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Platin-Romy für Armin Müller-Stahl: "Meine Zeit wird knapp!"

Mit den fünf Preisträgern Armin Müller-Stahl (Platin-Romy fürs Lebenswerk), Marie Bäumer (Beste Schauspielerin), Jan Josef Liefers (Bester Schauspieler), Henning Baum (Bester Seriendarsteller) und Matthias Schweighöfer (Bester Kinofilm "Schlussmacher") hat Deutschland bei der Romy-Verleihung in Wien gestern groß abgeräumt.

Die Nachrichtenagentur spot on news gratulierte vor Ort:

Es war der unfreiwillig komische Abschluss einer glanzvollen Romy-Preisverleihung: Als der mit Standing Ovations gefeierte Platin-Preisträger Armin Müller-Stahl am Ende des Abends in der Wiener Hofburg alle Lola-Preisträger zum Gruppenbild auf die Bühne bat, gab es viel Gelächter. Aber niemand nahm ihm das wirklich übel. Wer Zeit seines Lebens fast 50 Auszeichnungen erhalten hat, plus zwei Oscar-Nominierungen, dem sieht man nach, wenn er den deutschen Filmpreis mit dem österreichischen verwechselt.

Zumal der Multi-Künstler das mit der Schauspielerei schon lange nicht mehr so ernst nimmt. "Meine eigentliche Leidenschaft gilt der Malerei. Da bin ich viel freier, als beim Schauspielern, wo ich mich ständig irgendwelchen Zwängen unterwerfen muss. Und da meine Zeit nur noch knapp bemessen ist, mache ich nur noch, was mich beflügelt." Über die schöne Romy freute er sich natürlich trotzdem. "Das zeigt, dass man in seinem langen Leben ein bisschen was richtig gemacht haben muss."

Das sieht der Preisverwöhnte Kollege Jan Josef Liefers ähnlich: "Ich freue mich ganz besonders darüber, dass man so einen Berliner Hanswurst wie mich, hier überhaupt wahrnimmt. Vor allem, weil die alle gar nicht wissen, dass mein Uropa Gustl aus Österreich stammt und ich somit eigentlich ein halber Ösi bin. Ich fühl mich pudelwohl hier."

Genau wie Preisträger Matthias Schweighöfer: "Ich finde es klasse, das man sich hier während der Preisverleihung schön einen hinter die Binde gießen kann, um dann gut gelaunt seine Romy entgegenzunehmen." Dem konnten ihm die trinkfreudigen Kollegen Florian David Fitz und Henning Baum nur beipflichten. Der beste Seriendarsteller Baum: "Klasse, zum Dessert einen Preis zu bekommen. Ich stehe auf diese alte Wiener Schule. Die sind hier ähnlich bekloppt, wie bei uns zu Hause im Ruhrpott."

Das findet Preisträgerin Marie Bäumer auch, die tränenüberströmt ein Romy-Credo auslobte: "Frauen sind das Schönste, was der liebe Gott erfunden hat." Dem konnte man angesichts von Hollywood-Aktrice Kate Walsh ("Private Practice", "Grey's Anatomy") nur beipflichten. "Ich bin begeistert von diesem märchenhaften Ambiente. Schade, dass unsere Oscars nicht in solchen Palästen verliehen werden", schwärmte die bildschöne Seriendarstellerin, die nichts vom derzeitigen Vegan-Trend in Hollywood hält: "Dazu genieße ich viel zu gerne. Ich liebe Burger, Würstel, Kraut und Bier und halte nichts davon, mich zu kasteien."

Davon hält Opernstar Anna Netrebko auch nichts. Obgleich ihre Konfektionsgröße drei Nummern größer sein dürfte, war die Sopranistin das begehrteste Fotomotiv des Abends. "Meine erste Romy-Verleihung und ich bin begeistert von diesem Glamour", schwärmte die Operndiva, die für 750.000 Euro Chopard-Schmuck am Körper trug und die von ihrem "sehr guten Freund Oscar de la Renta" ein silbernes Kleid für den Abend geschenkt bekam. Mit so viel Bling-Bling konnten Mariella Ahrens, Sunnyi Melles und Suzanne von Borsody zwar nicht mithalten, aber die deutschen Aktricen strahlten auch ohne extra Deko. Das altehrwürdige, märchenhafte Habsburg-Ambiente war schmuck genug.

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