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Sarah Brightman bleibt auf dem Boden - vorerst zumindest.

Sarah Brightman bleibt auf dem Boden - vorerst zumindest. © Sergei Ilnitsky

Raumfahrt

Sarah Brightman verschiebt Flug ins Weltall

Die britische Sängerin Sarah Brightman (54) hat "aus familiären Gründen" ihr Raumfahrer-Training in Moskau abgebrochen und wird nicht wie geplant am 1. September als Touristin ins All fliegen.

Moskau. Den zehntägigen Ausflug zur Internationalen Raumstation ISS wolle sie zu einem späteren Zeitpunkt nachholen, teilte die Sopranistin ("Time To Say Goodbye") mit.

Russischen Medien zufolge soll Brightman nicht die nötigen Sponsoren für den Trip zusammenbekommen haben. Der Flug zum Außenposten der Menschheit rund 400 Kilometer über der Erde kostet angeblich rund 50 Millionen US-Dollar (etwa 44 Mio Euro).

Sie sei seit ihrer Kindheit vom Fliegen begeistert, sagte Brightman vor kurzem der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. "Mein Vater besaß ein Leichtflugzeug und hat mich von klein auf mitgenommen." Die US-Mondlandung 1969 habe ihr "Leben verändert", und seitdem wollte sie ins All fliegen. "Die Reise zur ISS ist ein Traum, der Wirklichkeit wird", sagte sie. Den Flug habe sie selbst bezahlt. "Ich arbeite seit meinem 11. Lebensjahr. Manche machen von ihrem Ersparten Urlaub bis zum Lebensende, ich fliege in den Kosmos."

Brightman hatte im Januar im Moskauer Juri-Gagarin-Ausbildungszentrum im Sternenstädtchen das Training begonnen. Sie dankte nun ihren Wegbegleitern bei der Erfüllung ihres Traums, ins All zu fliegen. Die Künstlerin, die in der Schwerelosigkeit auch singen wollte, wäre die erste Touristin auf der ISS seit 2009 gewesen. Zuvor hatten sich sechs Männer und eine Frau die Reise geleistet. Die Raumfahrtbehörde Roskosmos bestätigte, dass Brightman das Training abgebrochen habe.

Wer nun mit dem russischen Kosmonauten Sergej Wolkow und dem dänischen Astronauten Andreas Mogensen am 1. September zur Raumstation fliegt, ist offen. Zwar setze der japanische Unternehmer Satoshi Takamatsu das Training anstelle von Brightman im Sternenstädtchen fort, sagte Roskosmos-Sprecher Igor Burenkow am Donnerstag der Agentur Interfax zufolge. Der 52-Jährige habe aber nur einen Vertrag für die Ausbildung. Ein Kandidat für den Flug sei daher der Kosmonaut Sergej Prokopjew. Denkbar sei ebenfalls, statt eines dritten Astronauten etwa 100 Kilogramm Nachschub in der Sojus-Kapsel zur sechsköpfigen Besatzung der Raumstation zu bringen.

Für Roskosmos dürfte Brightmans Absage ein Ärgernis sein. Für die Behörde wäre der Flug der VIP-Passagierin eine gute Werbung für die russische Raumfahrt gewesen. Trotz zahlreicher Erfolge war die Branche zuletzt wegen technischer Pannen in die Negativschlagzeilen geraten. Anfang Mai war ein Raumfrachter nach der Fehlzündung einer Rakete unkontrolliert abgestürzt und in der Erdatmosphäre verglüht.

dpa


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