Navigation:

© ddp images

Kino

So kam "Ziemlich beste Freunde"-Star Omar Sy zum Film

Wer kennt ihn nicht, den französischen Überraschungsfilm "Ziemlich beste Freunde" aus dem Jahr 2011? Die Geschichte ist berührend, einen großen Teil des Erfolgs verdankt der Streifen aber sicherlich den beiden Hauptdarstellern, allen voran Omar Sy (35).

Wie er zum Projekt kam, erklärte der zum damaligen Zeitpunkt als Comedian bei einer TV-Produktion arbeitende, gebürtige Pariser mit senegalesischen Wurzeln der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" so:

"Beim Fernsehen tauchten eines Tages zwei Leute auf und sagten: Wir machen einen kurzen Film und suchen Schauspieler, wie wär's mit dir? [...] Ich sagte den beiden: Sie müssen wissen, ich bin gar kein richtiger Schauspieler. Und die sagten: Das ist okay, wir sind auch keine richtigen Regisseure. Und da hatten sie mich, das fand ich wirklich lustig", beschreibt Omar Sy das erste Zusammentreffen mit Eric Toledano und Olivier Nakache.

Sowohl der Pfleger Driss als auch die Rolle des Polizisten Ousmane in seinem neuen Streifen "Ein Mordsteam" stammen aus den verrufenen Vororten von Paris. Das zu spielen, ist für Omar Sy kein Problem, denn er stammt tatsächlich aus einem dieser sogenannten Banlieues. "Ich bin in Trappes geboren und aufgewachsen [...] In unserem Block war die ganze Welt zu Hause: Pakistaner, Türken, Portugiesen, Spanier, Marokkaner, Algerier, Chinesen", beschreibt Sy das Leben seiner damals zehnköpfigen Familie.

Der Vater arbeitete in einer Fabrik, die Mutter ging putzen. Von ihr hat er wohl das komödiantische Talent geerbt, denn sie habe immer viele Witze gemacht. So viel Omar Sy seinem damaligen Leben abgewinnen kann, den heutigen Jugendlichen in den Vororten geht es nicht mehr gut. "Wenn du in den Vororten aufwächst, hast du automatisch geringere Chancen. Die Jugendlichen dort wissen das und suchen gar nicht mehr nach Auswegen [...] Wir hatten damals noch Träume", erklärt Sy der "FAS".

Seine beiden Kinder und seine Frau müssen sich damit nicht mehr direkt auseinandersetzen, denn nicht zuletzt "Ziemlich beste Freunde" war Sys Ticket aus der Vorstadt. Und nicht nur das, inzwischen lebt er mit seine Familie sogar in den USA, genauer gesagt in der Filmhochburg Los Angeles. Noch fühle es sich allerdings an wie ein langer Urlaub, "wir gehen oft an den Strand, schwimmen im Meer".

Omar Sy ist aber auch der Jobs wegen in die USA gezogen. In erster Linie will er "endlich richtig Englisch lernen". In Hollywood "einen Fuß in die Tür zu bekommen", sei aber auch ein Ziel gewesen. Es scheint ihm gelungen zu sein: "Ich werde in X-Men spielen", berichtet er von seinem ersten Erfolg in Übersee. In Deutschland läuft seine Filmkomödie "Ein Mordsteam" seit Donnerstag im Kino.

(ili/spot)