielleicht wegen meiner Lebensgeschichte“.

Diese Lebensgeschichte misst die ganze Spannbreite von der Tingeltangel-Bar bis hin zum idolhaft entrückten Weltstar-Dasein aus. Tina war noch keine 20, als Musikmanager im damaligen Soul-Mekka St. Louis auf das Energiebündel aufmerksam wurden. Sie tat sich mit dem Musiker Ike Turner zusammen, mit ihrer Show „The Ike and Tina Turner Revue“ zogen sie durch die Städte und landeten erste Hits. Auch privat waren die beiden ein Paar. Hinter dem musikalischen Höheflug freilich versteckte sich eine Ehe-Hölle.

Als tyrannischer Manager und Ehemann terrorisierte Ike Turner seine Frau. Er bevormundete, erniedrigte, betrog und schlug sie. Seine Drogensucht ruinierte das Paar künstlerisch und finanziell. Nach einem besonders gewaltsamen Ehekrach verließ Tina Turner 1976 ihren Ehemann heimlich bei Nacht und Nebel. Sie hatte kein Geld und viele Schulden, zunächst versteckte sie sich bei Freunden. Der gefallene Star tingelte über kleine Bühnen, lebte von Sozialhilfe. Tina Turner biss sich durch, so gut es ging. Später erzählte sie, dass ihr buddhistischer Glaube ihr in dieser schweren Zeit Halt gegeben habe.

Es sollte bis Dezember 1983 dauern, ehe Tina Turner endlich wieder Erfolg hatte. Ihr Song „Let’s Stay Together“ wurde zum Überraschungs-Hit. Im folgenden Jahr veröffentlichte sie das inzwischen legendäre Album „Private Dancer“, das sich mehr als elf Millionen Mal verkaufte. Es war das Riesen-Comeback einer 45-Jährigen, Publikum und Kritiker lagen ihr zu Füßen. Im Jahr 1986 stellte sie den Rekord für das größte zahlende Publikum einer Solokünstlerin auf: 186.000 Menschen kamen zu ihrem Konzert in Rio de Janeiro.

Es folgten weitere Platten und viele Hits, Filmrollen und Preisverleihungen. Ihre Autobiografie „Ich, Tina“ wurde zum Bestseller, das Buch wurde verfilmt. Ihre Lebensgeschichte faszinierte das Publikum wohl auch deshalb, weil sie etwas Tröstliches hat: Sie illustriert den Sieg des Guten über das Böse, die erfolgreiche Selbstbehauptung einer gedemütigten Frau. Die vergangenen 20 Jahre lebte Tina Turner vor allem in Europa, einige Jahre davon in Köln, nun vor allem in der Schweiz. Ihr Ex-Mann Ike starb 2007 in Armut.

AFP

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