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Schrowange wurde sexuell belästigt

Die Sexismusdebatte geht in die nächste Runde und mit dabei ist Moderatorin Birgit Schrowange (55), die in der gestrigen ARD-Talkshow "Menschen bei Maischberger" ein bestürzendes Erlebnis aus den frühen Tagen ihrer Karriere schilderte: ihr ehemaliger Sendeleiter beim ZDF hat sie sexuell belästigt.

"Frauen waren damals Ansagerinnen, Assistentinnen, fanden allenfalls im Unterhaltungsprogramm statt", fängt die 55-Jährige an und schiebt dann hinterher: "Es war eine reine Männergesellschaft. Als ich anfing, war ich 23, 24 Jahre, hübsch, naiv und kam vom Dorf".

Ihr Sendeleiter hat diese Situation wohl schamlos ausgenutzt, er habe ihr eindeutige Avancen gemacht und ihr zu verstehen gegeben, sie habe nur Vorteile, wenn sie sich auf ihn einließe. "Da gab es dann väterliches Tätscheln", erinnert sich Schrowange. "Und dann hat er Besprechungen organisiert, wo wir alleine waren. Ich habe mich erst nicht gewehrt, das war damals tabuisiert." Eine Lage, die Schrowange als das schlimmste Erlebnis in ihrer 30-jährigen Fernsehlaufbahn beschreibt.

Gewehrt hat sie sich schließlich doch noch und dafür einen herben Rückschlag erleiden müssen. Auf einmal habe sie keine Dienste mehr bekommen, Einladungen seien aus ihrem Fach verschwunden und auch für die Aufträge als Messemoderatorin wäre sie plötzlich nicht mehr gefragt gewesen. Der Kommentar ihres Chef: "Mädel, stell dich doch nicht so an!" Heute ist ihr Blick auf die Geschehnisse von damals nüchtern. Sie rät dazu, sich in einer solchen Situation sofort zu wehren.

(jb/spot)