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Obelix schickt Liebesgrüße an Moskau

Mit seinem Kampfgefährten Asterix hat der schwergewichtige und unbezwingbare Obelix ganz Europa bereist und für große Aufregung gesorgt. Ganz Europa? Nein, das größte Land wurde bislang ausgelassen.

Doch jetzt soll es seine neue Heimat werden: Obelix wird tatsächlich Russe. Star-Schauspieler Gerard Depardieu (64), der die weltberühmte Comic-Figur in den Verfilmungen sehr überzeugend dargestellt hat, nimmt das Angebot von Staatspräsident Wladimir Putin an, russischer Staatsbürger zu werden. Und Frankreich, seine alte Heimat, weiß nun nicht so recht, ob es belustigt oder entsetzt sein soll.

Französische Medien zitieren aus einem offenen Brief Depardieus, in dem es heißt: "Ja, ich habe ein Bewerbungsformular ausgefüllt und bin erfreut, dass es akzeptiert wurde." In dem Schreiben lässt er seine künftigen Mitbürger wissen: "Ich liebe euer Land Russland abgöttisch, seine Menschen, seine Geschichte, seine Schriftsteller." Die Pariser Zeitung "Le Figaro" wertet die Mitteilung als "Schrei der Liebe an Russland."

Zuvor hatte der populärste lebende Schauspieler Frankreichs angekündigt, seinen französischen Pass zurückgeben zu wollen. Er war vor der geplanten Reichensteuer in Höhe von 75 Prozent des Einkommens in eine kleine belgische Ortschaft in unmittelbarer Nähe zur französischen Grenze gezogen. Dort hatte er sich ein Haus gekauft, sein Pariser Palais im Wert von 50 Millionen Euro wollte er verkaufen. Dafür hatten ihn Medien und Politiker heftig kritisiert.

Bereits im Dezember hatte der mit Depardieu befreundete Putin den Franzosen in sein Land eingeladen und als russischen Staatsbürger willkommen geheißen. Doch auch Bulgarien und Tschechien wollten ihn einbürgern. Nun hat sich der Kinostar und mehrfache Weingutsbesitzer für Russland entschieden, das einen Einkommenssteuersatz von nur 13 Prozent hat.

In seinem offenen Brief schreibt er, dass er seinen Entschluss bereits dem französischen Staatspräsident Francois Hollande mitgeteilt habe. "Ich habe ihm gesagt, dass Russland eine große Demokratie ist, in der man gut leben könne. Es sei kein Land, in dem der Regierungschef einen Bürger als ,erbärmlich' bezeichne."

Laut "bild.de" beendete Depardieu sein Schreiben mit der Ankündigung, er wolle nun Russisch lernen und mit dem russischen Satz: "Ehre sei Russland. Danke."

Bereits vor einigen Monaten hat sich Depardieu auf Russisch geäußert. Nach einem Bericht der "Süddeutschen Zeitung" besuchte er im vergangenen Herbst die tschetschenische Hauptstadt Grosny; Präsident Ramsan Kadyrow hatte ihn zu seinem Geburtstag eingeladen. Auf offener Bühne ließ Depardieu das Land, das mit den Russen heftig über Kreuz liegen, auf Russisch hochleben: "Ruhm für Grosny! Ruhm für Tschetschenien! Ruhm für Kadyrow!" Ob das seine neuen Freunde so prickelnd finden?

Weintrinker Depardieu gilt, was zwischenmenschliche Beziehungen anbelangt, als großer Kommunikator. Notfalls steigt er eben - der Landessitte wegen - auf Wodka um. Das wäre die geringste aller Mühen. Na Sdarowje!

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