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Sigmar Solbach: "Sexualität nicht mehr so vordergründig"

Sigmar Solbach (66) erklärt im Interview mit der Nachrichtenagentur spot on news, dass er durch die TV-Serie "Dr. Frank - Der Arzt, dem die Frauen vertrauen" nicht zum Frauenversteher geworden ist.

Am Sonntag ist der Schauspieler in dem Film "Eine Frage der Ehre" im ZDF zu sehen.

Lange nichts gehört von Ihnen, Herr Solbach - wie kommt's?

Weil ich mich entschlossen habe, etwas kürzer zu treten um mehr Zeit für Familie und andere Aktivitäten zu haben. Der Fokus liegt auf meiner Frau und auf dem Segeln. Ich habe gerade die zweite Atlantiküberquerung hinter mir. Das hätte ich zu Zeiten von Dr. Frank nicht hinbekommen.

Dann wären Sie ja prädestiniert gewesen für die Rolle des Traumschiff-Kapitäns.

Ich liebe das Traumschiff - allein schon wegen den exotischen Arbeitsbedingungen. Aber trotzdem bin ich ganz froh, dass ich keine durchgehenden Serienverpflichtungen mehr habe. Zumal ich auch das Rollenfach gewechselt habe. Ich gebe keine netten Schwiegersöhne mehr, sondern spiele lieber etwas zwielichtige Typen. Der schauspielerische Reiz an gebrochenen Figuren ist einfach größer.

Gibt's genug zwielichtige Angebote?

Mir reicht's. Zumal ich ohnehin viele Angebote ablehne. Ich muss Gott sei Dank nicht mehr für die Miete arbeiten, da ich die Dr. Frank-Gage ganz gut angelegt habe. Daher kann ich es mir heute erlauben, nur das zu machen was ich wirklich will.

Ist das Etikett "Der Arzt, dem die Frauen vertrauen" Ihrem Liebesleben zuträglich gewesen?

Nicht wirklich. Mit dem Spruch wurde lange Zeit sogar viel Schabernack getrieben. Ursprünglich wollte ich die Rolle fast ablehnen, als ich den Untertitel zum ersten Mal hörte. Gott sei Dank habe ich es nicht getan, denn ich verdanke dem Dr. Frank nicht nur Wohlstand und Popularität, sondern auch eine sehr schöne Zeit.

Sind Sie Rollenbedingt wenigstens zum Frauenversteher geworden?

Wer kann das schon von sich behaupten? Zumindest gebe ich mir Mühe meine Frau Claudia zu verstehen, mit der ich seit über zehn Jahren in zweiter Ehe sehr glücklich bin. Allein die Tatsache, dass wir jedes Jahr zwei bis drei Monate zusammen in meinem zehn Meter kleinen Segelboot verbringen spricht Bände.

Da gab es bei anderen schon Mord und Totschlag

Eben! Aber mit Claudia kein Problem. Unsere Amplituden schwingen auf der gleichen Wellenlänge. Keiner versucht den anderen zu steuern oder zu verändern - für mich die ideale Beziehung. Unsere gemeinsame Überschrift lautet: Toleranz!

Lieben Sie heute anders als früher?

Als junger Mensch will man immer Schmetterlinge spüren und ständig Liebe machen. Ich genieße es sehr, dass die Sexualität heute bei mir nicht mehr so vordergründig ist.

Sondern?

Es geht um Verständnis und um gemeinsame Interessen. Wir beschäftigen uns zum Beispiel beide intensiv mit Buddhismus und unternehmen viele Asien-Reisen. Wir gehen auf Ayurveda-Kuren, machen Yoga, ernähren uns weites gehend biologisch und haben uns nach dem Standesamt in einer buddhistischen Zeremonie trauen lassen.

Eine Midlife Crisis?

Das ist keine Marotte, sondern ein Lebensweg. Ich gehe schon seit 20 Jahren auf diesem Pfad.

Wo führt der hin?

Das Ziel ist es, mit sich ins Reine zu kommen. Im besten Sinne, die Erleuchtung!

Ihre größte Tugend?

Meine Toleranz. Ich versuche stets alle Menschen mit dem gleichen Respekt zu behandeln.

Defizit?

Trotz aller Spiritualität, bin ich leider immer noch ein bisschen zu ungeduldig.

Welches Etikett hätten Sie gerne?

Sigmar, der Gelassene.

Ihr größter Wunsch für 2013?

Der Weltfrieden - nicht mehr und nicht weniger.

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