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Lady Gaga in Red beim Auftakt des Super Bowls in den USA.

Lady Gaga in Red beim Auftakt des Super Bowls in den USA. © Tannen Maury

Musik

Super-Bowl-Halbzeitshow mit Pop statt Skandalen

War da was? Zur Halbzeit des Super Bowl singt Beyoncé zwar ihren neuesten "Frauen an die Macht"-Hit mit politischer Botschaft. Aber ansonsten kommt die Pausenshow als bonbonfarbene Familienunterhaltung daher. Echte Aufreger gibt es nicht.

Santa Clara. Jedes Jahr ist es eines der bestgehüteten Geheimnisse im US-Showbiz: Wie spektakulär wird die Halbzeitshow des Super Bowl aussehen?

Die Antwort auf diese Frage ist immens wichtig: Tickets für Konzerte der Künstler verkaufen sich nach den Auftritten deutlich besser, Musikverkäufe schießen in die Höhe. 

Am Sonntagabend deuteten die Kommentatoren des 50. Finales der American-Football-Liga NFL nach rund einer Stunde Spielzeit an, was die Zuschauer erwartet: "Eine Feier von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Was dann folgte, war bonbonbuntes Familienprogramm mit drei Weltstars.

Den Auftakt machte die britische Band Coldplay mit gekürzten Versionen ihrer Hits "Viva la Vida", "Fix You" und dem neuen Song "Adventure of a Lifetime", bevor Pop-Soul-Sänger Bruno Mars übernahm und seinen Hit "Uptown Funk" anstimmte. Schließlich war es aber an R&B-Ikone Beyoncé Knowles, die Show vollends zu kapern und ihren tags zuvor veröffentlichten Song "Formation" zu präsentieren.

Das ganze Wochenende über hatte die 34-Jährige bereits viel Lob für die feministische Botschaft und den im Videoclip zum Lied enthaltenen Hinweis auf Polizeigewalt gegen Schwarze bekommen. Im schwarzen Kostüm mit Gold-Verzierungen erinnerte Beyoncé dann auch an Michael Jackson aus "Black & White"-Zeiten und die schwarzen Lederjacken von Bruno Mars' Band an die Black-Panther-Bewegung der 1960er Jahre. Viel schwarze politische Botschaft also für einen in Fankultur und öffentlicher Darstellung immer noch recht weißen Sport.

Das Fazit in US-Medien nach dem Auftritt ist dementsprechend deutlich: "Es ist gar keine Frage, dass Beyoncé den Headlinern Coldplay die Show gestohlen hat", fasste "USA Today" zusammen. Deren Trick hingegen sei es, "große Lücken mit ausdruckslosem, teilweise liebenswerten Genuschel zu füllen", hieß es in der "New York Times". Dass die diesjährige Show in die Annalen des Events eingehen wird, glaubt niemand so recht.

Und das, obwohl seit einigen Jahren der musikalische Pausenfüller zu den Höhepunkten des Football-Finales zählt. 120 Millionen Menschen sahen im vergangenen Jahr die Pausennummer, es war die höchste Einschaltquote in der US-Fernsehgeschichte. Das alles ist aber eher eine neuere Entwicklung.

Nach ruhigeren Anfangsjahren gilt der Auftritt von Michael Jackson mit rund 3500 Kindern und der von viel Pathos getragenen Hymne "Heal the World" aus dem Jahr 1993 als erster Aufsehen erregender Erfolg. Auch für Skandale sorgte die Zwischenshow bereits: Unvergessen ist bis heute die entblößte Brust von Janet Jackson 2004 - das sogenannte Nipplegate. Acht Jahre später streckte Sängerin M.I.A. gar ihren Mittelfinger in die Kameras.

Auf derlei Eskapaden mussten die Zuschauer 2016 verzichten. Trotz politischer Botschaft kamen die Songs brav und bieder daher, während unter dem transparenten Boden der riesigen Bühne immer wieder neue Blumenmotive explodierten. Zum Abschluss war es an den mehr als 70000 Zuschauern im Levi's-Stadion im kalifornischen Santa Clara, die Botschaft zusammenzufassen. Mit übergroßen Farbtafeln bildeten sie den Schriftzug: "Believe in Love" ("Glaubt an die Liebe").

dpa


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