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Boulevard Spectre-Premiere in London: Bond lockt die Promis
Menschen Boulevard Spectre-Premiere in London: Bond lockt die Promis
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21:26 26.10.2015
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Im Smoking und betont lässig, zwei wunderschöne Frauen in den Armen: So muss James Bond aussehen, so posierte Daniel Craig bei der "Spectre"-Weltpremiere mit Monica Bellucci und Léa Seydoux.

Über den roten Teppich in London flanierte am Montagabend zwischen Hunderten Premierengästen auch der Österreicher Christoph Waltz, der den Bösewicht spielt. "Es ist ein Familienunternehmen", sagte der zweifache Oscar-Preisträger dem Sender Channel 5 über das Gefühl, in der über 50 Jahre alten Kult-Reihe mitzuspielen.

Zeitgleich mit der Premiere lief "Spectre", der 24. offizielle Bond-Film, auch in den britischen Kinos an. In Deutschland ist es am 5. November so weit, aber schon am Mittwoch lassen sich Craig, Waltz und "Miss Moneypenny" Noamie Harris auch in Berlin blicken.

Was in Berlin fehlen wird, ist aber der royale Glamour: Mit auf dem Teppich waren in London auch Prinz William, seine Frau Kate in einem hellen, langen Kleid und Prinz Harry, der weiterhin Bart trägt. Vor drei Jahren bei "Skyfall" waren Prinz Charles und seine Camilla dabei. Grammy-Preisträger Sam Smith, der mit "Writing's On The Wall" den Titelsong beisteuern durfte, freute sich allerdings auf einen ganz anderen Premierengast am meisten: "Ich werde mich verbeugen, wenn ich sie sehe", sagte er über Kollegin Shirley Bassey, die "Goldfinger" und andere Bond-Song-Klassiker gesungen hat, und in goldener Robe ebenfalls über den Teppich schritt. Ben Whishaw, der als Tüftler Q seit "Skyfall" Bond mit Autos und anderer Agenten-Ausrüstung versorgt, erklärte das Erfolgsrezept der 007-Filme: "Man weiß, was man bekommt, aber es ist jedes Mal ein bisschen anders."

Das trifft auch auf "Spectre" wieder einmal genau zu. Der ebenso spannende wie humorvolle Actionthriller hat alle Zutaten für einen guten Bond-Film. Den Helden, der im Kugelhagel, in einem einstürzenden Haus und unter Folter cool bleibt: Craig achtet stets darauf, dass die Manschetten unterm geschlossenen Jackett ordentlich sitzen. Die schönen Frauen, die Bond verfallen: Witwe Lucia Sciarra (Bellucci) und Psychologin Madeleine Swann (Seydoux) haben jede auf ihre Art Stil und Courage. Einen Schurken mit Weltherrschaftsambitionen, der Bond glänzen lässt: Waltz spielt einen fast normal wirkenden und gerade deshalb richtig unheimlichen Franz Oberhauser mit Bravour.

Auch einige Nebenrollen gewinnen in "Spectre" erneut an Tiefe. So hat etwa Moneypenny, von der dümmlichen Vorzimmerdame der 60er und 70er inzwischen zur Agentin im Innendienst avanciert, erstmals erkennbare Interessen außerhalb des Geheimdienstes. "Man nennt es Leben", belehrt sie denn auch ihren Chef am Telefon. Mit Judy Dench war Bonds Chef(in) M bereits vom Auftraggeber hinterm Schreibtisch zu einem echten Gegenüber geworden, jetzt nimmt Nachfolger Ralph Fiennes sogar eine Waffe in die Hand. Selbst Q geht, wenn auch höchst widerwillig, vorübergehend in den Außendienst. Das Thema des neuen Bond könnte aktueller kaum sein: Mit C taucht ein mächtiger Bürokrat auf der MI6-Bildfläche auf, der nicht an Doppelnull-Agenten mit der Lizenz zum Töten glaubt, sondern an Kontrolle durch totale, international vernetzte Überwachung. Das klingt verdächtig nach NSA und GCHQ, und genau das soll es auch.

Whistleblower Edward Snowden wird an diesem Film seine Freude haben, denn "Spectre" bezieht klar politisch Stellung. Zudem ist C-Darsteller Andrew Scott, den manche als Moriarty aus der BBC-Serie "Sherlock" kennen dürften, eine herrlich boshafte Bereicherung für die Seite der Bösen. Seit Wochen ist das ganze Produktionsteam auf Werbetour, denn die Erwartungen sind gewaltig. "Skyfall" vor drei Jahren war so kommerziell wie kein Bond zuvor, "Spectre" war mit angeblich rund 300 Millionen Euro Produktionskosten noch teurer als sein Vorgänger. Daniel Craig hatte vorab in der BBC vom Druck berichtet, unter dem das Team und die Produzenten nach dem riesigen Erfolg von "Skyfall" vor drei Jahren standen. "Wir mussten alles geben", sagte der Darsteller, der zugleich Co-Produzent ist. Es hat sich gelohnt. dpa

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