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So wird der Rostock-Polizeiruf am Sonntag

Rostock befindet sich im "Fischerkrieg" (Sonntag, ARD). Profilerin Katrin König (Anneke Kim Sarnau) und Kommissar Alexander Bukow (Charly Hübner) ermitteln nach einem Mord am Fischereihafen.

Die Frage nach dem Mörder beschäftigt vor allem König, ebenso wie die bohrende Frage nach ihrer Herkunft. Hier die wichtigsten Antworten zum Sonntagskrimi:

Um was geht es in "Fischerkrieg"?

Paul Thomsen, die graue Eminenz unter den Fischern in Warnemünde, wird tot am Kai aufgefunden. Während Katrin König am Tatort die neugierige und überraschend gut informierte Journalistin Nina Berger (Inga Busch) vertreibt, erfährt Alexander Bukow, dass sein Vater Veit Bukow (Klaus Manchen) im Mittelpunkt der Ermittlungen steht. Der Kommissar wird vom Fall abgezogen, beginnt jedoch auf eigene Faust im Rostocker Hafen nachzuforschen. Als König erneut die Journalistin aufsucht und ihren scheinbar eindeutigen Hinweisen nachgeht, stellt die Profilerin fest, dass es bei dem Fall nicht nur um Fischfang-Quoten im Rostocker Hafen geht.

Lohnt es sich, am Sonntag einzuschalten?

Ja. Denn das ungleiche Paar, Profilerin und Kommissar, erfüllen wieder alle Erwartungen. Seit 2010 ermitteln die beiden zusammen. Langsam kennt der Tatort/Polizeiruf-Fan die beiden und glaubt man allein den Facebook-Postings, haben sie sich längst ihren Platz in der Top-Riege der Kultkrimi-Ermittler erspielt. Auffallend gut sind auch dieses Mal wieder die beiden Handlungsstränge - Mordfall und die Frage nach Königs Herkunft - miteinander verwoben. Und das Fischereimilieu ist förmlich zu riechen.

Wie entwickelt sich die Beziehung des Ermittler-Duos?

Es gibt Momente, in denen man fast meinen könnte, die noch in der letzten Folge "Stillschweigen (September 2012) so unvereinbar scheinenden Charaktere - der große, coole, ruppige und machistische Kommissar Bukow und die kleine, zarte, nachdenkliche und gebildete Profilerin König - nähern sich an. Zumindest schwindet das Misstrauen. Irgendwann gesteht König ihrem Kollegen sogar ein entscheidendes Detail aus ihrer Kindheit, deren Puzzleteile sie auch in dieser Polizeiruf-Folge weiter mühsam zusammensucht.

In dem Maß, in dem die beiden sich annähern, wächst die Distanz zwischen Bukow und seiner Ehefrau Vivian Bukow (Fanny Staffa). Für deren Themen wie beispielsweise die Umgestaltung der gemeinsamen Wohnung, hat der gestresste Kommissar kein Ohr. Ein umso offeneres Ohr findet Vivian dagegen wieder bei Bukows Kollegen, dem sanften und sympathischen Volker Thiesler (Josef Heynert).

All diese zwischenmenschlichen Verstrickungen könnten bei einem Krimi nerven, tun sie aber nicht. Stattdessen bilden sie einen schönen Kontrast zum sehr rauen Fischereihafen-Umfeld und dem äußerst rohen Umgang der Fischer untereinander. Auch Bukow bewegt sich stets auf dünnem Eis, wenn er mit seinen eher unkonventionellen und an der Korruptionsgrenze entlang schrammenden Ermittlungsmethoden à la Schimanski die Wahrheit herausfinden will. Krieg und Moral sind eben zwei, die nicht reibungslos zusammenpassen.

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