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Boulevard Thomas Anders auf den Spuren von Helene Fischer
Menschen Boulevard Thomas Anders auf den Spuren von Helene Fischer
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14:37 04.04.2017
Thomas Anders. Quelle: dpa
Hamburg

„Im Grunde ist es nichts anderes als Modern Talking auf Deutsch“, bringt Thomas Anders die musikalische Ausrichtung seines neuen Albums auf den Punkt. „Pures Leben“ heißt das am Freitag (7. April) erscheinende Werk und ist damit gleichzeitig ein Debüt: Denn der 54-Jährige hat zwar schon vor seiner Weltkarriere als singende Hälfte von Modern Talking Singles in deutscher Sprache veröffentlicht, aber noch nie ein komplettes Album.

Dass Anders sich ausgerechnet zu einer Zeit mit deutschsprachigen Liedern beschäftigt, in der er sogar in Los Angeles vor 10 000 Leuten Konzerte spielt, ist zumindest bemerkenswert. Warum also gerade jetzt die Hinwendung zur Sprache seiner Heimat? „Ich habe eine lange Karriere hinter mir und probiere einfach wahnsinnig gerne Neues aus - ob das nun 2006 das Orchester-Album „Songs Forever“ war oder 2011 die gemeinsame Platte mit Uwe Fahrenkrog-Petersen“, sagt Anders der Deutschen Presse-Agentur in Hamburg.

In den vergangenen Jahren habe er sich immer öfter dabei ertappt, wie er deutschsprachige Musik hörte und an ihr Gefallen fand. „Da dachte ich, dass ich es jetzt doch mal selbst wagen könnte.“ Gregor Meyle, Max Giesinger und Revolverheld nennt Anders als Beispiele für moderne Musik von hier. Die klang für ihn aber nicht immer so gut wie heute: „Wenn vor 20 Jahren etwas Deutsches im Radio lief, zuckte ich schon mal zusammen, weil es so gar nicht in dieses Gefüge von Musik passte, die ich hören wollte.“

Viel habe er in den vergangenen beiden Jahren ausprobiert, jede Menge Titel aufgenommen und wieder verworfen. „Dabei habe ich festgestellt, dass ich nicht der Singer-Songwriter-Typ bin. Trotzdem musste ich lernen, deutsche Worte anders zu betonen.“ So kommt es, dass er in der ersten Single („Der beste Tag meines Lebens“) nun genieß'n statt genießen singt und nich' statt nicht. „Die deutsche Sprache wird heutzutage in der Musik eher schlampig interpretiert“, sagt der in Koblenz wohnende Musiker.

Für die Platte arbeitete er neben anderen auch mit Helene Fischers Liedtexter Tobias Reitz zusammen, woraus das Stück „Sie und ich und du“ entstanden ist. Auch musikalisch erinnern seine Songs an den Popschlager von Andrea Berg und Helene Fischer. „Warum sollte ich den Sound ändern, mit dem ich mich wohlfühle?“, sagt Anders und verweist auf Modern Talking. „Ich brauche Melodiebögen. Denn ich will singen. Und wenn ich eines kann, dann ist es singen!“

Das tut er seit 2003 bevorzugt allein. Eine musikalische Wiedervereinigung mit seinem Ex-Kollegen Dieter Bohlen, der als „Deutschland sucht den Superstar“-Juror auf RTL gerade auf eher mäßige TV-Quoten kommt, schließt Anders aus - beide trafen sich 2014 das erste Mal wieder seit der zweiten Trennung von Modern Talking. „Ja, wir haben gesprochen“, erzählt Anders und wird wortkarg. „Wir sind in Frieden auseinandergegangen. Aber er und ich wissen auch, dass wir nicht mehr zusammen passen. Das ist doch eine Erkenntnis.“

Von Katja Schwemmers, dpa