Menü
Neue Presse | Ihre Zeitung aus Hannover
Anmelden
Boulevard Super-Bowl-Halbzeitshow mit Pop statt Skandalen
Menschen Boulevard Super-Bowl-Halbzeitshow mit Pop statt Skandalen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:34 08.02.2016
Lady Gaga in Red beim Auftakt des Super Bowls in den USA. Quelle: Tannen Maury
Anzeige
Santa Clara

Jedes Jahr ist es eines der bestgehüteten Geheimnisse im US-Showbiz: Wie spektakulär wird die Halbzeitshow des Super Bowl aussehen?

Die Antwort auf diese Frage ist immens wichtig: Tickets für Konzerte der Künstler verkaufen sich nach den Auftritten deutlich besser, Musikverkäufe schießen in die Höhe. 

Am Sonntagabend deuteten die Kommentatoren des 50. Finales der American-Football-Liga NFL nach rund einer Stunde Spielzeit an, was die Zuschauer erwartet: "Eine Feier von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft". Was dann folgte, war bonbonbuntes Familienprogramm mit drei Weltstars.

Den Auftakt machte die britische Band Coldplay mit gekürzten Versionen ihrer Hits "Viva la Vida", "Fix You" und dem neuen Song "Adventure of a Lifetime", bevor Pop-Soul-Sänger Bruno Mars übernahm und seinen Hit "Uptown Funk" anstimmte. Schließlich war es aber an R&B-Ikone Beyoncé Knowles, die Show vollends zu kapern und ihren tags zuvor veröffentlichten Song "Formation" zu präsentieren.

Das ganze Wochenende über hatte die 34-Jährige bereits viel Lob für die feministische Botschaft und den im Videoclip zum Lied enthaltenen Hinweis auf Polizeigewalt gegen Schwarze bekommen. Im schwarzen Kostüm mit Gold-Verzierungen erinnerte Beyoncé dann auch an Michael Jackson aus "Black & White"-Zeiten und die schwarzen Lederjacken von Bruno Mars' Band an die Black-Panther-Bewegung der 1960er Jahre. Viel schwarze politische Botschaft also für einen in Fankultur und öffentlicher Darstellung immer noch recht weißen Sport.

Das Fazit in US-Medien nach dem Auftritt ist dementsprechend deutlich: "Es ist gar keine Frage, dass Beyoncé den Headlinern Coldplay die Show gestohlen hat", fasste "USA Today" zusammen. Deren Trick hingegen sei es, "große Lücken mit ausdruckslosem, teilweise liebenswerten Genuschel zu füllen", hieß es in der "New York Times". Dass die diesjährige Show in die Annalen des Events eingehen wird, glaubt niemand so recht.

Und das, obwohl seit einigen Jahren der musikalische Pausenfüller zu den Höhepunkten des Football-Finales zählt. 120 Millionen Menschen sahen im vergangenen Jahr die Pausennummer, es war die höchste Einschaltquote in der US-Fernsehgeschichte. Das alles ist aber eher eine neuere Entwicklung.

Nach ruhigeren Anfangsjahren gilt der Auftritt von Michael Jackson mit rund 3500 Kindern und der von viel Pathos getragenen Hymne "Heal the World" aus dem Jahr 1993 als erster Aufsehen erregender Erfolg. Auch für Skandale sorgte die Zwischenshow bereits: Unvergessen ist bis heute die entblößte Brust von Janet Jackson 2004 - das sogenannte Nipplegate. Acht Jahre später streckte Sängerin M.I.A. gar ihren Mittelfinger in die Kameras.

Auf derlei Eskapaden mussten die Zuschauer 2016 verzichten. Trotz politischer Botschaft kamen die Songs brav und bieder daher, während unter dem transparenten Boden der riesigen Bühne immer wieder neue Blumenmotive explodierten. Zum Abschluss war es an den mehr als 70000 Zuschauern im Levi's-Stadion im kalifornischen Santa Clara, die Botschaft zusammenzufassen. Mit übergroßen Farbtafeln bildeten sie den Schriftzug: "Believe in Love" ("Glaubt an die Liebe").

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 00:00 und 07:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Beatles singen seit über 40 Jahren nicht mehr - doch ihrer Heimatstadt Liverpool spülen sie nach wie vor Millionen in die Kassen. Auf rund 82 Millionen Pfund (106 Millionen Euro) pro Jahr beläuft sich die Summe, die der Beatles-Tourismus der nordenglischen Stadt einbringt, wie eine Studie im Auftrag der Stadt ergab.

08.02.2016

David Bowie führt nach seinem Tod die deutschen Vinyl-Charts an. Sein aktuelles Album "Blackstar" steht nach Angaben der GfK Entertainment an der Spitze der Januar-Hitliste.

08.02.2016

Die britische Sängerin Adele ist nach Angaben des Weltverbands der Phonoindustrie (IFPI) die populärste Musikerin des Jahres 2015. Die 27-Jährige sei die am meisten gehörte Künstlerin des Jahres, sagte ein Sprecher des Verbandes am Montag in London.

08.02.2016
Anzeige