Navigation:

© ddp images

Lifestyle

Spitze hat sich endgültig durchgesetzt

Spitze gibt es schon seit Jahrhunderten, doch nicht immer war der Stoff auch bei den großen Designern und im Alltag in. Das hat sich geändert. 2008 bekam die Traditionsstickerei Forster Rohner in St.

Gallen überraschend Besuch vom Hause Prada, das sich sofort in die Schweizer Spitze verliebte.

Ausgehend davon hat Prada die Spitze der Zukunft erschaffen, die seither so angesagt ist, wie die "Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung" meldet. Mit der weißen Spitze, die in der Vergangenheit zumeist auf Hochzeiten und Taufen getragen wurde, hatten die Prada-Entwürfe allerdings nicht mehr viel zu tun.

"Spitze hat ein ganz klares Image der Verführung, des Dekors, der Weiblichkeit. Aber in ihrer Anwendung wurde sie modernisiert", wird Hans Schreiber, Kreativdirektor der Stickerei Forster Rohner vom Blatt zitiert. So werden Stickereien auf Hosen von Chloe platziert, in besonders geometrischer Form bei Calvin Klein, bei Erdem oder Christopher Kane sei die Spitze sowieso bereits allgegenwärtig:

"In Neongrün, in kreischendem Pink, als Teil von Kollektionen mit Titeln wie 'Princess Margaret on acid'", berichtet die "FAS" weiter. Chefdesigner von Burberry Prorsum, Christopher Bailey, hat beispielsweise für das aktuelle Frühjahr einen Trenchcoat aus grüner Spitze kreiert, Modemacherin Stella McCartney entwarf gleich eine komplette Hose aus dem begehrten Stoff.

"Das ist eine interessante Fusion zwischen Zukunft und Tradition. Die Spitze hat somit Einzug in die Tagesmode gehalten", betonte Schreiber weiter im Interview mit der Zeitung. Doch was unterscheidet eigentlich hochwertige Spitze von seiner 0815-Zwillingsschwester?

"Echte Spitze wird nicht in Massen gefertigt", betont Maud Lescroart, die das Familienunternehmen Sophie Hallette mit ihrem Bruder leitet. Aus dem Hause Hallette stammt auch eine der aufsehenerregendsten Spitzen-Kreationen der letzten Jahre: das Kleid, dass Kate Middleton bei ihrer Hochzeit mit Prinz William 2011 in London trug.

Seit dem 15. Jahrhundert sei der aus Garn bestehende, durchbrochene Stoff in der Mode verlässlichen Wellen gefolgt, beispielsweise war der sinnliche Stoff in den 1970ern nicht en vogue. Die neueste Revolution kam tatsächlich durch Prada. "Miuccia Prada entwarf Mode, die an Kleidung für Männer erinnerte, zum Beispiel Hemden und kombinierte sie mit Spitze. Heute können wir interessanten Berufen nachgehen und gleichzeitig wie Frauen aussehen", folgt das abschließende Fazit von Lescroart.

(lp/spot)