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So geht es weiter mit dem Frankfurter "Tatort"

Ob der Frankfurter "Tatort"-Kommissar Frank Steier (Joachim Król) auch von seiner zukünftigen Kollegin als "Arschloch" bezeichnet wird? Mit dem Abschied von Conny Mey (Nina Kunzendorf) ist der "Tatort" um eines seiner besten Duos ärmer: der alkoholkranke, menschenverachtende Steier und die lässige Mey, eine sexy Kommissarin mit roten Stiefeln, bunten Tops und weichem Kern.

Steier wirkt sichtlich gekränkt, als ihm seine Kollegin erklärt, dass sie an die Polizeischule nach Kiel wechseln will. Król selbst hätte angeblich auch gerne ohne weibliche Begleitung weiter ermittelt. Der Hessische Rundfunk lässt Steier dann aber doch nicht ganz alleine auf die Verbrecher los:

Für den nächsten Fall, der bereits im März abgedreht worden ist, steht ihm Alwara Höfels ("Keinohrhasen", "Tatortreiniger") zur Seite. Anschließend übernimmt Margarita Broich den Part. Der erste "Tatort" mit dem Duo Król/Broich soll ab November gedreht und voraussichtlich im zweiten Halbjahr 2014 ausgestrahlt werden. Wie die neue Kommissarin auftritt, darf Broich offenbar mitentscheiden. Mit ihr zusammen soll eine Figur entwickeln werden, "die das Besondere am Frankfurter 'Tatort' weiterführen wird", hieß es vom Sender.

Mit "Tatort"-Kommissaren müsste sich die 52-jährige Schauspielerin bestens auskennen: Ihr Mann Martin Wuttke ermittelt bereits im Leipziger "Tatort" als Hauptkommissar Keppler. Das Paar lebt mit den beiden gemeinsamen Söhnen in Berlin. Sie habe ihren Mann erst vor drei Wochen eingeweiht, verriet Broich dem "Berliner Kurier".

Sie selbst habe von dem neuen Job schon vor längerer Zeit erfahren. "Ich bin abergläubisch und dachte: Wenn du es jetzt erzählst, wird es vielleicht doch nichts." Wuttke sei nach der Nachricht erst sprachlos gewesen und habe sich dann riesig gefreut. Und auch ihr Nachbar gehört zur Krimi-Familie: Der Kölner "Tatort"-Kommissar Dietmar Bär wohnt in der Wohnung darüber und freut sich ebenfalls mit seiner neuen "Kollegin", berichtet das Blatt weiter.

Broich selbst kommt vom Theater. Ihr Gesicht sei vielleicht bekannter als ihr Name, heißt es beim Hessischen Rundfunk. Sie trat bereits in Inszenierungen von Regisseuren wie Christoph Schlingensief, Einar Schleef, Heiner Müller, Robert Wilson und George Tabori auf. Aber auch an Krimi-Erfahrung mangelt es der 52-Jährigen nicht:

Gastrollen hatte Broich in "Polizeiruf 110", "Tatort", "Soko", "Ein Fall für zwei", "Pfarrer Braun", "Bloch" und "Bella Block". Für ihre Darstellung der Hildegard Ellers in dem Film "Quellen des Lebens" wurde sie für den Deutschen Filmpreis nominiert. Auch in anderen Kinoproduktionen wie "Der Vorleser", "Effi Briest" und "Warum Männer nicht zuhören und Frauen schlecht einparken" wirkte sie mit.

Ihre Arbeit als Schauspielerin verknüpft Broich auch mit ihrem zweiten beruflichen Standbein: Sie ist gelernte Fotografin. Viele ihrer Fotos sind Porträts von Kollegen, die sie nach der Vorstellung ablichtet. So entstanden Aufnahmen von Stars wie Ben Becker, Kate Winslet, Veronika Ferres, Klaus Maria Brandauer, Christoph Schlingensief, Christiane Hörbiger oder John Malkovich.

Dietmar Bär fotografierte sie sogar schon in der Badewanne. Die Bilder ihrer Kollegen waren unter dem Titel "Wenn der Vorhang fällt" auch schon in einer Austellung zu sehen. Vielleicht gibt es auch bald ein paar Aufnahmen von Joachim Król zu bestaunen...

(hub/spot)